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Mainz

Sarah Lukas' Trilogie wächst

Mit "Der Kuss des Jägers" hat Sarah Lukas nach "Der Kuss des Engels" den zweiten Band einer Trilogie vorgelegt. Es geht um große Themen: Gut und Böse.

Daniela Knor schreibt unter dem Pseudonym Sarah Lukas.
Daniela Knor schreibt unter dem Pseudonym Sarah Lukas.
Foto: Harry Braun

Mainz – Sophie wacht mit bandagiertem Handgelenk in einem Pariser Krankenhauszimmer auf – und sieht eine dunkle Gestalt am Fenster stehen.

Sofort erkennt sie den Dämon Kafziel. Er ist verantwortlich für die Schnitte unter ihrem Verband. Ihr Opfertod sollte unheilvolle Tore öffnen. "Ein Opfer, das man nicht einfach zurücknehmen kann", droht Kafziel noch, bevor er verschwindet. Sophie weiß, dass die Menschen da draußen ihr diese Geschichte nicht abnehmen werden. Für die meisten ist sie nur eine weitere labile junge Frau, die versucht hat, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Rafael, ihre geliebter Engel, muss ihr helfen. Oder vielleicht Jean Méric, der Dämonenjäger? Doch nein, der sitzt ja im Knast – wegen Sophie.

Mit "Der Kuss des Jägers" hat Sarah Lukas nach "Der Kuss des Engels" den zweiten Band einer Trilogie vorgelegt, die einerseits das große Thema Gut und Böse angeht, die aber auch das Leben einer normalen jungen Frau mit all ihren Gefühlen und Hoffnungen, Ängsten und Nöten beschreibt.

"Ich wollte schon lange was mit Engeln und Dämonen machen", erzählt die Autorin beim Gespräch in einem Mainzer Café. Mein Verlag meinte: "Da geht romantisch was." Als Anregung drückte man ihr Stephenie Meyers Vampir-Bestseller "Bis(s) zum Morgengrauen" in die Hand. "Ich sagte denen: ,Das ist zwar schön, aber ich mache das nicht so.´ Ich wollte schon was Handfestes schreiben, was für Erwachsene." So entstand die Geschichte um Sophie und Raphael, den gefallenen Engel, der so sehr ihrem toten Verlobten ähnelt.

Eigentlich heißt Sarah Lukas ja Daniela Knor. Sie wurde 1972 in Kostheim geboren. "Meine Vorstellung war immer schon: Ich will Schriftstellerin werden, alles andere war Überbrückung." Zu diesen Überbrückungen gehörte ein angefangenes Studium der Anglistik, Ethnologie und Vor- und Frühgeschichte in Mainz, später dann ein Fernstudium in Geschichte, Literaturwissenschaft und Psychologie. "Das sind alles Fächer, die mir jetzt beim Schreiben helfen", meint Knor.

Ihr erster Roman "Der Tag des Zorns" erschien 2001 und entführte den Leser in die Fantasy-Welt des Rollenspiels "Das schwarze Auge". Dann ging es Schlag auf Schlag und mit immer höheren Auflagen weiter – auch in eigenständige Fantasy-Gefilde. "Ich schreibe etwa ein halbes Jahr an einem Roman", sagt Knor. "Das ist auch nötig, wenn ich davon leben will." Für die aktuelle Trilogie wählte der Verlag ein Pseudonym, weil sich die Bücher doch deutlich von ihren bisherigen Romanen unterscheiden. "Wir wollten keine falschen Erwartungen wecken."

Was die "Kuss"-Romane mit Meyers "Biss"-Romanen doch gemeinsam haben: Es geht um die Liebe zu einem mächtigen männlichen Wesen, das sich aber in sexueller Hinsicht recht harmlos verhält. Warum sind solche Geschichten im Moment so erfolgreich? "Ich glaube, junge Leserinnen mögen dieses Spiel mit dem Feuer, bei dem aber doch nichts Ernstes passiert." Von älteren Fans hat die Autorin da schon andere Signale bekommen. "Die wollen durchaus, dass es zur Sache geht."

Was ebenfalls an Meyer erinnert: Knor beherrscht ihr Handwerk in jeder Facette. Ob Kampf zwischen Dämon und Engel oder banales Telefongespräch zwischen Sophie und ihrer Freundin – alles gelingt hervorragend. Hinzu kommt, dass Knor sich ausführlich über Engel und Dämonen schlau gemacht hat. "Dabei wollte ich nicht auf die esoterische Schiene geraten, ich habe mich eher an die Bibel gehalten."

Das Ergebnis kann sich lesen lassen – sogar von einem Mann, selbst wenn sich die Trilogie vor allem ans weibliche Publikum wendet. Knor unterhält nicht nur, sie fragt auch nach der Wurzel des Bösen, philosophisch wie religiös. "So was ist mir wichtig als Extra. Bei meinen Fantasy-Romanen etwa ging es oft um das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen."

Nun fehlt noch der dritte Band der Saga. Darauf allerdings werden die Leser noch eine Weile warten müssen. "Im Moment schreibe ich an einem Science Fiction." Danach erst geht es wieder nach Paris – und dann? "Ich weiß noch nicht. Ich mag die Abwechslung. Ich will immer wieder anderes schreiben, und ich habe viele Ideen ..." Gerd Blase

Sarah Lukas, "Der Kuss des Jägers", Piper, 378 Seiten, 19,95 Euro

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