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Mainz

Pinksnotread wollen keine typische MTV-Band sein

Pinksnotred möchten bewusst anders sein als andere junge Bands, die auf MTV laufen. In ihrem kleinen, vollgestopften Jugendzentrums-Proberaum im verschneiten Weisenau setzen die fünf Musiker beim Songschreiben auf Kreativität und Selbstbestimmung.

Die Mainzer Rockband Pinksnotred (von links: Gitarrist Johannes Zepf, Bassist Stefan Priebe, Sänger Marc Hirschmann, Gitarrist Stefan Göppert und Drummer Simon Wölfl) setzt auf künstlerische Freiheit statt Knebelverträgen.
Die Mainzer Rockband Pinksnotred (von links: Gitarrist Johannes Zepf, Bassist Stefan Priebe, Sänger Marc Hirschmann, Gitarrist Stefan Göppert und Drummer Simon Wölfl) setzt auf künstlerische Freiheit statt Knebelverträgen.

Mainz – Pinksnotred möchten bewusst anders sein als andere junge Bands, die auf MTV laufen. In ihrem kleinen, vollgestopften Jugendzentrums-Proberaum im verschneiten Weisenau setzen die fünf Musiker beim Songschreiben auf Kreativität und Selbstbestimmung.

"Wir wollten kein großes Label, dem wir nach dem Mund reden müssen. Da kann uns jeder noch so geile Tipps geben, wir machen das, was wir selbst als richtig empfinden", formuliert Sänger Marc Kirschmann das Credo seiner aufstrebenden Rockband.

Man merkt ihm an, dass er stolz ist auf den Weg, den er und seine Bandkollegen, die er fast alle schon aus Schulzeiten kennt, eingeschlagen haben. Gern setzten fünf Mainzer ihre Unterschrift unter den Vertrag mit dem winzigen Indielabel Antstreet. Finanzielle Unterstützung aus Saarbrücken gab es kaum – macht aber nichts. "Der Vertrag hilft uns eher, uns zu vermarkten."

Plattendeals haben im modernen Musikgeschäft längst an Bedeutung verloren, selber machen ist der Trend der Stunde. Selber machen ist nobel, aber auch dreckig – Pinksnotred haben sich trotzdem darauf eingelassen. Die Produktion ihres aktuellen und ersten Albums "Remedy" bezahlten sie aus eigener Tasche, und auch ins Touren investierten sie selbst. "Man muss viel reinstecken, viel herumfahren und viel spielen, auch mal vor zwei bis zehn Leuten", berichtet Hirschmann vom Bandalltag.

Die romantische Vorstellung vom monatelangen Touren im bunten VW-Bus bedienen sie nicht, bisher waren die Jungs höchstens eine Woche am Stück unterwegs. "Andere Bands lassen alles liegen und fahren 200 Prozent Risiko – wir hatten immer einen Plan B, unser Studium, unseren Job." Bei fünfzig Konzerten im Jahr bedeutet das: Raus aus dem Hörsaal und ab auf die Straße, und das Woche für Woche. "Eine kurze Tour wäre vielleicht weniger anstrengend gewesen", grübelt die Band und gibt zu, sich dabei ab und an kräftig "auf den Sack gegangen" zu sein.

Entschädigung für die Strapazen waren vor allem die Gigs, die die Jungs "Schlüsselkonzerte" nennen, mit besonderen Momenten oder auserlesenen Verrückten im Publikum, die danach zu echten Fans werden. Für Drummer Simon Wölfl gehörte etwa der Auftritt auf dem Highfield-Festival 2007 dazu, den die Gruppe in einem Wettbewerb gewonnen hatte: "Niemand kannte uns da. Wir haben einfach drauflos gespielt – und plötzlich war das Zelt voll. Aber es müssen nicht immer die großen Konzerte sein."

Solche großen Konzerte stehen aber langsam immer häufiger im Terminplan der Rockmusiker – zuletzt etwa traten sie beim "Visions Westend Indoor Festival" in Dortmund auf und schafften es damit sogar ins WDR-Programm zu "Rockpalast". Auch in der MTV-Sendung "Rockzone" sind sie mit ihrem Video zur Single "Automatic" seit Wochen präsent. "Angefangen hat es mit Krach", berichtet die Band nicht ohne Stolz.

Auf Nachfrage umreißen sie ihren frühen Stil als "American Punk". Also so was wie Blink 182? "Nein, nein!", protestiert die eine Bandhälfte. "Joah, schon", gibt die andere freimütig zu. "Damals war das okay. Heute klingt das wie von 'ner anderen Band", sagt Hirschmann.

Jetzt sind ihre Indierock-Songs immer noch poppig, aber aus dem Funpunk längst herausgewachsen. Gerade stehen Pinksnotred im Proberaum, um neue Songs zu schreiben und ihren Stil zu finden. Was dabei herauskommt, ist noch offen: "Es bleibt spannend wie ein gutes Buch", witzelt Wölfl. Eines jedoch soll sich bei den Mainzern auch in Zukunft nicht ändern: "Wir bleiben künstlerisch uneingeschränkt. Keiner redet uns rein."

Eva Szulkowski

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