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    Musik-Institut Koblenz: Vorweihnachtsfreude in der Konzerthalle

    Drei Jahrzehnte lang hatte das Musik-Institut Koblenz in der Vorweihnachtszeit quasi abstinent gelebt, hatte bei seinen Anrechtskonzerten in der Rhein-Mosel-Halle auf das Bach'sche "Weihnachtsoratorium" BWV 248 verzichtet.

    Mathias Breitschaft, bis 2012 Mainzer Domkapellmeister, leitet seit Anfang des Jahres den des Chores des Musik-Instituts Koblenz.
    Mathias Breitschaft, bis 2012 Mainzer Domkapellmeister, leitet seit Anfang des Jahres den des Chores des Musik-Instituts Koblenz.

    Von unserer Mitarbeiterin Lieselotte Sauer-Kaulbach

    Jetzt war offenbar die Zeit wieder einmal reif dafür - schließlich wird das Traditionsensemble seit Beginn dieses Jahres von Mathias Breitschaft geleitet, bis 2012 Mainzer Domkapellmeister und nicht nur in dieser Funktion mit Oratorien praktisch imprägniert.

    Auf dem Programm standen die Kantaten eins bis drei - und noch dazu die sechste. Diese Zusammenstellung ist nicht ganz alltäglich, gewöhnlich halbieren Veranstalter die sechs Kantaten zuhörerfreundlich. Doch für die Einbeziehung der das Oratorium so festlich abrundenden sechsten Kantate spricht beispielsweise auch, dass mit ihr auch die Sopran-Solistin (in den Teilen eins bis drei mit vergleichsweise wenig Musik bedacht) mit dem in Kantate sechs zentralen "Nur ein Wink von seinen Händen" zu ihrer Arie kommt. Mechthild Bach, beim bis zum zweigestrichenen A kletternden Engelswort "Fürchtet euch nicht" noch leicht angestrengt, erweist sich in dieser Arie und im Duett "Herr, dein Mitleid" mit Hans Christoph Begemann (Bass) als erfahrene, verlässliche Oratoriensängerin. Begemann hat seinen glänzendsten Auftritt beim hymnischen "Großer Herr", meistert die atemberaubenden Melismen trotz des hohen Tempos, das Breitschaft in der ersten Kantate vorgibt, bravourös.

    Mit diesem hohen, auch in den bewegten Turbachören (Volkschören) angeschlagenen Tempo setzt er allerdings den Chor auch etwas unter Druck. Ausgleich dafür bieten die ruhigen Choräle, in denen er seinen Sängern Zeit lässt, überzeugend und Wort für Wort am Ausdruck zu feilen. Dem Ausdruck spürt auch besonders einfühlsam die Mainzer Mezzosopranistin Regina Pätzer in den Alt-Arien nach, vom sehnsuchtsvollen "Bereite dich, Zion" bis zum wiegenliedhaften "Schlafe, mein Liebster". Ihr leicht herbes Timbre kontrastiert dabei reizvoll zum süßen Schmelz dieser Arien. Als Evangelist und in den Tenorarien profiliert sich Markus Schäfer durch Klarheit und Textverständlichkeit, gepaart - in der nachdrücklich die Hirten zur Eile mahnenden Arie "Frohe Hirten" - auch mit stimmlicher Virtuosität.

    Die Holzbläser der Rheinischen Philharmonie, die Flöten und Oboen sind anschmiegsame Begleiter in einem Großteil der Arien und Rezitative. Gefallen können auch die umfassend geforderten Trompeten, die den Eingangschören den rechten Festglanz geben, oder die sich ganz wunderbar einschmeichelnden Streicher beim die zweite Kantate eröffnenden pastoralen Siciliano. Da kommt sogar in der eher nüchternen Atmosphäre der Rhein-Mosel-Halle eine Art vorweihnachtliche Erwartungsfreude auf.

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