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    London

    Britische Polizei vertreibt fahrendes Volk

    Nach jahrelangem Streit haben die britischen Behörden mit der gewaltsamen Räumung der Wohnwagensiedlung «Dale Farm» in der Nähe von London begonnen. In der Siedlung lebten zuletzt etwa 400 sogenannte Irish Travellers, fahrendes Volk mit irischen Wurzeln.

    Camp «Dale Farm»
    Seit Jahren kämpfen sie um ihr Bleiberecht. Jetzt scheinen für die irischen Nomaden im englischen Camp «Dale Farm» die Stunden gezählt. In schwerer Rüstung begann die Polizei am Mittwoch mit der Räumu
    Foto: DPA

    Sie weigern sich, die aus Sicht von Anwohnern illegale Siedlung zu verlassen und haben sich nach langwierigen, erfolglosen Gerichtsverfahren verbarrikadiert. Die Traveller werden von Sympathisanten unterstützt.

    Während der Räumungsversuche kam es am Mittwoch zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Bewohnern. Polizisten mit schwerer Ausrüstung durchbrachen Barrikaden, um den Vollzugsbeamten Zugang zu dem Camp in der Grafschaft Essex zu verschaffen. Wütende Bewohner und ihre Unterstützer warfen Steine auf sie und zündeten einen Wohnwagen an.

    Die Polizei schoss mit Elektrowaffen auf zwei Sympathisanten. «Zwei Polizisten wurden ernsthaft angegriffen. Sie mussten sich verteidigen», sagte ein Polizeisprecher. Fernsehbilder zeigten, wie ein Mensch auf einer Trage zu einem Krankenwagen gebracht wurde. Andere Polizisten kletterten über Barrikaden und versuchten, zu den Verstecken von Travellers vorzudringen.

    Die mindestens 50 Polizisten waren am frühen Morgen angerückt. Im Camp wurde der Strom abgestellt. Ein Kran und ein Bagger standen bereit, um die 49 illegalen Stellplätze zu räumen. Der anglikanische Bischof Stephen Cottrell kritisierte die Räumungsaktion. Das Problem werde dadurch nicht gelöst, sondern nur an einen anderen Platz verlagert. Es sei ein nationales Gesetz nötig, dass das Dasein von Nomaden regele und ihnen legale Lebensmöglichkeiten schaffe.

    Die Traveller, die ihren Lebensunterhalt meist mit Gelegenheitsarbeiten finanzieren, fürchten um ihre Existenz. Sie wissen nach eigenen Angaben nicht, wo sie sonst hinsollen. Sie pochen auf ihr Recht als Eigentümer, da einige von ihnen auf dem Gelände vor mehr als zehn Jahren Land gekauft hatten.

    Die Irish Travellers sind ein Nomadenvolk mit Wurzeln in Irland. Ihre Zahl wird auf rund 50 000 geschätzt. Die meisten der überwiegend streng katholischen Travellers leben in Irland, Nordirland und Großbritannien, rund 10 000 auch in den USA. Die Dale Farm, gut 50 Kilometer von London entfernt, gilt als das größte Camp der Traveller in Großbritannien.

    Am Montag hatten die Bewohner der Dale Farm in letzter Instanz vor Gericht ihren jahrelangen Kampf um ihr Bleiberecht verloren. Die Stadtverwaltung hatte am Dienstag angekündigt, die Siedlung werde nun ohne weitere Diskussionen geräumt.

    Irish Traveller Movement

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