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    Bangkok

    Flutdamm bricht: Bangkok schließt Airport

    Unter dem Druck der Wassermassen ist am Dienstag ein Schutzwall im Großraum Bangkok gebrochen. «Die betroffenen Anwohner müssen aus Sicherheitsgründen so schnell wie möglich fliehen», sagte der Direktor des Krisenzentrums (Froc), Pracha Promnok.

    Flughafen überschwemmt
    Das Hochwasser hat den Flughafen Don Mueang in Bangkok erreicht.
    Foto: STR - DPA

    Bangkoks Flughafen
    Der Inlandsflughafen in Bangkok steht unter Wasser.
    Foto: STR - DPA

    Es drohe eine Überschwemmung von ein bis eineinhalb Metern Höhe. Froc-Sprecher Wim Rungwattanajinda schätzte die Zahl der Betroffenen auf rund 30 000 Menschen. Ob die Innenstadt von Bangkok wie erhofft von dem Hochwasser verschont bleibt, ist unklar.

    Hüfthoch
    Das Wasser steht an manchen Stellen in Bangkok hüfthoch.
    Foto: Rungroj Yongrit - DPA

    «Ich bin nicht sicher, ob die Sicherheitsbarrieren lange genug halten», sagte Krisenzentrumsdirektor Pracha vor einer Kabinettssitzung. Am Abend verschärfte ein schwerer Wolkenbruch die Lage noch zusätzlich, weil die Abwasserkanäle schon randvoll waren.

    Evakuierung des Zoos in Bangkok
    Zoo-Angestellte bringen Tiere vor den Fluten in Sicherheit.
    Foto: Narong Sangnak - DPA

    Wegen des Deichbruchs in Tambon Lag Hok in der Pathum Thani-Provinz strömten die Wassermassen in die riesige Muang Ake-Siedlung, teilte der Direktor des Krisenzentrums mit. «Die Streitkräfte stehen bereit, um den Betroffenen fortzuhelfen.» Der gebrochene Schutzwall liegt etwa 35 Kilometer nördlich der Bangkoker Innenstadt.

    Hoffen und Bangen
    Eine Frau beobachtet in ihrem Laden das Ansteigen des Wassers auf der Straße.
    Foto: Narong Sangnak - DPA

    Auf dem Gelände des nahe gelegenen Inlandsflughafens Don Mueang drohte die Überschwemmung der Landebahn. Wie die Flughafenbehörde mitteilte, musste der Airport geschlossen werden. In die Abfertigungshallen schwappe bereits das Wasser, berichteten Lokalmedien. Der internationale Suvarnabhumi-Flughafen blieb aber offen. Drei Meter hohe Wälle sollen das Airport-Gelände vor dem Hochwasser schützen.

    Hochwasser in Bangkok
    Ein buddhistischer Mönch watet durch die Fluten auf Bangkoks Straßen.
    Foto: Narong Sangnak - DPA

    Auch am Ufer des Raphipat-Kanals zwischen der stark überschwemmten alten Königsstadt Ayutthaya in Zentralthailand und Bangkok hat das Wasser Deiche zerstört. Damit fließen nun zusätzlich Wassermassen ungebremst Richtung Bangkok. Nach Angaben des Krisenzentrums hatten aufgebrachte Anwohner die Dämme zum Teil eingerissen. Sie glauben, dass die Barrieren nur Bangkok schützen und verhindern, dass das Wasser aus ihren überschwemmten Gebieten schneller abfließt.

    Flut in Thailand
    In einem nördlichen Außenbezirk vom Bangkok steht eine Straße unter Wasser.
    Foto: Barbara Walton - DPA

    In Bangkoks Altstadt am Königspalast schwappte das Wasser aus dem stark angeschwollenen Fluss Chao Phraya am Dienstag in die Straßen. «Kein Geschäft heute», sagte Amulettverkäufer Lek Tapajan, der ungerührt in knietiefem Wasser stand. Die Stadtverwaltung pumpte die Brühe schließlich wieder zurück ins Flussbett. Dort hatte das Wasser die Oberkante der 2,50 Meter hohen Flutbarriere fast erreicht.

    Die Einwohner schauen mit großer Sorge auf das kommende Wochenende: Im Golf von Thailand wird ein Wasserstand weit über dem üblichen Tidehochwasser erwartet. Von der Mündung des Chao Phraya, rund 35 Kilometer südlich von Bangkok, wird dadurch zusätzlich Wasser in den Fluss gedrückt. Gleichzeitig strömen Wassermassen aus den Überschwemmungsgebieten in Zentralthailand in den Fluss und lassen ihn weiter anschwellen.

    Der Gouverneur von Bangkok hat alle Anwohner aufgefordert, sich auf kurzfristige Räumungen einzustellen. Die thailändische Regierung erklärte die Tage von Donnerstag bis kommenden Montag in Bangkok und 27 Provinzen für arbeitsfrei. Damit sollen die Menschen Gelegenheit bekommen, die Stadt zu verlassen oder wenigstens ihre Wohnungen und Häuser hochwassersicher zu machen.

    Im ganzen Land stehen seit Juli weite Landstriche unter Wasser. Hunderttausende Menschen sind geflüchtet und leben teilweise schon seit Wochen in Notunterkünften.

    Aktuelle Karte mit Überschwemmungen

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