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Zitterpart(y) am Rhein: Fans fiebern mit DFB-Elf mit

EM-Rausch am Rhein: rund 3 500 Fußball-Fans haben am Sonntagabend bei Kaiserwetter am Mainz-Strand den Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Viertelfinale gefeiert. Gegen die Nachbarn aus Dänemark gab es nach einer Zitterpartie einen knappen 2:1 Sieg

Der Mainzstrand platzte beim Spiel gegen Dänemark gegen Deutschland aus allen Nähten. Endlich war das richtige Wetter für Public Viewing unter freiem Himmel. Und bei freiem Eintritt natürlich.
Der Mainzstrand platzte beim Spiel gegen Dänemark gegen Deutschland aus allen Nähten. Endlich war das richtige Wetter für Public Viewing unter freiem Himmel. Und bei freiem Eintritt natürlich.
Foto: Bernd Eßling

Mainz – EM-Rausch am Rhein: rund 3 500 Fußball-Fans haben am Sonntagabend bei Kaiserwetter am Mainz-Strand den Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Viertelfinale gefeiert. Gegen die Nachbarn aus Dänemark gab es nach einer Zitterpartie einen knappen 2:1 Sieg.

Bereits eine Stunde vor dem Spiel hat sich eine große schwarz-rot-goldene (und DFB-grüne) Menge am Strand versammelt. Die Zuversicht in die deutsche Mannschaft kennt keine Grenzen. "Wenn wir das heute verlieren, kommt Holland ins Finale", juxt der schwäbisch-griechische FußballVerrückte Nikolaos Gavalakis bereits vor Anpfiff freudetrunken. "Wir fahren heute einen ganz klaren Sieg ein", meint auch Markus aus Wiesbaden. "Und dann gibt's hier eine dicke, fette Party." Die zwei sind mit ihren Freundinnen über den Rhein "geflüchtet". In der hessischen Landeshauptstadt gibt es Public Viewing bislang nur in den Kneipen. "Der Löw hat 'ne Super-Truppe hingezaubert", analysieren sie die Ausgangslage der DFB-Elf, "jeder hat Respekt vor uns".

Dann Countdown zum Anpfiff. Eilig werden noch schwarz-rot-goldene Fähnchen auf die Backen geschminkt, Hüte und Schals zurechtgemacht. Vor der Leinwand herrscht dichtes Gedränge, jeder kämpft um einen guten Platz mit Sicht. Um 20.45 dann endlich der Anpfiff zur 90-minütigen Sause. Wer nicht weit genug vorne steht und über das Gardemaß von 1,90 Meter verfügt, verfolgt die Partie wippend auf den Zehen. Ein Auf und Ab ist sodann auch die erste Halbzeit. Kollektives Entsetzen als Thomas Müller in der sechsten Minute die Riesenchance zur Führung liegen lässt. Danach drängt die deutsche Mannschaft mit Macht in Richtung Dänen-Tor. Nervös werden werden die Fans ob der vergebenen Chancen nicht. In der 19. Minute ballert Lukas Podolski den Ball ins Tor, der Mainz-Strand explodiert. Ein Böller kracht, Bier wird in die Luft, statt in den Gaumen geschüttet – euphorisierte Gesichter, wohin man blickt. Die Dänen aber kontern kühl. Der Ausgleich nur fünf Minuten später. Für einige Sekunden sind die deutschen Fans konsterniert, dann schlägt der Schock in Trotz um. "Auf geht's Deutschland schieß ein Tor", singen sie. Kaum einer zweifelt auch jetzt am Viertfinale in Danzig. Das deutsche Spiel hält der guten Stimmung dann aber nur noch bedingt statt. ARD-Kommentator Tom Bartels sieht gar ein "krampfiges Spiel" der Deutschen. Umso entkrampfter wird am Strand weitergefeiert. Zur Zitterpart(y) gerät der Sonntagabend erst in Hälfte zwei. Dänemark macht Druck, das Undenkbare – ein Ausscheiden – wird auf einmal zumindest möglich. Ausgerechnet Neuzugang Lars Bender erlöst die Fans dann elf Minuten vor Ende. Der Rhein kocht endgültig über, es gibt kein Halten mehr. Zahlreich machen sich die Fans auf zum Autocorso: Start einer lauen, aber ausgelassenen Mainzer-Sommernacht.

Von unserem Mitarbeiter Martin Armbruster

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