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    Hauptstrecken der Bahn im Norden weiterhin gesperrt

    Stromausfälle, gesperrte Straßen, gestrichene Flüge – und vor allem: massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Sturm „Xavier“ hält auch nach seinem Abzug die Menschen im Norden und Osten Deutschlands in Atem.

    Schlaf auf dem Hauptbahnhof
    Schlaf auf dem Hauptbahnhof: In Berlin sind tausende Bahnreisende gestrandet. 
    Foto: Maurizio Gambarini – dpa

    Berlin (dpa) - Das große Aufräumen nach dem verheerenden Sturmtief „Xavier“ dauert in den betroffenen Regionen Deutschlands an. Vor allem der Bahnverkehr war auch am Freitag noch erheblich eingeschränkt.

    Taxi-Gutschein
    Taxi-Gutschein im Hauptbahnhof Hamburg: Die Bahn bot Fernreisenden Taxifahrten nach Berlin, Bremen, Hannover oder Schwerin an.
    Foto: Thomas Müller – dpa

    Es werde mit Hochdruck geräumt, sagte Bahnsprecher Achim Stauß dem Fernsehsender Phoenix. „Die Schäden sind doch recht groß.“

    Hamburger Hauptbahnhof
    Drangvolle Enge und keine Fahrgelegenheit: Fahrgäste vor dem Reisezentrum der Bahn im Hamburger Hauptbahnhof.
    Foto: Thomas Müller – dpa

    Auf einigen Routen sei am Freitag kein Zugverkehr mehr möglich, teilte die Deutsche Bahn am Nachmittag mit. Das betreffe die Strecken von Berlin nach Hannover, von Berlin nach Hamburg und von Hamburg in das Ruhrgebiet. Der Flugverkehr an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel hatte sich im Laufe des Tages weitgehend normalisiert.

    Sylke Tempel
    Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik", kam in Berlin durch den Sturm ums Leben.
    Foto: Karlheinz Schindler – dpa

    „Xavier“ war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einer der schlimmsten Stürme der vergangenen Jahrzehnte. Er war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten Deutschlands hinweggefegt. In Brandenburg stürmte er mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 122 Stundenkilometern am heftigsten. Besonders schwer betroffen waren auch Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sieben Menschen starben, darunter auch die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel.

    Nichts geht
    "Zug fällt aus" – vom Berliner Hauptbahnhof ging auch am Morgen nach dem Sturm immer noch nicht viel.
    Foto: Maurizio Gambarini – dpa

    Trotz der schweren Verwüstungen sei „Xavier“ kein besonders außergewöhnlicher Sturm gewesen. „Sturm- und Orkantiefs gehören zum Herbst dazu und es muss immer wieder mit ihnen gerechnet werden“, erklärte DWD-Meteorologin Tanja Dressel. Bemerkenswert sei in diesem Fall, dass der Sturm ein „Schnellläufer“ war, der sich sehr rasch innerhalb weniger Stunden weiterbewegt hat, vom Nordwesten bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im Osten.

    Die Umfaller
    Die Umfaller: Drei von Sturm "Xavier" entwurzelte Bäume liegen an einer Straße bei Rautenberg in Niedersachsen.
    Foto: Julian Stratenschulte – dpa

    Für die nächsten Tage rechnen die Meteorologen mit anhaltend ungemütlichem Wetter mit viel Regen. In der Nähe der Küsten und auf den Bergen kann der Wind in Böen wieder Sturmstärke erreichen. Am Sonntag erwarten die Fachleute vor allem im Süden bedeckten Himmel und immer wieder Regen.

    Hotelzug in Berlin
    Ein Fahrgast schläft in einem von der Bahn zur Übernachtung bereitgestellten «Hotelzug» am Hauptbahnhof in Berlin.
    Foto: Gregor Fischer – dpa

    Die Bundesregierung würdigte den großen Einsatz der Rettungskräfte. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer dankte allen, „die in den Stunden des Orkans hart daran gearbeitet haben, die Verkehrsverbindungen aufrecht zu erhalten und Menschen zu helfen, die in Not geraten sind“.

    Nach Sturmtief Xavier
    Warteschlange im Berliner Hauptbahnhof: Die Verbindungenm im Norden und Nordosten sind weiterhin massiv beeinträchtigt.
    Foto: Maurizio Gambarini – dpa

    Betroffen äußerte sie sich über die hohe Zahl der Todesopfer: „Natürlich denken wir in diesen Stunden an die sieben Menschen, die auf tragische Weise in dem Orkan ihr Leben verloren haben, und an die Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“

    Anflug im Sturm
    Anflug im Sturm: Eine Lufthansa-Maschine landet in Schräglage auf dem Flughafen Hannover.
    Foto: Julian Stratenschulte – dpa

    Besonders schwer kämpfte die Bahn am Freitag mit den Folgen des Sturms. Umgestürzte Bäume und zerstörte Oberleitungen sorgten vor allem in Fernverkehr den ganzen Tag für Zugausfälle und massive Verspätungen. Tausende Reisende strandeten an den Bahnhöfen.

    Umgestürzter Baum
    Umgestürzte Bäume waren für einen Großteil der Zugausfälle verantwortlich.
    Foto: Ralf Hirschberger – dpa

    Die Bahngesellschaft Metronom, die in Niedersachsen, Hamburg und Bremen auf zahlreichen Regionalstrecken unterwegs ist, forderte Fahrgäste auf, am Freitag und am Wochenende auf Bahnreisen zu verzichten. Es sei nicht absehbar, wann die Strecken wieder zuverlässig befahren werden können.

    Aufräumarbeiten
    Ein Feuerwehrmann räumt in Hannover Äste eines umgestürzten Baums von einer Straße.
    Foto: Silas Stein – dpa

    In Mecklenburg-Vorpommern waren am Freitagnachmittag noch rund 4000 Kunden ohne Strom. Unmittelbar nach dem Sturm waren 35 000 Kunden von dem Stromausfall betroffen gewesen. Es seien mehrere, zum Teil sehr große Bäume in die Leitungen gefallen, sagte eine Sprecherin des Energieversorgers Wemag. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich schwierig. Voraussichtlich seien auch am Abend noch 1000 Kunden ohne Strom.

    Absperrband
    Absperrband der Feuerwehr in Berlin. In der Hauptstadt hatte die Feuerwehr den Ausnahmezustand ausgerufen.
    Foto: Paul Zinken – dpa

    In Mecklenburg-Vorpommern blieb der größte Landschaftspark, der Schlosspark Ludwigslust, gesperrt. „Xavier“ habe zahlreiche Bäume entwurzelt, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs für Bau und Liegenschaften am Freitag. In Sachsen warnte die staatliche Forstverwaltung vor dem Betreten der Wälder. „Der Aufenthalt kann lebensgefährlich sein“, sagte ein Sprecher.

    Nach «Xavier»
    «Xavier» war da: Auf dem Ludwig-Kirch-Platz in Berlin ist ein Baum auf mehrere Autos gestürzt.
    Foto: Kay Nietfeld – dpa

    DWD: „Xavier“ war bemerkenswert, aber nicht außergewöhnlich

    Gestrandet
    Fahrgäste stehen auf dem Hauptbahnhof in Berlin an einem Informationsschalter der Deutschen Bahn an.
    Foto: Gregor Fischer – dpa

    Fahrgastverband: Bahn muss Bäume an Gleisen besser kappen

    Weltuntergangsstimmung
    Weltuntergangsstimmung: Regen prasselt auf die Windschutzscheibe eines Autos in der Nähe von Paderborn.
    Foto: Friso Gentsch – dpa

    Stillstand am Bahnhof: „Fahren Sie an einem anderen Tag“

    Sturmtief Xavier
    Mit voller Wucht: In Kleinmachnow in Brandenburg wehte das Sturmtief ein etwa 250 Kilo schweres Motorrad um.
    Foto: Ralf Hirschberger – dpa

    Die fünf teuersten Stürme der jüngeren Vergangenheit

    Umgestürzt
    Ein Arbeiter sägt auf dem Messeschnellweg bei Hannover einen Baum auseinander.
    Foto: Silas Stein – dpa

    Journalistin Sylke Tempel bei Sturm-Unfall umgekommen

    Als Reaktion auf die Zugausfälle hat die Deutsche Bahn die Gültigkeit ihrer Fahrscheine verlängert. Alle Tickets für die betroffenen Verbindungen können nun bis 15. Oktober genutzt werden. Das gelte auch für Fahrkarten mit Zugbindung, teilte die Bahn mit.

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