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    Bingen

    Zündelnder Feuerwehrmann muss zweieinhalb Jahre in Haft

    Weil er Action wollte, ist ein Feuerwehrmann aus Bingen zum Feuerteufel geworden. Das Landgericht Mainz verurteilte den 21-Jährigen zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren Gefängnis.

    Foto: dpa

    Bingen - Der letzte Tag des Brandstifter-Prozesses am Mainzer Landgericht bot noch einmal ganz großes Theater.

    Kameras surrten vor Verhandlungsbeginn, um die Protagonisten für das Fernsehen einzufangen und auch die Pressebank war deutlich besser besucht als üblich. Diese Bühne wussten Staatsanwaltschaft und Verteidigung mit langen Plädoyers zu nutzen. Am Ende stand das Urteil fest: Zweieinhalb Jahre muss der 21-jährige ehemalige Feuerwehrmann wegen achtfacher Brandstiftung und einer Sachbeschädigung in Haft.

    Doch das Prozessende ist zumindest in einer Hinsicht unbefriedigend, da der schlimmste Brand in einem Palettenlager letztlich ungeklärt bleibt. Das Feuer, bei dem bis zu 20.000 Holzpaletten zerstört wurden, und das einen Sachschaden von etwa 100.000 Euro verursacht hatte, konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. "Die Technik hat ihre Grenzen", bekannte der Vorsitzende Richter Reinhold Koch mit Blick auf einen Peilsender, der am Auto des Angeklagten angebracht worden war. Für den 17. Januar 2011 - der Tag des Großfeuers - lieferte das GPS-Gerät jedoch keine aussagekräftigen Werte.

    Neun andere Feuer zwischen Sommer 2009 und Januar 2011 hatte der 21-Jährige Binger dagegen gleich zu Beginn des Prozesses eingestanden. Damit verursachte er einen Gesamtschaden von 40.000 Euro. Der Erklärung des Bingers, er habe niemanden Schaden wollen, lehnte Koch als "krude" ab. Allein einen Reiterhof habe er sechs Mal heimgesucht, und auch die Feuerwehr sei durch ihn geschädigt worden. "Verantwortungslos, egoistisch und narzisstisch" seien die Taten gewesen, diagnostizierte Koch. Um Frust abzubauen, Anerkennung bei seinen Kameraden zu finden, und um "Action" zu erleben, habe er Mülltonnen sowie Heuballen angezündet.

    "In der Tat, er ist ein unreifer Wichtigtuer", sagte Staatsanwalt Wigbert Woog. Aufgrund dieser Defizite der persönlichen Entwicklung sei das mildere Jugendstrafrecht anzuwenden. Woog forderte zwei Jahre und neun Monate Haft. Verteidiger Uwe Marschalek betonte dagegen die Geständigkeit und Einsicht seines Mandanten: "Die Reue ist auch glaubwürdig." Daher hoffte er auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Vergeblich, wie das Urteil zeigt. In einem aber folgte die 3. Strafkammer dem Anwalt: Das Gericht empfiehlt, wie auch vom Anwalt angeregt, eine Therapie. Ob eine Revision angestrengt wird, ist unklar.  Heiko Beckert

    Brandschützer verwandelt sich in einen FeuerteufelEx-Feuerwehrmann wegen Brandstiftung vor Gericht
    Mainzer Rhein-Zeitung
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