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Mainz

Stolz auf die Idee von Partizipation

Der Kulturverein Peng zeigt ab Freitag Kunst auf gigantischer Ausstellungsfläche: Bis 28. April wird das ehemalige VW-Kraft-Autohaus am Binger Schlag mit Kunst, Musik, Performance bespielt.

Mainz – Mehr als 6000 Quadratmeter Fläche, 94 Künstler aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland, weit über 20 Veranstaltungen im Rahmenprogramm einer insgesamt 16 Tage dauernden, groß angelegten Aktion: Mit der Kunstschau "Part" betritt das studentisch geprägte Künstlernetzwerk Peng Neuland. Und begibt sich dabei in vielen Aspekten in Dimensionen, die auch für den stets regen und umtriebigen Verein ungewohnt sein dürften.

Versuch einer Einordnung: "Wir sind größer als das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt" sagt der Mainzer Künstler Oliver Kelm, einer der Initiatoren und Organisatoren. Kelm meint das zwar nicht bierernst, doch ihm und auch den weiteren Mitgliedern des Kernteams von "Part" ist ein gewisser Stolz anzumerken. Stolz darüber, dass man Bewerbungen von 140 Künstlern aus ganz Deutschland und dem Ausland für die Ausstellung bekommen hat, aus denen das Team 94 auswählte. Stolz, dass man diese große Veranstaltung bei freiem Eintritt und mit einem minimalen Budget von 7000 Euro auf die Beine gestellt hat.

Und Stolz darüber, dass man die Gunst der Stunde erkennen und nutzen konnte: Zumindest bis Ende Mai hat Peng seine Heimat im ehemaligen VW-Kraft-Autohaus am Binger Schlag gefunden, ein sehr begrenzter Zeitraum, doch das Potenzial der Räumlichkeiten für die Umsetzung eines solchen Projekts war eine zu große Verlockung, der das "Part"-Team folgerichtig erliegen musste. "Wir haben uns sofort in das Gebäude verliebt", unterstreicht der Künstler Thomas Richartz, eines von vier weiteren Mitgliedern des "Part"-Teams, "und organisieren hier in den Räumlichkeiten, die von ihrem ganzen Wesen her auf Präsentation ausgerichtet sind, gerade die größte Kunstschau, die Mainz je erlebt hat." Doch Größe ist nicht alles.

Denn hinter "Part", abgeleitet von Partizipation, steckt der Versuch, den Grundgedanken von Peng über die Grenzen der Stadt zu tragen: Einen offenen Raum zur Verfügung zu stellen, an dem Künstler partizipieren und sich, fernab der Mechanismen des gewerblichen Kunstmarktes, zeigen können. Und das im Regelfall auf eigene Kosten, aufgrund des geringen Budgets kann sich "Part" nur in Ausnahmen an Reise- und sonstigen Kosten der Künstler beteiligen.

Sämtliche Ebenen des Autohauses werden ab morgen Abend mit Kunst bespielt werden, in den Ausstellungsräumen haben die Autos Platz für die Kunst gemacht. Aber auch die Werkstatt, Kellerräume und die im stylishen 60er-Jahre-Ambiente gehaltene ehemalige Kantine werden Teil des Gesamtkunstwerks "Part". Damit die Besucher beim Rundgang nicht den Überblick verlieren, steht auf der Webseite von "Part" ein selbst programmierter Onlinekatalog mit weiterführenden Links zur Verfügung, über den man direkt mit den Künstlern Kontakt aufnehmen kann. Noch ein Grund, stolz zu sein. Dominic Schreiner

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