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    Familiendrama mit drei Toten – Verdächtiger weiter flüchtig

    Drei Menschen wurden in Villingendorf erschossen - darunter ein Sechsjähriger, der erst Stunden zuvor eingeschult wurde. Sein Vater soll der Täter sein. Zwar fanden die Ermittler seinen Wagen. Doch wo verbirgt sich der mutmaßliche Täter?

    Villingendorf
    Ein Polizist in Villingendorf unweit des Tatorts hinter einer Absperrung.
    Foto: Marijan Murat - dpa

    Villingendorf (dpa) - Nach dem Familiendrama mit drei Toten im Schwarzwald fahndet die Polizei mit Hochdruck nach dem Täter und mahnt die Bevölkerung zur Besonnenheit.

    Im Fokus der Ermittler stand am Wochenende ein Waldstück in der Nähe des Tatorts: Etwa 100 Beamte begannen am Samstag damit, das vier Quadratkilometer große Gebiet nordwestlich von Villingendorf zu durchkämmen, wie die Polizei in Tuttlingen mitteilte. Wegen des dichten Unterholzes wurde die Suche am Sonntag fortgesetzt. Unterstützung erhielten die Beamten von mehreren Hundestaffeln sowie einem Hubschrauber und einer Drohne.

    In der Nähe fanden die Ermittler den Wagen des 40 Jahre alten Tatverdächtigen. Zeugen wollen am Donnerstag in dem Wald auch Schüsse gehört haben. Es bestehe aber keine Gefahrenlage, betonten die Ermittler mit: Es gebe keinen Grund, in dem Dorf oder der Region von seinem gewohnten Tagesablauf abzuweichen. Auch Spaziergänge oder Wanderungen seien ohne Bedenken möglich. Nach dem verdächtigen Kroaten werde in Deutschland und international gefahndet. Auch die kroatischen Behörden seien eingebunden.

    Der Flüchtige soll am Donnerstagabend seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau (34) und dessen Cousine (29) erschossen haben. Die Mutter des getöteten Jungen, der erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult wurde, konnte zu einer Nachbarin flüchten. Ein drei Jahre altes Mädchen versteckte sich und blieb unverletzt. Ein weiterer Besucher war während der Tat Getränke holen. Weitere Details gab die Polizei zunächst nicht bekannt.

    Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Der Todesschütze habe kaltblütig und unvermittelt das Feuer auf seine Opfer eröffnet. Der Täter schoss laut Polizei aus einer „Langwaffe“, wohl aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee.

    Von den gefundenen Patronenhülsen könne aber noch nicht auf das Modell geschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Munition passe zu mehreren Waffensystemen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann die Waffe noch bei sich führt.

    Der Sechsjährige war erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden. Am Freitag wäre sein erster regulärer Schultag gewesen. Die Mutter und ihr Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der Besitzer des Hauses soll zum Tatzeitpunkt im Ausland gewesen sein.

    Mitteilung der Polizei Tuttlingen von Samstag

    Fahndung

    Mitteilung der Polizei Tuttlingen von Sonntag

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