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Gab vor Steinigung bedrohte Iranerin Geständnis ab?

Berlin (dpa). Die vom Tod durch Steinigung bedrohte Iranerin Sakineh Mohammadi-Aschtiani hat im Staatsfernsehen angeblich öffentlich ein Geständnis abgelegt.

Sakineh Mohammadi-Aschtiani
Das undatierte Porträtfoto zeigt die vom Tod durch Steinigung bedrohte Iranerin Sakineh Mohammadi-Aschtiani. Die Frau hat im Staatsfernsehen angeblich öffentlich ein Geständnis abgelegt.

Die Frau, deren Gesicht in der Sendung am Mittwochabend unscharf gezeigt wurde, habe die Vorwürfe der iranischen Justiz gegen sie bestätigt, berichteten Staatsmedien am Donnerstag. Die 43 Jahre alte zweifache Mutter ist wegen Ehebruchs und Mordes an ihrem Mann zum Tode verurteilt worden. Das Urteil hatte Proteste zahlreicher Regierungen und Menschenrechtsorganisationen ausgelöst. Der Iran setze die Vollstreckung des Steinigungsurteils im Juli vorerst aus.

Mohammadi-Aschtiani räumte im Fernsehen eine außereheliche Beziehung zum Cousin ihres Mannes ein, dem sie auch geholfen habe, ihren Ehemann im Jahr 2006 zu töten. Sie habe das Opfer bewusstlos gemacht, der Cousin habe den Mord dann mit ihrer Billigung begangen.

Die 43-Jährige kritisierte in der ausgestrahlten Aussage ihren Verteidiger Mohammad Mostafaei, der ihren Fall öffentlich gemacht habe. Jetzt sei sie überall bekannt und müsste für immer in Schande leben. Mostafaei hat den Iran wegen eines angeblich vorliegenden Haftbefehls verlassen und in Norwegen Asyl beantragt. Staatsanwalt Dschafar Dowlatabadi hat die Existenz eines Haftbefehls jedoch bestritten und warf dem Anwalt finanzielle Verfehlungen vor.

Erst Anfang August hatte der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva der Verurteilten Asyl angeboten. Der Iran wies das Angebot mit Hinweis auf das Verbrechen zurück.

Zum Tode Verurteilte sterben im Iran in der Regel am Galgen. Die Steinigung ist für sexuelle Vergehen vorgesehen. Zwar hat die iranische Justiz die Gerichte angesichts von internationalen Protesten angewiesen, von Steinigungsurteilen abzusehen. Vor allem in der Provinz halten sich die Richter jedoch nicht immer daran. Bei der Steinigung werden Männer bis zur Hüfte eingegraben, Frauen bis zum Hals und dann so lange mit Steinen beworfen, bis sie tot sind.

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