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    VGH entscheidet über Klage zu Stopp von Atomkraftwerk Biblis

    Das stillgelegte Atomkraftwerk Biblis beschäftigt heute den Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Betreiber RWE will klären lassen, ob es rechtmäßig war, dass das Land Hessen das Werk vorübergehend stillgelegt hat.

    AKW Biblis
    Blick auf das Atomkraftwerk Biblis in Hessen.
    Foto: DPA

    Kassel - Das stillgelegte Atomkraftwerk Biblis beschäftigt heute (Mittwoch/10.30) den Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

    Der Atomkraftwerksbetreiber RWE will klären lassen, ob es rechtmäßig war, dass das Land Hessen das Werk Biblis nach der Atom-Katastrophe in Japan vorübergehend stillgelegt hat. Bei der Verhandlung geht es allerdings ausschließlich um die Zulässigkeit der Klage (Az.: 824/11.T und 6 C 825/11.T). Es wird nicht entschieden, ob die Anordnung des Ministeriums gerechtfertigt war.

    Das Umwelt- und Energieministerium in Wiesbaden hatte im März 2011 nach dem Unglück von Fukushima angeordnet, den Betrieb in den Blöcken Biblis A und B für drei Monate einzustellen. Als Grund waren Sicherheitsüberprüfungen angeführt worden. Die beiden 1974 und 1976 gebauten Atomreaktoren sind nach dem Beschluss zum Atomausstieg mittlerweile endgültig vom Netz gegangen.

    Obwohl RWE auch einen Abriss beantragt hat, kann es noch Jahre dauern, bis das Werk tatsächlich weg ist. Die Abriss-Genehmigungen - für jeden Block muss ein separater Antrag her - dürften nach RWE-Angaben frühestens 2015 vorliegen, eher später. Dann könnte der Rückbau noch einmal voraussichtlich 10 bis 15 Jahre dauern. Wohin mit dem Abfall? Sollte Schacht Konrad in Salzgitter nicht wie erwartet 2019 zur Verfügung stehen, müsste auch der schwach- und mittelradioaktive Abfall neben den Behältern mit hochstrahlendem Material noch so lange in Biblis bleiben, bis es eine andere Lösung gibt

    Immer wieder gab es schwere Pannen - eine Chronologie:

    • 1974: Im AKW legt Block A los, mit 1200 Megawatt Leistung als damals stärkster Einzelreaktor der Welt. Biblis B geht 1976 mit 1300 Megawatt ans Netz.
    • 1987: Einer der schwersten Störfälle in einem deutschen Atomkraftwerk: Durch ein offenes Ventil in Block A entweicht 15 Stunden lang radioaktiver Dampf. Der Vorfall wird erst nach fast einem Jahr durch eine Veröffentlichung in den USA bekannt.
    • 1995: Block B schaltet sich aus, als nach dem Ausfall einer Hochdruck-Hydraulikölpumpe die Ersatzpumpe nicht anspringt.
    • 2000: An einer Schweißnaht im Kühlsystem von Block A werden drei vermutlich seit Jahren vorhandene Risse festgestellt. Erste Hinweise darauf waren 1992 als Messfehler gewertet worden.
    • 2003: Biblis A wird für acht Monate stillgelegt. Bemerkt wurde, dass eine Ansaugöffnung des Notkühlsystem schon beim Bau der Anlage zu klein ausgelegt war.
    • 2004: Wegen einer Netzstörung springen in Block B die Notstromdiesel an und übernehmen die Stromversorgung für 30 Minuten, danach gab es wieder Strom von außen.
    • 2006: Bei einer Routine-Revision im abgeschalteten Block A werden fehlerhaft montierte Dübel aus dem Jahr 2001 festgestellt. Auch in Block B werden falsch montierte Dübel entdeckt, der Block wird daraufhin abgestellt. Rund 15 000 Dübel in beiden Reaktoren sind betroffen, ihr Austausch und die routinemäßige Wartung kosten zusammen 1,1 Milliarden Euro. Beide Blöcke stehen über ein Jahr lang still.
    • 2011: Das stillgelegte Atomkraftwerk Biblis wird nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur auch nicht als sogenannte Kaltreserve herhalten müssen.

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    Mainzer Rhein-Zeitung
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