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Gefährliches Päckchen in Zusammenhang mit DHL-Erpressung

Schon wieder taucht ein Umschlag mit verdächtigen Drähten auf – diesmal in einer Bank im Berliner Süden. Der Inhalt hätte Menschen verletzen können. Die Spur führt womöglich zum DHL-Erpresser, der das Unternehmen mit einer Paketbombe um Millionen erpressen wollte.

Verdächtige Versandtasche
Die Straße vor der Bankfiliale ist abgesperrt.
Foto: Georg Moritz – dpa

Berlin (dpa). Ein gefährliches Päckchen in Berlin steht nach Angaben der Behörden in Zusammenhang mit dem DHL-Erpresser. Die Versandtasche mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern war am Freitag in einer Bankfiliale aufgetaucht.

Nach dpa-Informationen ähnelt der Fund den Paketbomben des DHL-Erpressers. Es gebe bauartbedingte Ähnlichkeiten zu den Bomben, die in den vergangenen Monaten in Potsdam und Frankfurt (Oder) gefunden worden waren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Abend.

Gegen 11.30 Uhr war der Umschlag von einem Post-Briefträger in der Bank in der Schloßstraße im südlichen Ortsteil Steglitz abgegeben worden. Als ein Bankangestellter ihn öffnete, sah er Drähte und alarmierte die Polizei. Der Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf sagte: „Dieser Brief und der Inhalt hätte Menschen verletzen können.“

Am Abend schrieb die Berliner Polizei auf Twitter: „Einen Sachzusammenhang mit der DHL-Erpressung in Brandenburg können wir bestätigen.“ Auch die Brandenburger Behörden gehen von einem Zusammenhang mit den Paketbomben aus, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Der Brandenburger Polizeisprecher, Torsten Herbst, betonte: „Wir sehen da Parallelitäten.“

Einzelheiten wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Der Berliner Umschlag wurde jedoch nicht vom Paketdienstleister DHL zugestellt, der mit der Potsdamer Paketbombe erpresst werden sollte. Die Brandenburger Polizei ist federführend bei den Ermittlungen.

Nach dem Fund in Berlin wurden das komplette Bank- und Wohngebäude sowie die direkte Umgebung an der beliebten Einkaufsstraße geräumt und stundenlang abgesperrt. Mehrere Buslinien wurden umgeleitet.

Der Berliner Polizeisprecher Neuendorf sagte am Nachmittag, der Umschlag im DIN-A4-Format habe „pyrotechnisches Material“ enthalten. Das sei zwar explosionsfähig, aber nicht so gefährlich und hochexplosiv wie Plastiksprengstoff oder Dynamit.

Kriminaltechniker entfernten die sichtbare Zündvorrichtung. Anschließend untersuchte ein Sprengstoffroboter die Versandtasche, gesteuert von Spezialisten der Polizei in Schutzanzügen. Das gefundene Pulver müsse noch genauer analysiert werden, sagte der Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei untersuchte, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen, um den Absender zu identifizieren. Der Umschlag wurde nach Angaben der Polizei zum Sprengplatz Grunewald gebracht.

In Potsdam war Anfang Dezember in der Nähe des Weihnachtsmarkts eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Damit sollten von DHL mehrere Millionen Euro erpresst werden. Anfang November war zudem eine Paketbombe an ein Geschäft in Frankfurt (Oder) geschickt worden.

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