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Jackson abgeschirmt im «Disneyland der Toten»

Los Angeles/New York (dpa) – Ein Jahr nach dem Tod von Michael Jackson erinnern in der ganzen Welt Zehntausende Fans an den «King of Pop». Allein in den USA gibt es viele größere Veranstaltungen, die meisten davon in Kalifornien, wo Jackson zuletzt lebte.

Forest Lawn Memorial Park
Michael Jacksons letzte Ruhestätte.

Allerdings gibt es an vielen Orten auch erhebliche Restriktionen. Vor allem die Hunderte, die am Freitag an seinem Grab auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Glendale bei Los Angeles erwartet werden, müssen sich an strenge Auflagen halten.

So wird nach Angaben der «Los Angeles Times» der Zugang zu Jacksons Grab stark beschränkt. Zudem sei es verboten, Ballons oder Tauben aufsteigen zu lassen. Was die meisten Fans am stärksten schmerzen wird: Auch das Singen von Jackson-Liedern oder tanzen ist untersagt. Die Polizei will auch keine Camper auf dem Friedhof dulden, ein Parkverbot für die 24 Stunden zuvor aussprechen und keine Straßenverkäufer zulassen. Das Mausoleum, in dem Jackson ruht, soll auch am ersten Todestag für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben.

Im Volksmund heißt die hügelige Prachtanlage mit Springbrunnen und Kunstwerken auch «Disneyland der Toten» – und das sicher nicht nur, weil der Vater der Micky Maus, Walt Disney, dort begraben ist. Auf den Grabsteinen und Inschriften der Gruften sind Namen wie Jimmy Stewart, Spencer Tracy, Sammy Davis Jr., Errol Flynn und Humphrey Bogart zu lesen. Auf der «Holy Terrace» (Heilige Terrasse) in dem Mausoleum, wurden vor Jackson schon Stars wie Clark Gable und Jean Harlow bestattet. Dort stehen kostbare Nachbildungen von Michelangelos David bis zu Leonardo da Vincis «Abendmahl»-Gemälde aus buntem Fensterglas.

Nur Angehörige und geladene Trauergäste dürften die streng überwachte Gruft betreten. Jacksons Ex-Ehefrau Lisa Marie Presley hatte im Mai nach einem Besuch in ihrem MySpace-Blog darüber geklagt, dass das Grab des «King of Pop» nur mit wenigen Blumen, Kerzen und Geschenken geschmückt sei. Ein Blumenhändler lieferte wenig später prompt tausende Sonnenblumen ab.

In seinem Testament verlor der Sänger kein Wort über den Ort, an dem er einmal begraben sein wollte. Pech für seine Fans, dass er im Tod wie schon im Leben weitgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmt wird. Elvis-Fans können zum Grab des «King of Rock 'n' Roll» pilgern, das neben seiner einstigen Villa «Graceland» in Memphis (US-Staat Tennessee) liegt. Seit dem Tod von Marilyn Monroe am 5. August 1962 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Verehrer der Schauspielerin ihre Grabstelle auf dem kleinen Friedhof im Westwood Village Memorial Park unweit von Beverly Hills mit frischen Blumen schmücken.

Bruder Jermaine war mit seinem Wunsch nach einer Beisetzung auf Jacksons Neverland Ranch bei Santa Barbara abgeblitzt. Vater Joe hatte eine Gedenkstätte in der Spielerstadt Las Vegas vor Augen, doch schließlich setzte sich Mutter Katherine mit ihrem Wunsch nach einem vor Grabschändung sicheren Platz durch, spekulierten damals die US-Medien.

Am Ende könnte Jackson doch noch ein Denkmal erhalten. In seiner Geburtsstadt Gary im US-Bundesstaat Indiana will seine Familie ein Museum mit einem Kulturzentrum errichten. Der Bürgermeister der 100 000-Einwohner-Stadt und Joe Jackson schlugen Anfang Juni bei der Verkündung der Pläne große Töne an. Das Projekt könnte 500 000 bis 750 000 Besucher pro Jahr anziehen, so die Prognose.

Möglicherweise wird Mutter Katherine mit Jacksons Kindern Prince, Paris und Blanket am ersten Jahrestag des Todes ihres Sohnes in Gary Zuflucht suchen. Der Internetdienst «Tmz.com» erfuhr aus dem Umfeld der Familie, sie wollten dem möglichen Trubel in Los Angeles entkommen.

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