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Mainz

Ab heute wird gefastet – oder nicht

Fasten ist modern geworden – und variabel: Dabei geht es nicht mehr nur um den Verzicht auf Nahrungsmittel wie Süßigkeiten, Alkohol oder Chips.

Mainz – Fasten ist modern geworden – und variabel: Dabei geht es nicht mehr nur um den Verzicht auf Nahrungsmittel wie Süßigkeiten, Alkohol oder Chips.

Jürgen zum Beispiel lässt sein Auto stehen, Sabrina will bis Ostern kein Fernsehen schauen, und Beate will einen neuen Versuch starten, sich das Rauchen abzugewöhnen. Erstaunlich auch, was eine aktuelle Umfrage "Auf was würden Sie am ehesten verzichten?" der Deutschen Angestellten Krankenkasse ergeben hat: Neben Alkohol, Süßigkeiten und Fernsehen würde angeblich jeder Dritte in der Fastenzeit auf sein Handy verzichten. So vielfältig die Varianten, so unterschiedlich die Motivationen: Die einen wollen sich beweisen, dass sie nicht von bestimmten Genussmitteln oder Konsumgütern abhängig sind. Andere möchten etwas für die Gesundheit tun und/oder für die Umwelt tun.

Für beides geeignet ist die seit vielen Jahren regelmäßig von Katholischer und Evangelischer Kirche veranstaltete Aktion "Autofasten", die zu einem veränderten Verkehrsverhalten des Einzelnen beitragen möchte. Sein eigenes Verhalten im Alltag überprüfen, Alltagsgewohnheiten überdenken und damit vermutlich Veränderungen einleiten – das wollen auch die Teilnehmer der Aktion "Sieben Wochen ohne", die die Evangelische Kirche in Deutschland 1983 ins Leben gerufen hat. Jeder kann entscheiden, auf was er sieben Wochen verzichtet, gleichzeitig wird in jedem Jahr ein Motto ausgegeben, das die Gedanken auf einen kritischen Punkt im täglichen Leben richten soll: Nach jeweils sieben Wochen ohne Geiz, ohne Scheu, ohne Zaudern und ohne Ausreden heißt es in diesem Jahr "Gut genug! – Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz".

Und dann gibt es auch Menschen, die mit dem Fasten nicht eigene Vorteile im Blick haben, sondern zum Beispiel auf das Schicksal anderer Bevölkerungsgruppen aufmerksam machen wollen.

Zu letzteren gehören zum Beispiel die Wallfahrer, die am 21. Februar von Nackenheim nach Speyer wandern, um dort am 24. Februar die bundesweite Eröffnung der Misereor-Fastenaktion mitzuerleben. Das Hilfswerk der Katholischen Kirche lenkt in den diesjährigen Fastenwochen den Blick auf Kinder und Jugendliche in den Elendsvierteln großer Städte: Sie haben kein sicheres Dach über dem Kopf, kaum Essen, kein sauberes Trinkwasser und müssen oft Tag für Tag schwere Arbeiten verrichten. Irmela Heß

Info: www.autofasten.de, www.7wochenohne.de

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