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Wiesbaden

Schneechaos legt die Region lahm

Schulen dicht, Straßen dicht, Rollbahn dicht. Die neuerlichen Schneemassen haben Hessen kalt erwischt. In vielen Regionen ging am Mittwochabend zeitweise gar nichts mehr: 40 Kilometer Stau auf der Autobahn 7, kein Luftverkehr am Frankfurter Flughafen und im Rheingau-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis mussten diverse Straßen voll gesperrt werden.

Wiesbaden – Schulen dicht, Straßen dicht, Rollbahn dicht. Die neuerlichen Schneemassen haben Hessen kalt erwischt. In vielen Regionen ging am Mittwochabend zeitweise gar nichts mehr: 40 Kilometer Stau auf der Autobahn 7, kein Luftverkehr am Frankfurter Flughafen und im Rheingau-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis mussten diverse Straßen voll gesperrt werden.

Querstehende Lastwagen und mehr als ein Dutzend umgestürzter Bäume taten hier ihr Übriges. Bis zum Donnerstagnachmittag hatte die Polizei in diesen beiden am schwersten betroffenen Kreisen Dutzende Unfälle registriert. Etliche seien aber noch gar nicht aufgenommen worden, sagte ein Sprecher in Wiesbaden.

Einige Menschen hätten ihr Auto einfach auf den Straßen abgestellt. Ernsthafte Verletzungen habe es allerdings kaum gegeben. Der Hochtaunuskreis hatte noch in der Nacht den Krisenstab alarmiert, um die Einsätze der Rettungsdienste zu koordinieren. Kurz nach Mitternacht konnte er seine Arbeit aber wieder einstellen, sagte eine Kreissprecherin. Zahlreiche Buslinien fielen am Donnerstag aus.

Doch damit nicht genug: Als am Mittag ohnehin noch mehrere Kreis- und Landesstraßen dicht waren, kam der Schneefall zurück und brachte neues Chaos. Am Nachmittag musste die B 417 zwischen Wiesbaden und Limburg erneut gesperrt werden. Auch am Feldberg kamen die Räumdienste wegen liegengebliebener Autos und Lastwagen nicht durch.

Weil im Untertaunus den ganzen Tag lang kaum ein Bus fuhr, blieben dort viele Klassenzimmer leer. Als die Situation in den entlegeneren Ecken nicht besser wurde, sagten bis zum Nachmittag zehn Schulen den Unterricht für Freitag ab, erklärte die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Wiesbaden, Ute Schmidt.

Auf der A 7 mussten viele Auto- und Lkw-Fahrer die Nacht im Fahrzeug ausharren, weil sich zwischen Großenmoor und Uttrichshausen ein bis zu 40 Kilometer langer Stau gebildet hatte. Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz versorgten die Menschen mit Decken und heißen Getränken, sagte ein Polizeisprecher. Am Vormittag floss der Verkehr dann aber wieder.

Auf der A 5 entstand in Mittelhessen bei einer Massenkarambolage mit sechs Lastwagen ein Schaden von rund einer halben Million Euro. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden, berichtete die Polizei in Friedberg. Insgesamt zählten die Beamten etwa 40 Unfälle in der Region.

Auch am Frankfurter Flughafen ging von 22 Uhr an für vier Stunden nichts mehr. Mehr als 2000 Passagiere mussten die Nacht in den Terminals verbringen. Dadurch guckten auch Musikfans in die Röhre: Ein mit 11 000 Fans ausverkauftes Konzert der Sängerin Shakira in der Frankfurter Festhalle fiel aus, weil die Künstlerin in Paris festsaß und nicht nach Frankfurt fliegen konnte.

Auch am Donnerstag gab es zahlreiche Flugstreichungen. Nach Angaben vom Nachmittag fielen 448 von 1435 geplanten Flügen aus, teilte die Betreibergesellschaft Fraport mit. Obwohl die Bahnen wieder verfügbar waren, stauten sich die Flieger, die wegen schlechten Wetters keine Landegenehmigung auf anderen europäischen Flughäfen erhielten. Deswegen verfügte die Flugsicherung zeitweise, dass keine Starts von europäischen Flughäfen in Richtung Frankfurt genehmigt wurden. Der Langstreckenverkehr aus den USA oder Asien war nicht betroffen.

Einen Rekord konnte Bad Nauheim in Mittelhessen verzeichnen: Hier fielen binnen weniger Stunden 20 Zentimeter Schnee – das war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bundesweit Spitze.

Zumindest auf den Bergen bleibt die weiße Pracht wohl vorerst liegen, am Freitag schneit es bei Temperaturen um Null Grad weiter. Samstag setzt dann Tauwetter ein: Schon in der Nacht geht der Niederschlag allmählich in Regen über, der DWD warnt vor Glatteis. Tagsüber liegen die Temperaturen dann über Null, zeitweise regnet es. Am Sonntag wird es wieder ein bisschen kälter, oberhalb von 300 Metern fällt Schnee. Am Montag wird es dann überall wieder frostig.

Max-Morten Borgmann

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