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    Drei Menschen im Schwarzwald erschossen

    In einem Dorf im Schwarzwald werden drei Menschen getötet - darunter ein Sechsjähriger, der erst Stunden zuvor eingeschult wurde. Sein Vater soll der Täter sein.

    fAHNDUNG
    Mehr als 50 Polizisten und ein Hubschrauber suchen nach dem Tatverdächtigen von Villingendorf. 
    Foto: Sven Friebe/SDMG - dpa

    Villingendorf (dpa) - Drei Tote bei einem Verbrechen im Schwarzwald: Ein 40-Jähriger soll seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau und dessen Cousine erschossen haben.

    Abgesperrtes Wohngebiet in Villingendorf
    Das Wohngebiet in Villingendorf wurde von der Polizei abgesperrt.
    Foto: Friebe/SDMG - dpa

    Die Mutter des getöteten Sechsjährigen, der erst am Donnerstag eingeschult worden war, flüchtete zu einer Nachbarin. Auch ein dreijähriges Mädchen überlebte. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot vor allem in der Nähe des Tatorts Villingendorf in einem Waldgebiet. Ob der Täter noch lebt, ist unklar.

    Drei Tote nach Schüssen in Wohnhaus
    Polizeifahrzeuge stehen am Tatort in Villingendorf in Baden-Württemberg: In einem Wohnhaus sind ein Mann, eine Frau und ein sechs Jahre alter Junge erschossen worden.
    Foto: Maurer/SDMG - dpa

    Am Freitagabend wurde die Suche in dem Waldgebiet ergebnislos abgeschlossen. „Wir haben dort niemanden gefunden“, sagte Polizeisprecher Thomas Kalmbach der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. In Deutschland sowie international werde weiter nach dem Mann gefahndet. Ob es an diesem Samstag neue Anhaltspunkte für eine Wiederaufnahme der Suche in der Umgebung des Dorfes gibt, sei noch nicht absehbar.

    Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Kaltblütig und unvermittelt habe der Todesschütze am Donnerstagabend das Feuer auf seine Opfer eröffnet. „Die Personen dürften keinerlei Chancen gehabt haben, dem zu entkommen“, sagte Ermittlungsleiter Rolf Straub bei einer Pressekonferenz in Villingendorf. Der Täter feuerte aus einer „Langwaffe“, wohl aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee. Bei dem Flüchtigen handelt es sich um einen Kroaten.

    Es sei davon auszugehen, dass er die Waffe noch bei sich führt. Bei der „Langwaffe“ handele es sich vermutlich um ein Gewehr, hieß es später bei der Polizei auf Nachfrage. „Aber so lange wir die Waffe nicht haben, können wir das nicht ganz genau wissen“, sagte Kalmbach.

    Die Ermittler banden auch die Nachbarländer in die Fahndung ein. Die Behörden in Österreich, Frankreich und der Schweiz seien ebenso wie das Nachbarbundesland Bayern unterrichtet worden, sagte Straub.

    Der 40-Jährige soll zunächst mit einem Kleinwagen mit KN-Zulassung (Landkreis Konstanz) geflohen sein. Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug sei in der Gemeinde Herrenzimmern in der Nähe des Tatorts gefunden worden, sagte der Ermittlungsleiter. Das sei nun der Fahndungsschwerpunkt. „Wir haben (im Moment) leider keine Hinweise auf den Aufenthalt. Natürlich nutzen wir weitere kriminaltaktische Maßnahmen wie etwa die Überprüfung des persönlichen Umfelds.“

    Bei den beiden toten Erwachsenen - einem Mann (34) und einer Frau (29) - handelt es sich nach Angaben der Polizei um den Lebensgefährten der Ex-Frau des Täters und dessen Cousine. Die 31 Jahre alte Mutter des toten Erstklässlers wurde psychiatrisch betreut, Seelsorger waren im Einsatz. Zu dem drei Jahre alten Mädchen gaben Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Details bekannt. Ebenso wie zu einem weiteren Mann, der die Tat überlebte, weil er Getränke holte.

    Der mutmaßliche Todesschütze ist der Polizei bekannt. Er sei wegen Körperverletzungs- und Bedrohungsdelikten vorbelastet, hieß es. Zu Haftstrafen sei er aber nicht verurteilt worden.

    Der sechsjährige Junge war erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden. Am Freitag wäre sein erster regulärer Schultag gewesen. Die Mutter und ihr Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde Villingendorf erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der Besitzer des Hauses soll derzeit im Ausland sein.

    „So was haben wir in unserer Gemeinde noch nie erlebt und wollten es auch nie erleben. Ich bin fassungslos und bestürzt“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Bucher.

    Neue Rottweiler Zeitung

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