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    Über eigenes Tuch gestolpert: Bulle verletzt Torero tödlich

    Als der Stierkämpfer über sein eigenes Tuch stolpert, wird er zur leichten Beute für den Bullen. Ein Torero ist in Frankreich von einem Stier aufgespießt und tödlich verletzt worden. Das blutige Drama in der Arena heizt die Kontroverse um den Stierkampf neu an.

    Ivan Fandino
    Der spanische Stierkämpfer Ivan Fandino während eines Kampfes in Pamplona im Jahr 2016.
    Foto: Jesus Diges - dpa

    Aire-sur-l'Adour (dpa) - Ein Bulle hat einen spanischen Stierkämpfer mit den Hörnern aufgespießt und tödlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich Medienberichten zufolge am Samstag in der Stierkampfarena von Aire-sur-l'Adour im Südwesten Frankreichs.

    Laut der Regionalzeitung „Sud Ouest“ stolperte der 36-jährige Ivan Fandiño in der Arena über sein eigenes Tuch und wurde - im Staub liegend - zur leichten Beute für den verletzten Bullen. Der tödliche Unfall heizt die Kontroverse über den Stierkampf neu an, den Befürworter als Tradition und Gegner seit langem schlicht als Tierquälerei sehen.

    Nach dem Sturz des bekannten Matadors, der schon 2011 und 2014 bei Stierkämpfen schwer verletzt worden war, bohrten sich die Hörner des Stiers in seinen Oberkörper. Auf dem Weg ins rund 30 Kilometer entfernte Krankenhaus erlitt Fandiño laut der französischen Nachrichtenagentur AFP zwei Herzstillstände. Er starb noch vor der Ankunft in der Klinik. In Spanien starb zuletzt im vergangenen Jahr ein Torero in der Arena, in Frankreich wurde der bislang letzte Tod laut dem Sender France Info im Jahr 1921 verzeichnet.

    Spanien würdigte den Stierkämpfer am Sonntag. „Unsere tiefe Ehrerbietung und unser Gedenken für Ivan Fandiño, eine große Figur des Stierkampfes“, reagierte das Königshaus. „Mein tiefstes Beileid an die Familie und die Freunde von Iván Fandiño“, schrieb Ministerpräsident Mariano Rajoy. Auch Fußball-Nationalspieler und Real-Madrid-Abwehrmann Nacho, würdigten den Torero. „Ruhe in Frieden, Maestro!“, schrieb Nacho auf Twitter.

    Gerade im französischen Baskenland und in Spanien wird seit Jahren über die Stierkampftradition gestritten. Für viele ist die „Corrida“ eine Kunst und ein Nationalsymbol. Für Gegner des Brauchtums ist das umstrittene Spektakel brutale Tierquälerei, bei der die Stiere oft zu Tode gefoltert werden. Vor wenigen Wochen protestierten Tausende Menschen in Spanien für ein landesweites Verbot von Stierkämpfen und eine Verschärfung der Tierschutzgesetze.

    Auch in Frankreich gab es harsche Reaktionen in den sozialen Medien auf das Todesdrama in der Arena. „Wo ist das Drama? Er hat gespielt. Er hat verloren. Ist es ein Drama, wenn ein Stierkämpfer verliert?“, hieß es in einer Reaktion auf Twitter. „Das Drama ist nicht, dass ein Torero gestorben ist, sondern dass dieser Blödsinn im Jahr 2017 noch immer nicht verboten ist“, meinte ein weiterer. Andere jedoch äußerten sich empört über die zynischen Kommentare. Mit Marie Sara kandidierte in Südfrankreich am Sonntag auch eine ehemalige Stierkämpferin für einen Sitz in der Nationalversammlung.

    Zwar geraten Stierkämpfer immer wieder in dramatische Situationen und verletzen sich schwer, Todesfälle aber sind selten. Zuletzt wurde in Spanien 2016 der Stierkämpfer Víctor Barrio von einem gut 500 Kilogramm schweren Bullen zu Boden gestoßen und aufgespießt. Zu einem spektakulären Unfall kam es im vergangenen Jahr im spanischen Saragossa: Torero-Legende Juan José Padilla, der bei einem Auftritt 2011 sein linkes Auge verloren hatte, wurde vom einem Bullen mit einem Horn an der Augenklappe getroffen und unter dem Aufschrei der Zuschauer zu Boden gerissen. Er kam mit leichten Verletzungen davon.

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