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    EU kämpft in Paris hart für ehrgeizige Klimaziele

    Trotz intensiver Verhandlungen geht auf der Klimakonferenz in Paris nur wenig voran. Gao Feng, ein Mitglied der chinesischen Delegation war dennoch zuversichtlich, dass ein neuer Klimavertrag beschlossen wird, «der die Weltgemeinschaft in eine Zukunft mit einer kohlenstoffarmen Wirtschaft führen wird.»

    Kohlekraftwerk
    Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen.
    Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archiv

    Paris (dpa) - Trotz intensiver Verhandlungen geht auf der Klimakonferenz in Paris nur wenig voran. Gao Feng, ein Mitglied der chinesischen Delegation war dennoch zuversichtlich, dass ein neuer Klimavertrag beschlossen wird, «der die Weltgemeinschaft in eine Zukunft mit einer kohlenstoffarmen Wirtschaft führen wird.»

    Klimawandel
    Im Durchschnitt verbleibt ungefähr die Hälfte des vom Menschen ausgestoßenen CO2 in der Atmosphäre. Die andere Hälfte wird zu Land, etwa durch große Wälder, oder im Meer absorbiert.
    Foto: Nasa - dpa

    Das heißt, weg von Kohle, Öl und Gas. Möglicherweise werde es notwendig sein, die Verhandlungen bis Samstag zu verlängern. Aus der EU-Delegation hieß es: «Es liegt noch viel harte Arbeit vor uns.»

    Philippinen
    Dieser philippinische Junge wohnt in einem Küstenort. Mehr als 500 Millionen Kinder leben nach UN-Angaben in Gebieten, die von Überflutungen bedroht sind.
    Foto: Francis R. Malasig - dpa

    Ein Knackpunkt blieb, wann und wie die Klimaziele der Länder verschärft werden sollen. Denn nur so lässt sich aus Forschersicht die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen und ein weltweit gefährlicher Klimawandel noch abwenden.

    Windräder und Kohlekraftwerk
    Alte und neue Energie: Das Kohlekraftwerk Mehrum und Windräder produzieren im Landkreis Peine Strom.
    Foto: Julian Stratenschulte/Archiv - dpa

    Die EU möchte, dass die Ziele bereits von 2018 oder 2019 an alle fünf Jahre überprüft und anschließend, etwa ab 2021, nachgebessert werden. China will sich darauf nicht verpflichten lassen. Gao Feng sagte, sein Land könne sich zwar vorstellen, 2025 über neue Ziele nachzudenken, aber diese sollten auch nicht rechtlich bindend sein. Der französische Grünen-Europaabgeordnete Yannick Jadot erklärte, eine späte Überprüfung gefährde die Bemühungen um mehr Klimaschutz.

    Trockenes Rheinufer
    Zunehmende Dürren, Überschwemmungen und heftige Stürme: Der Klimawandel bedroht schon heute die natürlichen Lebensgrundlagen vieler Menschen weltweit.
    Foto: Achim Scheidemann/Archiv - dpa

    Andere Staaten stellen sich dagegen in etlichen Punkt quer. Aus Verhandlerkreisen verlautete, es werde für die EU und die USA womöglich leichter sein, Kompromisse mit China und Indien zu finden, als die Ablehnungsfront der Staaten um Saudi-Arabien zu durchbrechen. Diese wollen vor allem verhindern, dass ihr Geschäft mit Öl und Gas durch den neuen Klimavertrag leidet.

    Schneemangel in Bayern
    Schneemangel in Bayern: Es ist sogar zu mild für den Einsatz von Schneekanonen.
    Foto: Uwe Lein - dpa

    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon traf sich auf dem Konferenzgelände mit Vertretern zahlreicher Klimaschutzorganisationen. Er sei sehr dankbar für die von ihnen gesammelten 6,2 Millionen Unterschriften von Menschen, die einen ehrgeizigen Pariser Vertrag fordern. «Die Menschen dieser Welt verlangen Taten, und ihre Botschaft lautet, die Zeit zu handeln ist jetzt.»

    Dürre in Indien
    Land ohne Wasser: Dürre in Indien.
    Foto: str - dpa

    Nun werde sich entscheiden, ob die Regierungschefs bereit seien, den großen Ankündigungen vom Beginn des Gipfels die notwendigen Schritte folgen zu lassen, sagte der Politische Geschäftsführer der Organisation Germanwatch, Christoph Bals. So sollten Schwellenländer wie China und Malaysia mehr Verantwortung übernehmen. Im Gegenzug solle die EU unter anderem ihr Klimaziel für 2020 von 20 auf 25 Prozent Treibhausgasreduktionen im Vergleich zu 1990 erhöhen. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte die Industriestaaten auf, sich auch beim Thema der Finanzhilfen für Entwicklungsländer zu bewegen.

    Regenwaldabholzung
    Abholzung am Amazonas: Jedes Jahr verschwinden 13 Millionen Hektar Wald – das entspricht in etwa der Fläche Griechenlands.
    Foto: Werner Rudhart/Archiv - dpa

    Viele Inselstaaten und zahlreiche ärmere Länder fordern unterdessen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bereits bei zwei Grad werden zahlreiche Inseln untergehen oder unbewohnbar werden.

    Wüste im Norden Chinas
    Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus.
    Foto: Bing Han/Archiv - dpa

    «Alles ist noch zu gewinnen in diesen 24 Stunden», sagte Umweltschützer Matthieu Orphelin von der französischen Fondation Nicolas Hulot. Experten arbeiteten nach Orphelins Angaben bis um 5.20 Uhr morgens an neuen Vorschlägen.

    Nicht ohne Maske
    Nicht ohne Maske: Atemschutz gehört in Peking mittlerweile zum Alltag.
    Foto: Rolex Dela Pena/Archiv - dpa

    Am Rande der Verhandlungen versuchten Umweltschützer, mit Aktionen Druck zu erzeugen. Ein Netzwerk verschiedener Organisationen rief für Samstag zu einer friedlichen Demonstration am Eiffelturm auf.

    Dürre und Hunger in Kenia
    Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme.
    Foto: Stephen Morrison/Archiv - dpa

    Nach Frankreichs Planung sollen die 196 Verhandlungspartner schon am Freitag eine Einigung annehmen, die die Welt auf Klimaschutzkurs bringt. Ziel ist es, den durch Treibhausgase verursachten Klimawandel zu stoppen.

    Kabinettssitzung unter Wasser
    Kabinettssitzung unter Wasser: Dieses Foto der maledivischen Regierung machte seinerzeit Schlagzeilen. Die Malediven sind akut von der Erderwärmung bedroht.
    Foto: Foto: Republik Malediven/Archiv - dpa

    Webseite der Pariser Klimakonferenz COP 21

    Gletscher
    Ist das die Lösung? Arbeiter decken auf der Zugspitze Planen über den schmelzenden Gletscher.
    Foto: Marc Müller/Archiv - dpa

    Newsroom des UN-Klimasekretariats

    Vertrocknet
    Vertrocknete Maispflanzen in Bayern, wo in diesem Jahr extreme Trockenheit herrschte.
    Foto: Sven Hoppe/Archiv - dpa

    Einschätzung der UN zum Potenzial der Konferenz, UN-Website

    Überschwemmung in Kolumbien
    El Niño soll in diesem Jahr wieder mit großer Wucht wirken.
    Foto: Mauricio Duenas/Archiv - dpa

    Erläuterungen Kyoto-Protokoll auf UN-Website

    UNEP-Schätzung

    Übersicht über Finanzzusagen zur Klimafinanzierung

    OECD-Bericht zum 100-Milliarden-US-Dollar-Ziel

    OECD-Bericht zu Klimazielen

    Zielvorgaben der Teilnehmerstaaten, Sammlung des World Resources Institute

    Berichte des Weltklimarats

    Twitterliste zu #COP21

    Klimaretter zum Klimagipfel

    Das Paris-Protokoll

    UNEP-Schätzung zu Effekten der nationalen Klimaschutzziele

    Übersicht über Finanzzusagen der Geberländer zur Klimafinanzierung

    Germanwatch zu Indizien für eine Trendwende in der Klimapolitik

    Mitteilung der EU-Kommission - Englisch

    Entwurf Vertrag, Engl.

    Mitteilung Germanwatch 10.12.15

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