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VdK-Chef Peifer bleibt Antworten zu Vorwürfen schuldig

Erstmals nach seinem schweren Unfall im Februar diesen Jahres hat sich der VdK-Landesvorsitzende Andreas Peifer zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen rund um die Finanzsituation im VdK Rheinland-Pfalz geäußert. Das heißt: er hätte sich äußern können.

Foto: Braun

Denn ein Gespräch mit der MRZ wurde zunächst verschoben, um später die schriftlich eingereichten Fragen nur ausweichend oder gar nicht zu beantworten und so verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Tenor der Antworten: Schuld sind immer die anderen.

Deshalb stehen die Chancen derzeit alles andere als gut, dass der Verband in nächster Zeit die Chance erhalten könnte, durch personelle Konsequenzen zurück in ruhiges Fahrwasser zu gelangen. Auf die Frage, ob es angesichts der hohen finanziellen Schäden nicht folgerichtig wäre die Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten, ließ Peifer gänzlich unbeantwortet. Indes mehren sich aus dem Landesverband die Rücktrittsforderungen. Zu den Kreisverbänden, die Peifer bereits Ende Mai zum Rücktritt bewegen wollten, gesellt sich nun der 1150-Mitglieder starke Ortsverband Ochtendung aus dem Kreis Mayen dazu.

Weshalb für ein Pilotprojekt in zwei Landkreisen gleich 24 Autos bestellt wurden und Räume gleich für einen Zeitraum von zehn Jahren gemietet wurden ließ Peifer offen. Ebenfalls die Frage, welche Perspektiven die damals eingestellten, zum Teil schwerbehinderten Mitarbeiter noch haben, nachdem der Betrieb nach nur einem knappen halben Jahr eingestellt wurde, nunmehr haben, fand keine Antwort.

Wenig aufschlussreiches gab es zudem auch auf die Frage, weshalb das Hotel in Oberwinter für einen Preis von rund 80 000 Euro verpachtet wird, die Abschreibungssumme mit mehr als 130 000 Euro jedoch deutlich darüber liegt. Für das Integrationsprojekt IBL, eine Beratungsstelle für barrierefreies Bauen, soll sowohl intern als auch von einer "externen Organisationsberatung des Integrationsamts inhaltlich und wirtschaftlich geprüft" worden sein. Einzig: Es gibt keinen Markt für eine solche Beratung. Und wenn es einen gibt, wird er bereits durch etliche vergleichbare Stellen, wie sie auch viele Kommunen anbieten, abgedeckt. Bereits rund 250 000 Euro ließ sich der VdK Rheinland-Pfalz bislang diesen Spaß kosten, während die Mitarbeiter zum Däumchen drehen verdammt sind.

Probezeiten verlängert

Offenbar hat man im Verband versucht, den wirtschaftlichen Schaden etwa durch Abfindungen und teure Arbeitsgerichtsprozesse, zumindest in der ersten Jahreshälfte dadurch abzufedern, indem die vereinbarte Probezeit kurzerhand auf ein Jahr verlängert wurde. Der RZ liegen entsprechende Dokumente vor. "Aufgrund der geringen Auslastung" habe man sich noch kein "abschließendes Bild über die fachliche Kompetenz und Belastbarkeit als Mitarbeiter in dem Integrationsprojekt machen können", heißt es in dem Schreiben.

Indes offenbaren sich beinahe täglich neue Einzelheiten, wie sehr es in der Finanzabteilung des Verbandes drunter und drüber geht. Bereits im Mai 2010 bettelte ein Mitarbeiter regelrecht um eine personelle Aufstockung des Personals. Dennoch ist es kaum durch die personelle Situation erklärbar, dass Jahresbilanzen teilweise über mehrere Jahre hinweg nicht vollständig ausgewiesen werden konnten. Der Jahresabschluss für das Jahr 2011 ist ebenfalls noch nicht erstellt. Andreas Nöthen

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