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    Verrückte Literaturshow will sich in Mainz etablieren

    Her mit den jungen Autoren und ab in den Kulturclub "schon schön". In einer neuen Literaturshow sollen sie eine Plattform bekommen.

    Foto: rundumkiel.de/pixelio.de

    Mainz - Quasi aus der Not heraus ist Autorin und VHS-Schreibkursleiterin Henriette Clara Herborn nun auch Veranstalterin und Moderatorin.

    "Es gibt ja sonst keine Auftrittsmöglichkeiten für Jungautoren", erklärt die 32-Jährige mit Bestimmtheit. Deshalb rief Herborn eine Literaturshow ins Leben, die nun unter dem Titel "Schon gelesen?" im Kulturclub "Schon Schön", wo Herborn auch als Barkeeperin arbeitet, Premiere hatte.

    Ganz so schlimm stand es um die unabhängige Literaturförderung in Mainz dank einiger engagierter Veranstalter, unter anderem auch in studentischen Kreisen, zuvor nun auch wieder nicht. Ein offenes Mikrofon aber fehlte der Szene schon länger. Diese Lücke soll die Literaturshow künftig füllen: Neben einem angemeldeten "Stargast" können sich hier spontan bis zu sieben Teilnehmer auf der Leseliste eintragen und zehn Minuten lang Literarisches aller Art präsentieren. "Es ist aber kein Poetry-Slam", betont Herborn ausdrücklich. "Hier wird keiner bewertet, hier muss keiner groovy performen."

    Letzteres übernahm Herborn bei der Premiere der Veranstaltung selbst: Etwas zu überdreht setzte sie bei ihrer Moderation auf rotzigen Humor mit schmutzigen Worten, dazu gab es betont ironische Musikeinspieler, die alte Fernsehjingles zitierten. "Das hier ist eine Mischung zwischen Zirkus, Radio-Moderator Domian, Sendung mit der Maus und Zahnarzt", witzelte sie bei ihrer Begrüßung, und genauso irre und knallbunt wirkte das Ganze auch.

    "Ich möchte die offene Bühne ein bisschen fescher einkleiden", erklärt sie ihr Konzept. Leider gab es diesmal mehr Show als Literatur: Nur drei Mutige präsentierten vor einer rosa Wand mit Kitschgemälde ihre Kurzgeschichten. Dafür hatte die Leseparty ein erstaunlich großes Publikum, das beim beliebten Club "Schon Schön" momentan wohl zum Inventar gehört. Mit dem regional bekannten Autoren Dietmar Gaumann hatte Herborn einen unterhaltsamen "Stargast" geladen, und auch die Textbeiträge von Cornelia Hummel, Uwe Jung und Dominic Memmel konnten sich durchaus hören lassen. Musikalisch lockerte Sebastian Kraus das Programm mit spontanen Akkordeon- und Klaviereinlagen auf.

    Kombiniert ergab das ein verbesserungswürdiges, aber durchaus innovatives Kulturpaket, das gute Chancen hat, sich dauerhaft zu etablieren. Am Freitag, 1. April, geht die Show ab 20 Uhr in die zweite Runde. Auch darüber hinaus will Herborn die Kulturlandschaft bereichern: Unter anderem ist eine Veranstaltung im "Baron" auf dem Campus in der Mache.

    Eva Szulkowski

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