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    Berlin

    Bombenfunde: Merkel will Sicherheitslecks schließen

    Deutschland macht Druck: Nach den Paketbomben aus Griechenland und dem Jemen will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Europäischen Union zügig schärfere Kontrollen durchsetzen.

    Sicherheitsvorkehrungen vor Bundeskanzleramt
    Kanzlerin Merkel: «Jeder Einzelne ist zur Wachsamkeit aufgerufen.»

    Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schlägt seinen Kollegen bei einem Treffen am nächsten Montag vor, dass eine Arbeitsgruppe bis Dezember ein Anti-Terror-Paket für die Luftfracht schnürt. Die Ermittler in Griechenland suchen fieberhaft nach fünf Männern, die hinter einer Serie von Paketbomben stecken sollen. Ein Päckchen mit explosivem Inhalt war am Dienstag im Kanzleramt entdeckt und rechtzeitig entschärft worden.

    Das Bundeskriminalamt hat derzeit keine Hinweise, dass weitere Paketbomben von Griechenland nach Deutschland verschickt worden sind. Nach einer ersten Einschätzung sei die im Kanzleramt gefundene Sprengvorrichtung baugleich mit denen in Athen, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke. Der Sprecher des Innenministeriums, Stefan Paris, sagte: «Es spricht nach derzeitigem Stand vieles dafür, dass es sich um eine schwarzpulverähnliche Substanz gehandelt hat.»

    De Maizière sagte der ARD, der Frachtverkehr sei nicht so sicher wie der Flugverkehr bei Personen. Deutsche Alleingänge solle es nicht geben. Am Montag werde er mit den EU-Partnern zusammenkommen. Das Ziel seien präzisere Informationen und gezieltere Kontrollen.

    BKA-Experten überprüfen in Athen Zusammenhänge mit der griechischen Anschlagserie. Ein bislang unbekannter junger Mann gab die Paketbombe für Merkel am 1. November in der Nähe des Athener Hauptbahnhofs bei einem Paketdienst auf, teilte die griechische Polizei mit. Die Angestellten schickten es in ihre Athener Zentrale, wo es offenbar ohne Befunde kontrolliert, zum Flughafen und nach Berlin gebracht wurde.

    Die griechischen Behörden fahnden unter Hochdruck nach fünf Verdächtigen, die der linksextremistischen Untergrundorganisation «Verschwörung der Zellen vom Feuer» zugerechnet werden. Ihre Fotos wurden in allen Medien veröffentlicht. Zwei andere Verdächtige, die seit Montag in Athen in Haft sitzen, wurden bereits wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchten Totschlags angeklagt.

    Die Bundesregierung will die Luftfrachtkontrollen verbessern. «Es geht vordringlich darum, weltweit strengere Kontrollen durchzusetzen, um Terroranschlägen vorzubeugen», sagte Merkel der «Passauer Neuen Presse». Ein Arbeitsstab der Regierung prüft, ob die Bundespolizei künftig auch die Luftfracht kontrollieren soll. Dies fordert der Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl (CSU). Die Gewerkschaft der Polizei forderte von de Maizière, auf Stellenstreichungen bei der Bundespolizei zu verzichten.

    Hinter den Attacken auf ausländische Botschaften in Athen und Regierungschefs im Ausland werden linksextremistische Terroristen vermutet, die sich gegen die harten Sparpläne für Griechenland wenden. Die Bundesregierung sieht daher bei der Paketbombe im Kanzleramt keine Verbindung zu den Luftfracht-Bomben aus dem Jemen, die vergangene Woche in Dubai und Großbritannien rechtzeitig entdeckt wurden. Dahinter wird das islamistische Terrornetz Al-Kaida vermutet. Eine der in Toner-Kassetten von Druckern versteckten Bomben wurde in Köln/Bonn umgeladen.

    Eine aus Griechenland stammende Paketbombe an Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ging am Flughafen Bologna in Flammen auf. Verletzt wurde niemand. Italien kündigte strengere Kontrollen im Luftverkehr an. Das Paket wurde gefunden, weil das niederländische Postunternehmen TNT wegen der Sendung an Merkel ihre Kontrollen verschärft hatte. Italiens Innenminister Roberto Maroni schloss nicht aus, dass italienische Anarchisten hinter dem Paket stecken.

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