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    Washington

    Hitziger Vorwahlkampf der US-Republikaner

    Mit Wortgefechten und persönlichen Angriffen untereinander haben die Kandidaten der US-Republikaner die härtere Phase im Vorwahlkampf ums Weiße Haus eingeläutet.

    Mitt Romney und Rick Perry
    Mitt Romney (l) ist während der TV-Debatte von seinem Kontrahenten Rick Perry angegriffen worden.
    Foto: Michael Nelson - DPA

    Vor allem der Favorit für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat, Mitt Romney, geriet in einer TV-Debatte am Dienstag (Ortszeit) mächtig ins Kreuzfeuer.

    Gut zwei Monate vor der ersten Vorwahl versuchten Romneys sechs Kontrahenten bei der Diskussionsrunde in Las Vegas (Nevada), seine politischen Positionen als zu links für die Partei zu brandmarken. Der texanische Gouverneur Rick Perry bezichtigte den Anführer fast aller Umfragen in einem erbitterten Schlagabtausch gar der Lüge.

    Romney habe mehr als ein Jahr lang wissentlich Einwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis als Gartenarbeiter beschäftigt. «Mitt, von meiner Perspektive aus verlierst Du Dein gesamtes Ansehen, weil Du Illegale in Deinem Haus eingestellt hast», sagte ein aggressiver Perry seinem Widersacher ins Gesicht. «Es ist Zeit für Dich, die Wahrheit zu sagen.»

    Perry bezog sich auf Vorwürfe, die im vergangenen Vorwahlkampf vor vier Jahren nach einem Bericht der Zeitung «Boston Globe» aufgekommen waren, als sich Romney erstmals um die republikanische Kandidatur beworben hatte.

    Romney kanzelte die persönliche Attacke als Verzweiflungstat von Perry ab. Dessen Umfragewerte waren in den vergangenen Wochen stark gesunken - von der Führung des Bewerberfeldes stürzte er auf den dritten Platz ab. Er könne verstehen, dass Perry nun «gereizt» sei, sagte Romney - und war dabei selbst sichtlich aufgebracht.

    Der 64-jährige Romney räumte aber ein, einst eine Firma zum Rasenmähen auf dem Grundstück seines Hauses beauftragt zu haben, die illegale Einwanderer beschäftigte. Als er davon erfahren habe, seien sie entlassen worden. Da die Firma später erneut Arbeiter ohne Papiere beschäftigte, habe er den Auftrag ganz gekündigt.

    Erstmals ausführlich erklären musste sich Romney auch zu seiner religiösen Ausrichtung. Als Mormone stößt er vor allem bei erzkonservativen, evangelikanischen Republikanern auf Misstrauen. Ein Prediger aus Texas hatte die Religion des Ex-Gouverneurs einen «Kult» und ihn einen «Nicht-Christen» genannt und so eine Debatte ausgelöst.

    Ins Kreuzfeuer seiner Kontrahenten geriet Romney abermals auch, weil er in Massachusetts eine Gesundheitsreform durchgesetzt hatte, die der von US-Präsident Barack Obama ähnelt. Die republikanischen Kandidaten lehnen das Gesetzeswerk einvernehmlich ab und wollen es im Falle eines Wahlsieges vollständig abschaffen. Ansonsten sparten die Kandidaten diesmal weitgehend mit Angriffen auf den Amtsinhaber und konzentrierten sich auf die Widersacher in den eigenen Reihen.

    Romneys Wahlkampfteam bemüht sich laut der «New York Times», ihn in der Öffentlichkeit als sicheren Gegenkandidaten zu Obama bei der Wahl am 6. November 2012 zu positionieren. Nach neusten Umfragen ist die Sache aber längst nicht klar: Der schwarze Pizza-Unternehmer Herman Cain ist mittlerweile fast gleichgezogen und gilt als neuer Star im Bewerberfeld der Konservativen.

    Der 65-Jährige macht vor allem mit seinem Vorhaben einer radikalen Vereinfachung des Steuersystems Furore. Für den so genannten «9-9-9-Plan» erntete er während der TV-Debatte unerbittliche Kritik von seinen Mitbewerbern, die ihn als undurchdacht und ungerecht bewerteten. Widerspruch hagelte es auch für Cains Vorschlag, die Grenze zu Mexiko wegen der illegalen Einwanderung mit einem fast 2000 Kilometer langen, elektrischen Zaun zu sichern.

    Die nächste Debatte findet im November statt. Dann soll es vor allem um außenpolitische Fragen gehen.

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