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Frankfurter Goetheturm brennt nieder

Der hölzerne Frankfurter Goetheturm, ein beliebtes Ausflugsziel, wird ein Raub der Flammen. Möglicherweise steckt ein Serienbrandstifter dahinter.

Frankfurter Goetheturm abgebrannt
Der rund 40 Meter hohe Aussichtsturm am Rande des Stadtwalds bestand vollständig aus Holz.
Foto: Arne Dedert – dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Einer der höchsten hölzernen Aussichtstürme Deutschlands ist vollständig abgebrannt. Der 43 Meter hohe Goetheturm im Stadtwald von Frankfurt/Main ging am frühen Morgen in Flammen auf.

Der klägliche Rest
Der klägliche Rest des Frankfurter Goetheturms wird abgetragen. Erst 2014 war das über 80 Jahre alte Wahrzeichen für rund eine halbe Million Euro restauriert worden.
Foto: Andreas Arnold – dpa

„Der Turm ist eingestürzt und war nicht mehr zu retten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Polizei vermutet Brandstiftung – womöglich war sogar ein Serientäter am Werk.

Goetheturm in Frankfurt am Main
Spaziergänger am Goetheturm in Frankfurt am Main: Der Goetheturm war einer der höchsten hölzernen Aussichtstürme Deutschlands.
Foto: Arne Dedert – dpa

Als die ersten der rund 60 Einsatzkräfte gegen 3.20 Uhr an dem rund 85 Jahre alten Bauwerk im Stadtteil Sachsenhausen eintrafen, brannte das weit über die Stadt hinaus beliebte Ausflugsziel bereits lichterloh. Wegen der Gefahr herabstürzender Holzbalken löschte die Feuerwehr den Brand zunächst nicht, sondern sicherte und kühlte die Umgebung. „Die Überreste stehen noch. Wir warten, bis alles niedergebrannt ist“, erklärte Feuerwehrsprecher Thorsten Brückner.

Ausflügler
Damit ist zumindest vorläufig Schluss: Ausflügler nehmen bei schönem Wetter die 196 Stufen des Goetheturms im Stadtwald von Frankfurt am Main in Angriff.
Foto: Arne Dedert – dpa

„Es deutet alles auf Brandstiftung hin“, sagte Polizeisprecherin Isabell Neumann. „In dem Turm ist keinerlei Elektronik verbaut, und es ist auch kein Gewitter in der Nacht über uns hinweggezogen.“ Die Ermittlungen könnten erst beginnen, wenn der Brandherd abgekühlt sei.

Ausblick über Frankfurt
Ausblick über Frankfurt: Der Goetheturm war ein Wahrzeichen und eine Touristenattraktion.
Foto: Arne Dedert – dpa

Möglicherweise ist das Feuer sogar der traurige Höhepunkt einer Serie. Im Frühsommer waren zwei Holzbauten in Frankfurter Parks abgebrannt: In der Nacht zum 1. Mai der Morgentau-Pavillon im Koreanischen Garten, einen Monat später der Wasserpavillon im Chinesischen Garten im Bethmannpark. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen Brandstiftung. Konkrete Hinweise auf eine Serie gebe es nicht, sagte Neumann. Aber: „Es ist alles möglich.“

Schutt und Asche
Rauch steigt von den noch glühenden Resten des Goetheturms auf. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Foto: Andreas Arnold – dpa

Anfang Juli gab es ein Feuer im Atzelberg-Turm bei Kelkheim im Taunus. Außer vorsätzlicher sei hier auch fahrlässige Brandstiftung möglich, hieß es bei der Polizei.

„Der Sachschaden lässt sich nicht beziffern“, sagte ein Feuerwehrsprecher über den niedergebrannten Goetheturm. „Der ideelle Schaden ist aber riesengroß.“ Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zeigte sich betroffen und forderte einen Wiederaufbau des Wahrzeichens, das für viele Frankfurter eine hohe emotionale Bedeutung hat. Bürger gründeten spontan eine Initiative, um Geld dafür zu sammeln.

Der Holzbau im Stadtteil Sachsenhausen wurde 1931 mit Blick auf den 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe und das Goethe-Jahr 1932 errichtet. Erst im März 2014 war der dunkle Turm mit den 196 Stufen nach einer umfassenden Sanierung feierlich wieder eröffnet worden. Diese Baumaßnahme hatte fast ein Jahr gedauert und rund 530 000 Euro gekostet.

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