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    Experte: Kein klarer Sieger bei TV-Duell in Hannover

    Beim einzigen TV-Duell vor der Niedersachsen-Wahl erreichten die Spitzenkandidaten von SPD und CDU nach Meinung eines Experten sehr unterschiedliche Wählermilieus. Ministerpräsident David McAllister (CDU) punktete besonders mit seiner Körpersprache, Stephan Weil (SPD) mit seiner Sprache.

    TV-Duell McAllister - Weil
    David McAllister (r, CDU) und Stephan Weil (SPD), stehen sich beim Fernsehduell gegenüber.
    Foto: Julian Stratenschulte - DPA

    Deshalb sieht der Medienwissenschaftler Wilfried Köpke keinen klaren Sieger. «Beide haben verschiedene Wählermilieus bedient, ohne sich entscheidend gegen den anderen durchsetzen zu können», sagte der hannoversche Hochschulprofessor am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Am 20. Januar wird der Landtag in Hannover gewählt.

    «McAllister hat mit der Körpersprache überzeugt und die CDU-Stammwähler mobilisiert, Weil konnte aber mit seiner Sprache junge und noch unentschlossene Wähler für sich gewinnen», erklärte Köpke. Sowohl die SPD als auch die CDU hatten dagegen umgehend nach dem Rededuell am Donnerstagabend ihren Spitzenkandidaten zum alleinigen Sieger erklärt.

    Am konkretesten sei die unterschiedliche Zielsetzung bei den Schlussstatements der Kontrahenten erkennbar gewesen: «Beide setzten den Hauptfokus auf die Mobilisierung ihrer Wähler, gerade für die Volksparteien ist dies wichtig, weil sie Probleme haben, dass ihre Leute zur Wahl gehen», sagte Köpke. McAllister habe zugeschnitten auf das NDR-Publikum mit der Altersgruppe 55-Plus gesprochen. «Das war ein Statement für die Leute, die jenseits der Lebensmitte sind und auf dem Land leben.»

    Weil hat dagegen erzählt, welche Probleme auf das Land zukommen und insbesondere das Thema Bildung immer wieder thematisiert. «Damit erreichte er vordergründig junge Familien, lebend in der Stadt und politisch interessiert», sagte Köpke, dessen Fazit für beide positiv ausfällt: «Beide haben gezeigt, dass sie Regierungschef in Niedersachsen sein können. McAllister schon durch seinen Amtsbonus, Weil, weil man ihm als treuen Verwalter glaubt.»

    Köpke übt aber auch Kritik: McAllister habe durch sein kommentierendes Lächeln während Weils Redezeit immer wieder das Wohlwollen der Zuschauer verspielt. Dessen größte Schwäche sei die unklare Positionierung zu einer Koalition mit der Linken gewesen. «Er hätte eine klarere Aussage treffen müssen, jetzt muss er mit der Kritik Leben.»

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