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Hamburg

Bezwingend präsent: Tord Gustavsen Ensemble

dpa

Mit «Restored, Returned» schlägt Tord Gustavsen ein neues Kapitel auf. Mit einem größeren Ensemble bleibt er dabei dem von ihm selbst zutreffend als «Nordic-Carribean-Gospel-Blues» beschriebenen Sound treu und erschafft neue Werke von mystischer Schönheit und dunkler Eleganz.

Tord Gustavsen Ensemble
Jarle Vespestad (l-r), Tord Gustavsen, Tore Brunborg, Mats Eilertsen und Kristin Asbjørnsen.
Foto: Hans Fredrik Asbjørnsen

Nach drei äußerst erfolgreichen Alben in Trio-Formation hat der Norweger sein Ensemble um zwei Stimmen erweitert. Noch dabei ist Schlagzeuger Jarle Vespestd mit seinem geradlinigen und melodiebetonten Spiel. Mats Eilertsen hatte zuvor bereits Harald Johnsen am Bass abgelöst, so dass mit dem Saxofonisten Tor Brunborg und der Vokalistin Kristin Asbjørnsen eine fünfköpfige Gruppe entstanden ist.

Den Pianisten Gustavsen interessieren dabei mehr die Besetzungsmöglichkeiten eines Quintetts, als die mit fünfköpfigen Gruppe erreichbare Klangfülle. Für alle Kompositionen des Albums hat er darum folgerichtig verschiedene Konstellationen genutzt: Im Duo, Trio und im Quartett. Entstanden sind elf Meisterwerke von hypnotischer Kraft.

Die Perlenkette der schlicht arrangierten Kostbarkeiten beginnt mit «The Child Within», einem wunderschönen Wiegenlied für Brunborgs Tenorsax, das sich später instrumental auffächert. «Way In» beginnt mit einem Pianosolo, das zu einem Duett mit Drummer Vespestad führt, bevor auch Eilertsen ausreichend Raum erhält sich bassistisch vorzustellen.

Kristin Asbjørnsen mit ihrer rauen, ausdrucksstarken Stimmen verleiht «Lay Your Sleeping Head, My Love», einem profanen Gospelsong, eine unmittelbar sinnliche Note. Auch die ausgewählten Verse von W.H. Auden interpretiert die Sängerin ungemein stimmungsvoll. Die Verbindung von Klarheit und Geheimnis in den Gedichten des Engländers hat Gustavsen sofort angesprochen; perfekte Textvorlagen für seine Klangwelten: «Ich möchte, dass sich die Lyrik in Verbindung mit Musik sofort erschließt.»

Gustavsen schöpft aus vielen Quellen und so finden sich in seiner Musik neben Blues, Gospel und New Orleans Jazz auch Stimmungen der Kirchenmusik seiner nordischen Heimat. Bei genauem Hinhören erst erschließt sich der Detailreichtum der scheinbar schlichten Kompositionen dieses Meisters der leisen Töne, der den fragilen und beruhigenden Klang sucht, «der die Melodien leuchten lässt.»

Gustavsen ist im Rahmen der Jazz Today Reihe mit Dieter Ilg unterwegs: 11.04. Erlangen (E-Werk), 12.04. München (Carl-Orff-Saal), 13.04. Darmstadt (Centralstation), 14.04. Karlsruhe (Tollhaus), 15.04. Kaiserslautern (Kammgarn), 16.04. Mainz (Frankfurther Hof), 17.04. Mannheim (Alte Feuerwache), 18.04. Ulm (Roxy), 19.04. Stuttgart, (Theaterhaus), 20.04. Düsseldorf (Savoy Theater), 21.04. Lübeck (Musik- und Kongresshalle), 22.04. Berlin (Quasimodo), 24.04. Hamburg (Kampnagel), 25.04. Oldenburg (Kulturetage), 26.04. Dortmund, (Konzerthaus), 27.04. Bonn (Harmonie)

www.tordgustavsen.com

www.ecmrecords.com

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