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    Paris/Madrid

    ETA-Terroristen töten französischen Polizisten

    Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA haben nahe Paris zum ersten Mal einen französischen Polizisten getötet.

    ETA-Terroristen töten Polizisten
    Französische Polizisten sichern den Tatort in Dammarie-les-Lys bei Paris.

    Eine bewaffnete Gruppe von mindestens fünf Männern und einer Frau lieferte sich am Dienstagabend südöstlich der französischen Hauptstadt ein Feuergefecht mit einer Polizeistreife. Dabei wurde ein 52-jähriger Beamter trotz einer kugelsicheren Weste von einem Geschoss im Brustkorb getroffen und tödlich verletzt.

    Seine Kollegen konnten einen der Angreifer festnehmen, der sich selbst als ein Mitglied der ETA identifizierte. Drei der Täter entkamen in einem Auto, zwei flüchteten zu Fuß, hieß es am Mittwoch aus Ermittlerkreisen. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, die aber zunächst erfolglos blieb. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy forderte eine schnelle Festnahme des ETA-Kommandos. Er will an diesem Donnerstag die Familie des Opfers besuchen. Der erschossene Polizist hinterlässt Frau und vier Kinder.

    Die bewaffnete Gruppe hatte nach ersten Erkenntnissen einen Gebrauchtwagenhändler in Dammarie-les-Lys überfallen und mehrere Wagen gestohlen. Eine Polizeistreife stoppte kurz darauf eines der Fahrzeuge und wollte die Insassen festnehmen. In diesem Augenblick sei ein anderes Auto herangefahren, hieß es. Dessen Insassen hätten das Feuer auf die Beamten eröffnet. Dabei sei einer der Polizisten vermutlich durch die Achselhöhle seiner kugelsicheren Weste von einem Geschoss getroffen worden.

    Ob bei dem Feuergefecht auch einer der Angreifer verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Festgenommenen handelte es sich nach Angaben der Ermittler um den mutmaßlichen ETA-Terroristen Joseba Fernández Aspurz alias «El Guindi». Er wird in Spanien wegen mehrerer Brandanschläge in der Region Navarra steckbrieflich gesucht.

    Die ETA hatte in der Vergangenheit schon mehrmals französische Polizisten bei Schusswechseln verletzt, aber nie einen Beamten getötet. Allerdings hatten ETA-Terroristen in Frankreich mehrere Attentate auf spanische Polizisten verübt und zuletzt im Dezember 2007 in Capbreton zwei Beamte der paramilitärischen Guardia Civil ermordet.

    Die spanische Regierung sprach den Franzosen für den Tod des Polizisten ihr Beileid aus. «Frankreich hat einen hohen Preis dafür gezahlt, dass es Spanien im Kampf gegen den Terror der ETA unterstützt», sagte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Der französische Innenminister Brice Hortefeux besuchte das Kommissariat des getöteten Beamten.

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