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Grönland darf künftig Buckelwale jagen

Als «traurig» bewerten Umweltschützer den Ausgang der internationalen Walfang-Verhandlungen in Agadir. Für den Schutz der Meeressäuger wurde wenig erreicht. Dafür machen böse Anschuldigungen über Korruption die Runde.

Walfang
Grönland darf auf Beschluss der Internationalen Walfangkommission (IWC) künftig auch Buckelwale jagen. (Symbolbild).

Agadir (dpa) – Grönland darf künftig auch Buckelwale jagen. Die Internationale Walfangkommission (IWC) billigte am Freitag im marokkanischen Agadir einen entsprechenden Antrag Dänemarks. Die umstrittene Ausweitung der geduldeten Waljagd auf eine weitere Art ist eines der wenigen greifbaren Ergebnisse der einwöchigen Jahreskonferenz des Gremiums, die am Freitag zuende ging. Zum Start des Treffens der knapp 90 Nationen hatten zunächst Bestechungsvorwürfe gegen den Verhandlungsführer, Anthony Liverpool aus Antigua und Barbuda, für Unruhe gesorgt.

Ein Kompromisspapier, den Walfang befristet und unter strengen Auflagen für Japan, Norwegen und Island wieder zu erlauben, war bereits am Mittwoch sowohl am Widerstand der Walfänger als auch der Walfanggegner gescheitert. Die drei Länder nutzen seit Jahren Schlupflöcher des seit 1986 geltenden Moratoriums und töten nach Angaben von Umweltschützern pro Jahr rund 1500 Großwale.

Vom Walfangverbot sind einige wenige indigene Völker offiziell ausgenommen, die das Fleisch der großen Meeressäuger für ihre Existenzsicherung benötigen. Die Staatengemeinschaft hatte den Ureinwohnern Grönlands bislang den Fang von 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen und 2 Grönlandwalen zugestanden. Tierschützer kritisieren schon länger, dass Grönland sein Sonderrecht zu kommerziellen Zwecken ausnutze und Walfleisch in Supermärkten und Restaurants auftauche.

Die Inuit dürfen künftig neun Buckelwale pro Jahr erlegen. Die Fangquote insgesamt bleibt jedoch gleich, da die Zahl der Finnwale reduziert wird. «Dies ist das erste Mal seit Inkrafttreten des Moratoriums, dass die IWC Buckelwale zur Jagd freigibt», kritisierte Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS sprach von einem «traurigen Ausgang» der Tagung. Grönland habe seine Quoten für den Finnwal gar nicht ausgeschöpft.

Die Umweltschützer glauben, dass die Inuit lieber Buckelwale jagen, weil sich das Fleisch besser verkaufen lässt. Sie forderten, dass sich die Walfangkommission stärker zu einer Walschutzkommission wandeln sollte. Dazu müsse das Thema jedoch mehr zur Chefsache werden und etwa bei G8-Gipfeln auf den Tisch kommen, sagte Altherr.

«Das eigentliche Problem der IWC besteht in der Bestechung von Entwicklungsländern durch die japanische Regierung. Solange es nicht gelöst wird, wird die IWC nicht im 21. Jahrhundert ankommen», erklärte Thilo Maack von Greenpeace. Nach Recherchen der britischen Zeitung «Sunday Times» hatte Japan dem Verhandlungsführer Anthony Liverpool die Reise und das Luxushotel bezahlt.

Homepage IWC

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