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Hockenheim

Schneller, schöner, besser: DTM will «durchstarten»

dpa

Schluss mit der Heimlichtuerei: Mercedes, Audi und Rückkehrer BMW haben auf dem Hockenheimring erstmals ihre neuen Rennwagen für das Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) vorgestellt.

Hockenheimring
Auf dem Hockenheimring beginnt mit dem Rennen am 29. April die DTM-Saison. Jürgen Tap
Foto: DPA

In den vergangenen Monaten hatten die drei Hersteller ihre Boliden noch vor neugierigen Blicken abgeschottet. «Die Autos waren immer schon spektakulär, jetzt sind die Coupés noch eine Spur aerodynamischer», meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zum Auftakt der viertägigen Testfahrten.

Dabei sind die wichtigsten Veränderungen von außen gar nicht sichtbar. Mit einer Sicherheitszelle für den Fahrer und neuen sogenannten «Crashern» an den Fahrzeugseiten wurde der Schutz der Fahrer verbessert. Diese Änderungen des Reglements erarbeiteten die Hersteller gemeinsam mit dem Deutschen Motor Sport Bund. «Es sind alle ans Limit ihrer Leistungsfähigkeit gegangen», sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. «Das war es absolut wert.»

Mit der Rückkehr von BMW und den im Schulterschluss der Hersteller erarbeiteten neuen Regeln soll für die DTM eine neue Ära beginnen. «Das ist ein Durchstarten», sagte Haug am Hockenheimring, wo die Rennserie am 29. April in die neue Saison startet.

«Wir sind der Neuling, aber der ambitionierte Neuling», kündigte Jens Marquardt, Motorsport-Direktor von BMW. «Wir mussten Autos bauen, die wir in den letzten 20 Jahren nicht gebaut haben. Wir wissen, dass wir in einigen Bereichen Nachholbedarf haben. Den gilt es so schnell wie möglich aufzuholen.» Helfen soll dabei Titelverteidiger Martin Tomczyk, den BMW von Audi abwarb. Von Mercedes kam der kanadische Vorjahres-Dritte Bruno Spengler. Dennoch ist das Leistungsvermögen der Münchner nach 20 Jahren Pause schwer einzuschätzen.

BMW lockte letztlich auch das neue Reglement zurück in die DTM. Denn die Sicherheit wurde zwar erhöht, aber die Kosten gesenkt. «Man hat für weniger mehr», brachte es Haug auf den Punkt. Rund 50 Fahrzeugteile, wie etwa den einheitlichen Tank, erarbeiteten die Hersteller gemeinsam. Beim Motor, den Radaufhängungen oder der Aerodynamik konnten sich die Entwickler austoben. «Es gab genug Freiraum für die Hersteller, sich zu verwirklichen», sagte Ullrich.

Die Autos sind nun größer und schwerer geworden. Kein Wunder: Schließlich dürfen die Fahrer künftig während des Rennens nicht mehr zum Auftanken an die Box kommen, sondern müssen mit vollem Tank durchfahren. Geschaltet wird wie in der Formel 1 am Lenkrad. «Das macht die Sache etwas einfacher», meinte Spengler.

Nicht nur für BMW heißt es in der DTM zurück in die Zukunft: Mercedes gab bekannt, mit dem 20 Jahre alten Spanier Roberto Merhi, dem Kanadier Robert Wickens (22) und Christian Vietoris (23) aus Gönnersdorf im Mercedes AMG C-Coupé ein neues Junior-Team an den Start zu schicken. Die erste Nachwuchs-Crew mit dem Stern fuhr Anfang der neunziger Jahre in der Sportprototypen-WM. Die Fahrer damals: Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger.

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