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OB-Kandidaten beim SWR: Für Phrasen gibt es Handkäs

Beim SWR kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Zumindest wenn man Oberbürgermeister werden will.

Mainz – Beim SWR kann man schon mal ins Schwitzen kommen. Zumindest wenn man Oberbürgermeister werden will.

Die Moderatoren Christian Döring und Thomas Meyer baten zum "Kandidatencheck", und 250 Interessierte kamen am Donnerstag Abend ins Funkhaus.

Nicht nur die aktuelle OB-Wahlumfrage von Prof. Gregor Daschmann, in Auftrag gegeben von Mainzer Rhein-Zeitung und Südwestrundfunk, bietet reichlich Diskussionsstoff. Auch die Dauerbrenner Haushaltskrise, Fluglärm, soziale Versorgung lassen die Bewerber mehr als zwei Stunden diskutieren.

Zum Fitnesstest aufs Standfahrrad

Von denen sind reichlich da. Alle acht hat SWR 4 eingeladen. Und die müssen aufs Fitnessrad. Da verrät Lukas Augustin (CDU) schwitzend, dass er als erste Amtshandlung die Kommunikation im Rathaus verbessern würde. Der Grüne Günter Beck würde zuvörderst den alten Dienstmercedes von Jens Beutel verschrotten lassen. Und Sozialdemokrat Michael Ebling will dafür sorgen, dass die Bürger es bei der Stadt künftig immer nur mit einem Ansprechpartner zu tun haben.

ÖDP-Chef Claudius Moseler, kein Favorit bei der OB-Wahl, aber durch publikumswirksame Stadtratsarbeit bekannt, findet es nicht gut, dass Dezernenten schon nach zwei Jahren Amtszeit mehr Geld bekommen.

Bewerber der kleinen Parteien mit eher exotischen Themen

Weniger oft in der Öffentlichkeit sind die anderen vier Bewerber. Pirat Matthias Heppner outet sich als Veganer, der aber Weck isst und Wein trinkt. Feuerwehrmann Klaus Bohland will (natürlich) die Situation seiner Kollegen verbessern und die der Erzieherinnen gleich mit.

Der Weltraumfan Rainer Riemann würde die Hundesteuer wieder abschaffen. Werner Stumpf, Kandidat der ehemaligen Rep-Fraktion "Pro Mainz", will beim Staatstheater die Sense ansetzen.

Die Finanzen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Debatte. Die Haushaltslage der Stadt beurteilen alle acht Kandidaten gleichermaßen dramatisch.

Um die Diskutanten vom allzu großen Phrasendreschen abzuhalten, warten die Moderatoren mit einem "Handkäsometer" auf: Wer zu viel dummes Zeug babbelt, bekommt echten Handkäs in sein persönliches Sammelglas.

Fangruppe im Publikum will Augustin den Rücken stärken

Im Publikum sitzt eine lautstarke Augustin-Fangruppe, die dem durch die nicht eben günstigen Umfragewerte (Ebling 40, Beck 38, Augustin 17) gehandicapten CDU-Bewerber demonstrativ den Rücken stärkt und bei der rot-grünen Konkurrenz gerne buht und johlt.

Soweit zur Stimmung. Bei den Sachthemen sind die Positionen weitgehend bekannt. Augustin will pauschal 3 Prozent einsparen, Ebling und Beck lehnen das ab. Sie sehen damit den Bestand des sozialen Netzes gefährdet.

Dass überhaupt die Stadt im Lauf der nächsten 20 Jahre entschuldet werden kann, das will Augustin zwar angehen. Aber ob es gelingt, bezweifeln sowohl er wie auch seine Kollegen. Angesichts eines Gesamtschuldenberg von 1 Milliarde Euro kein Wunder. Auch beim SWR geht es weniger um Inhalte, mehr um Persönlichkeiten. Um den neuen OB eben.

Von unserem Lokalchef Thomas K. Slotwinski

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