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Junge Jazzerinnen in Moers

Moers (dpa). Das renommierte Jazzfest in Moers ist im 39. Jahr von Dissonanzen und Harmonien begleitet. Im Zuge der Finanzkrise wird es von Freitag bis Pfingstmontag in der Stadt am Niederrhein zum letzten Mal an vier Tagen veranstaltet.

Von 2011 an wird aus Spargründen der Pfingstmontag gestrichen. «Es soll aber keine qualitative Reduzierung geben», erklärte Festivalleiter Reiner Michalke, der seit fünf Jahren das Programm gestaltet, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Das ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann.»

Über Pfingsten will Michalke, dessen Vertragsverlängerung auf einem guten Weg ist, jedoch abseits des Sparzwangs noch einmal die pralle Schatulle der innovativen Musik öffnen. «Moers ist für jeden Veranstaltungsmacher ein Eldorado, man muss keine großen Namen präsentieren», sagte er zu seiner Spurensuche in aller Welt. «Es ist ein schönes Gefühl, aus dem Vollen schöpfen zu können.»

Dabei greift er bei seinem fünfjährigen Jubiläum aber auch auf Altbewährtes zurück. Mit Matana Roberts, Arve Hendriksen und Peter Brötzmann kommen Künstler, die schon bei seinem Beginn in Moers dabei waren. Auch Bill Frisell, Arto Lindsay oder Fred Frith gehören nicht zu den Neuentdeckungen. «Es sind Musiker, die sich weiterentwickeln und immer noch tonangebend und stilbildend sind», sagte Michalke, der ein Programm zusammengestellt hat, «das Spaß machen und Informationen liefern soll».

Während er bei seinen vorherigen Festival-Programmen auf eine roten Faden verzichtet hat, sind in diesem Jahr bei aller Vielfalt zwei thematische Schwerpunkte zu erkennen: Die Gitarre als ein prägendes Element mit Virtuosen wie Frisell, Frith, Linsay oder Terje Rypdal sowie eine Reihe von junger Frauen. Zu ihnen zählen «Miss Platnum» (Ruth Maria Renner), die eine Mischung aus Balkan-Sound und Rhythm & Blues präsentieren wird; Dobet Dohoré, Afrikas Stimme der improvisierten Musik, oder die Rock'n Roll-Sängerin Toshi Reagon aus New York. «Keine der Frauen kommt aus dem Jazz, sie überzeugen aber mit starker Musik», meinte Michalke.

Eröffnet wird das Jazzfest in Moers durch die norwegische Bergen Big Band. Unter dem Titel «Crime Scene» will sie das Zirkuszelt im Moerser Schlosspark mit dem Gitarristen Terje Rypdal und zwei weiteren Solokünstlern zum Tatort des modernen Jazz machen. Ein Höhepunkt für Jazz-Liebhaber könnte auch das Steve Lehman Octet mit seiner sehr speziellen Mixtur aus Komposition und Improvisation, Elektronik und Akustik werden.

Neben Künstlern aus Afrika, Europa, den USA oder Lateinamerika wird das Festival auch eine Plattform für deutsche Musiker werden. Dazu zählen Georg Graewe und das GrubenKlangOrchester und der aus dem Allgäu stammende Trompeter Matthias Schriefl mit seinem Shreefpunk plus Big Band.

www.moers-festival.de

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