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    Prozess um Fackelwurf: Hat ein Werder-Fan bei 05 gezündelt?

    Fußballfans im Stadion treten als anonyme Masse auf. Im Schutz der gesichtslosen Menge kann man leicht und vor allem unerkannt etwas Verbotenes tun, ohne dass man mit Konsequenzen zu rechnen hätte. So denken zumindest einige sogenannter Fans und zünden gefährliche Fackeln an, werfen Gegenstände auf Menschen oder nehmen gar Waffen mit in die Ränge. Doch ganz so gesichtslos ist die Menschenmenge in einem Fußballstadion gar nicht. Das muss derzeit ein Ultra aus Bremen feststellen, der mit einer Fackel einen Balljungen beworfen haben soll.

    Bengalofackeln können bis zu 2500 Grad heiß werden.
    Bengalofackeln können bis zu 2500 Grad heiß werden.
    Foto: Bernd Eßling/Archiv

    Der Vorfall, der vor dem Mainzer Amtsgericht verhandelt wird, spielte sich noch im alten Bruchwegstadium ab. In der ersten Halbzeit der Partie der 05er gegen den SV Werder Bremen im Februar 2011 flog ein Bengalo aus dem Gästeblock und traf einen Balljungen von hinten am Kopf. Passiert ist dem Jugendlichen damals zwar nichts Schlimmes. Doch ungefährlich war die Situation für den Jungen aus Ingelheim nicht. Leicht hätte eine brennende Fackel, die bis zu 2500 Grad Celsius heiß werden kann, böse Verletzungen hervorrufen können.

    "Mir ist Ihre Person egal, ich muss das so sehen", sagte Richter Thomas Stöcklein mit Blick auf die aus seiner Sicht "höchst professionelle Identifikation" des Angeklagten als Übeltäter. Gerade hatte ein Fanbegleiter für den Richter sehr überzeugend berichtet, dass der etwa zwei Meter große und schlaksige Angeklagte von einer Sicherheitskraft beim Werfen beobachtet wurde.

    Augenzeuge informierte die Polizei

    Der Augenzeuge informierte die Polizei, die wiederum Fotos vom Fanblock machte. Noch während des Spiels wurde der Angeklagte von dem Sicherheitsmann auf einem frisch gemachten Foto erkannt. Wenige Wochen später konnte der 28-jährige Ultra dann beim Heimspiel der Bremer gegen Leverkusen von der dortigen Polizei geschnappt werden. Allerdings traten bei der Verhandlung auch zwei andere Bremer Fans im Saal 16 auf und erklärten, dass der Angeklagte nie und nimmer ein bengalisches Feuer angezündet oder gar geworfen habe. Aussagen, denen die Staatsanwaltschaft keinen Glauben schenkt, auf die der Angeklagte aber setzt. Der 28-jährige, der gegen ein verhängtes Bußgeld Widerspruch eingelegt hat, bestreitet die Tat: "Ich war's nicht. Ich zahle nicht 4000 Euro dafür, dass ich nichts gemacht habe."

    Klarheit sollen nun am 18. Juli, dem nächsten Verhandlungstag, weitere Zeugen - darunter einige weitere Ultras - und insbesondere eine Videoaufzeichnung von dem Fackelwurf bringen. "Wir suchen den Urheber dieses Wurfs", betonte der Richter, der aber zugleich klar machte, dass er bisher den Angeklagten im Verdacht habe.

    Heiko Beckert

    Fan vor Gericht: Bengalo auf Balljunge geworfen?Fußball mit Mini-Maßnahmen gegen Gewalt in Stadien
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