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Berlin

«Live At Knebworth»: Mit Robbie Williams im Pop-Mekka

dpa

Robbie Williams steht die Nervosität ins blass-graue Gesicht geschrieben. Seine Haare sind verwuschelt. Ihm sei körperlich schlecht, er würde im Augenblick lieber am Strand sein, gibt er zu Protokoll. Es ist ein heißer Augusttag 2003.

Robbie Williams
Robbie Williams gab beim Open Air in Knebworth vor zehn Jahren alles.
Foto: Facundo Arrizabalaga – DPA

«Ich kann es kaum erwarten, zurückzublicken und 'Wow!' zu sagen», tröstet er sich selbst kurz vor der Show in Knebworth. Da grinst er schon wieder.

Der Wunsch des Popstars ist schnell in Erfüllung gegangen. Wenige Wochen nach dem Konzert wurde dessen Mitschnitt schon als Video-DVD «What We Did Last Summer» veröffentlicht. Zum zehnten Jubiläum erscheint sie nun unter dem Titel «Robbie Williams Live At Knebworth», technisch überarbeitet und um weiteres audiovisuelles Material inklusive eines fast 14-minütigen Blicks hinter die Kulissen ergänzt.

Es fühle sich inzwischen an wie eine außerkörperliche Erfahrung, wenn er sich daran erinnere, wie er damals mit dem Kopf nach unten, die Arme nach rechts und links ausgestreckt, von einem Kran auf die Bühne herabgelassen wurde, bekennt der 39-Jährige auf seiner Website. War das wirklich er? Ja, und mit dieser Anfangsszene ist es ihm gelungen, sich als eine Art übermenschlichen Pop-Messias zu inszenieren. Unnahbar ist er aber nicht. Er lässt während der zweistündigen Show die Kameras immer wieder ganz nah an sich heran, flirtet mit ihnen genau wie mit dem Publikum.

«Let Me Entertain You» singt er den 125 000 Fans zu Beginn entgegen – und er hält Wort: ein großes Konzert.

Der Auftritt in Knebworth (an drei Tagen in Folge) sei für ihn wie das Publikum etwas ganz Besonderes gewesen, kommentiert der ehemalige Boygroup-Star, das «Wir-Gefühl», das sich breitgemacht habe, bleibe ihm unvergesslich. Es sei für ihn «wie Gold bei den Olympischen Spielen zu holen» gewesen, schreibt er. Vor ihm waren schon in den Jahren zuvor Größen wie die Stones, Deep Purple, Elton John oder Eric Clapton im englischen Pop- und Rock-Mekka Knebworth aufgetreten, einer kleinen Gemeinde nördlich von London.

Ob Williams 2003 bereits den Zenit seiner Karriere erreicht hatte, darüber lässt sich streiten. Auf jeden Fall ist es ihm zwei Jahre später gelungen, an nur einem einzigen Tag 1,6 Millionen Konzerttickets zu verkaufen, wie «Spiegel Online» 2005 berichtete. Auch seine Alben landen weiterhin regelmäßig auf dem ersten Platz der Charts. Das gilt auch für sein bisher letztes, «Take The Crown», mit dem er gerade auf Europatournee unterwegs ist.

Für den 7. August hat er sich in München angekündigt, am 11. August will er Station in Stuttgart machen.

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