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    Brüssel

    EU und Afrika wollen Flüchtlingsströme eindämmen

    Die EU und Afrika wollen die illegale Einwanderung nach Europa gemeinsam bekämpfen - konkrete Lösungen bleiben sie aber schuldig. Beim EU-Afrika-Gipfel vereinbarten beide Seiten, dafür zu sorgen, dass weniger Menschen ihre afrikanische Heimat Richtung Europa verlassen.

    Ansturm auf die EU
    Ansturm auf die EU: Flüchtlinge stürmen den Zaun der auf afrikanischem Gebiet liegenden spanischen Stadt Melilla.
    Foto: F.G. Guerrero - DPA

    In einer Erklärung versprachen die Staats- und Regierungschefs aus der EU und Afrika, Menschenhandel zu unterbinden, Grenzen besser zu sichern und Armut zu bekämpfen. Legale Einwanderung wollen sie fördern, damit Afrikaner als Arbeitskräfte nach Europa kommen können. Die Zusagen blieben aber sehr vage.

    Flüchtlinge
    Flüchtlinge vor der italienischen Küste: Viele von ihnen wollen weiter nach Deutschland.
    Foto: Marina Militare - DPA

    Angesichts von sozialer Not oder blutigen Konflikten in ihrer Heimat versuchen viele Afrikaner, nach Europa zu fliehen. Immer wieder kommt es zu dramatischen Flüchtlingskatastrophen an den EU-Außengrenzen. Mitte Oktober 2013 etwa waren vor der italienischen Insel Lampedusa mehr als 360 Afrikaner ertrunken. Menschenrechtsorganisationen werfen der EU eine gefährliche Abschottungspolitik vor. Bislang hat die EU aber nichts an ihrem Kurs geändert.

    Jubel
    Jubel in Melilla: Afrikanische Flüchtlinge feiern ihr Eindringen die die spanische Afrika-Enklave.
    Foto: F.G. Guerrero - DPA

    EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte, Ziel sei, Tragödien wie vor Lampedusa zu verhindern. Die Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, mahnte, wenn es gelinge, junge Leute in Afrika auszubilden und ihnen eine Perspektive zu geben, müssten sie nicht über Lampedusa nach Europa gehen, sondern könnten normal über Flughäfen einreisen und wären willkommen.

    Dankgebet
    Dankgebet: Ein afrikanischer Flüchtling nach seiner Ankunft in Melilla.
    Foto: F. G. Guerrero - DPA

    Rund 90 Delegationen aus den 28 EU-Ländern und den 54 afrikanischen Staaten waren in Brüssel zusammengekommen. Es war der vierte EU-Afrika-Gipfel - nach früheren Treffen in Kairo, Lissabon und Tripolis. Die Staats- und Regierungschefs beschlossen mehrere Papiere zu ihrer künftigen Zusammenarbeit. Diese sind jedoch ebenfalls sehr allgemein gehalten.

    EU-Afrika-Gipfel
    EU-Kommissionspräsident Barroso (l) und EU-Gipfelchef Van Rompuy (r) posieren mit dem kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta für die Fotografen.
    Foto: Christophe Karaba - DPA

    EU-Diplomaten hatten bereits vorab die Erwartungen an konkrete Entscheidungen bei dem Gipfel gedämpft. EU-Vertreter nutzten das Treffen in Brüssel vor allem, um ein Signal an die Afrikaner zu senden, dass sie eine Beziehung auf Augenhöhe anstreben.

    Kindersterblichkeit
    Mit leerem Blick lässt ein unterernährtes Kind in Mogadischu die ärztliche Notversorgung über sich ergehen.
    Foto: Antoine De Ras/Archiv - DPA

    «Wir wollen uns als gleichberechtigte Partner in den kommenden Jahren weiterentwickeln», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Die Beziehungen zwischen der EU und Afrika seien wichtiger denn je. Erstarkende radikale Kräfte in afrikanischen Ländern oder ausufernde Migrationsströme seien eine Bedrohung für beide Kontinente. Das wirtschaftliche Potenzial Afrikas dagegen sei eine Chance für beide.

    Syrien-Flüchtlinge in Kassel
    Sie haben es geschafft: Syrische Flüchtlinge kommen auf dem Flughafen Kassel-Calden in Hessen an.
    Foto: Uwe Zucchi/Archiv - DPA

    Die Europäer sagten in Brüssel weitere Finanzhilfe für die Friedenssicherung und die Ausbildung von Sicherheitskräften in Afrika zu, ebenso für Infrastrukturprojekte. Beide Seiten wollen dafür sorgen, dass mehr europäische Firmen in Afrika investieren.

    Situation in Bangui
    Kongolesische Soldaten patrouillieren als Teil einer Friedenstruppe in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik.
    Foto: Legnan Koula/Archiv - DPA

    Dlamini-Zuma von der Afrikanischen Union sagte, ihr Kontinent habe vieles, wovon auch die EU und deren Wirtschaft profitieren könnten - etwa riesige Ackerflächen oder eine enorme Zahl an jungen Arbeitskräften. «Afrika ist ein Kontinent mit unglaublichen Chancen», sagte sie. «Aber Chancen allein reichen nicht aus.» Sie müssten auch genutzt werden.

    Lebensmittel
    Lebensmittel der Vereinten Nationen werden in Juba im Südsudan ausgeladen.
    Foto: UN/Isaac Alebe Avoro Lu'ba/Archiv - DPA

    Die Europäer erklärten ihren Willen, die Partnerschaft zu Afrika neu auszurichten - weg von kurzfristiger Entwicklungshilfe hin zu langfristigen Investitionen und Handelsbeziehungen. «Die Verlagerung von Hilfe zu Handel und Investitionen - zur Bekämpfung von Armut - ist das Motto», sagte Van Rompuy. Der nächste EU-Afrika-Gipfel ist für 2017 angesetzt, dann wieder in einem afrikanischen Land.

    Christliche Miliz
    Christliche Milizionäre und Muslime bekämpfen einander in der Zentralafrikanischen Republik.
    Foto: Amnesty International - DPA

    Erklärung zur Migration - Englisch

    Flüchtlinge im Südsudan
    Südsudanesen warten außerhalb eines UN-Geländes auf Hilfe.
    Foto: Hailemichael Gebrekrstos/Unmiss - DPA

    Gemeinsame Erklärung - Englisch

    Kindersterblichkeit
    Unterernährt: Wie hier in Somalia leiden viele Regionen Afrikas unter Mangel an sauberem Wasser und Lebensmitteln.
    Foto: Abukar Albadri/Archiv - DPA

    Aktionsplan 2014-2017 - Englisch

    Friedenstruppe
    Einer von vielen afrikanischen Krisenherden: Ugandische Polizeikräfte beenden ihren Einsatz in Somalia.
    Foto: Stuart Price / Au-Un Ist - DPA

    Webseite des Rates zum Gipfel - Englisch

    Programm des Treffens - Englisch

    Mitteilung des Rates - Englisch

    Hintergrundpapier des Rates - Englisch

    EU-Afrika-Strategie

    Daten der Stiftung Weltbevölkerung zu Afrika

    Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zu Afrika

    Daten der Weltbank zu Afrika

    Informationen zur Kooperation zwischen der EU und Afrika

    Rede EU-Gipfelchef Van Rompuy - Englisch

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