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    Neues Wohnen in alten Kasernen

    Wohnen wo einst Panzerketten rasselten, Hubschrauber knatterten oder US-Soldaten mit ihren Familien lebten: Ein Großteil der Wohnbebauung in Mainz war in den vergangenen 20 Jahren von der Konversion geprägt, der Umwandlung ehemals militärische genutzter Flächen in die zivile Nutzung.

    Heidesheim-Uhlerborn, General-Clay-Straße: Hier entstanden noch Mitte der 1980er-Jahre 186 Einfamilien-Reihenhäuser und Doppelhaushälften nach US-Standard. Nach dem Abzug der Amerikaner wurden die Gebäude von der Wohnpark Heidesheim GmbH saniert, modernisiert und es wurden weitere Bauplätze vermarktet. 
Fotos:Bernd Eßling
    Heidesheim-Uhlerborn, General-Clay-Straße: Hier entstanden noch Mitte der 1980er-Jahre 186 Einfamilien-Reihenhäuser und Doppelhaushälften nach US-Standard. Nach dem Abzug der Amerikaner wurden die Gebäude von der Wohnpark Heidesheim GmbH saniert, modernisiert und es wurden weitere Bauplätze vermarktet. Fotos:Bernd Eßling

    Mainz - Wohnen wo einst Panzerketten rasselten, Hubschrauber knatterten oder US-Soldaten mit ihren Familien lebten: Ein Großteil der Wohnbebauung in Mainz war in den vergangenen 20 Jahren von der Konversion geprägt, der Umwandlung ehemals militärische genutzter Flächen in die zivile Nutzung.

    Mit dem Abzug der US-Truppen aus Mainz Anfang der 1990er-Jahre tat sich ein enormes Potenzial an nutzbaren Flächen im innerstädtischen Bereich auf. An erster Stelle die ehemaligen Lee-Barracks in Gonsenheim. 1991 gaben die US-Truppen den Standort endgültig auf und der Stadtrat beschloss eine Wohnbebauung. Nach einigem Aufwand, um Altlasten insbesondere unter den ehemaligen Panzerstellflächen zu beseitigen, entstand ein attraktives Wohngebiet mit zentralem Platz in dem inzwischen gut 3000 Menschen leben. Allein die Wohnbau schuf hier 1972 Wohneinheiten.

    "Das war gelungene Konversion", sagt Richard Nonnweiler, seit Anfang der 1990er Konversionsbeauftrager der Stadt Mainz. Franz Ringhoffer, damals Liegenschaftsdezernent und heute Wohnbau-Geschäftsführer: "Die Konversion hat uns in den 90er-Jahren schlagartig alle Wohnraumprobleme gelöst. Die Umwandlung der Lee-Barracks war hervorragend. Das kann die Blaupause für alle künftigen Konversionsprojekte sein." Hier hätten Stadt, Wohnbau, MAG, GVG und private Investoren gemeinsam ein attraktives Quartier geschaffen. Zusammen mit dem Areal des ehemaligen Army Depots Mainz Industries Panzerwerk (MIP) handelt es sich um die größte zusammenhängende Konversionsfläche in Mainz.

    Nachdem auf Gonsenheimer Gemarkung die Panzerwerkanlagen restlos beseitigt werden, entsteht hier ein weiteres attraktives Wohngebiet namens Gonsbachterrassen. Und das Wohngebiet auf dem ehemaligen Baseballfeld "Westlich der Karlsbader Straße" befindet sich derzeit ebenfalls im Bau.

    Als die US Army 1992 ihr Finthen Army Airfield aufgibt und 1994 den Standort ganz räumt, tut sich eine weitere große Konversionsfläche vor den Toren von Mainz auf: Es entstehen hochtrabende Pläne für einen komplett neuen Mainzer Stadtteil. Mainz-Layenhof soll er heißen. "Die Idee kam aus dem damaligen Mangel an Wohnraum heraus" , erinnert sich Nonnweiler. Ein ökologisch geprägter Stadtteil soll es werden, es gibt Wettbewerbe, lange und kontrovers werden verschiedene Versionen der Verkehrsanbindung diskutiert. Doch es war nicht nur große Vision, es bleibt auch eine. Weil nämlich mit der Schließung der Lee-Barracks auch die Housing Areas der Amerikaner frei werden, wie Martin-Luther-King-Village, Sandflora Housing, die US-Siedlung im Bereich Am Weisel im Finther Ortskern oder gar eine komplette Hochhaushälfte in der Gonsenheimer Elsa-Brändström-Straße, entspannt sich der Mainzer Wohnungsmarkt schlagartig. Neubauten auf dem Layenhof sind nicht mehr nötig.

    Zur Freude des Mainzer Luftfahrtvereins. Wird doch mit den Planungen für den Layenhof auch immer wieder das Fortbestehen des kleinen Flugplatzes in Frage gestellt. Inzwischen sind dafür die sieben US-Wohnblocks im Besitz des Bundes beziehungsweise der Wohnbau Mainz. Erste Mieter ziehen auf den Layenhof, fühlen sich ob der großen Versprechungen für den neuen Stadtteil jedoch mehr und mehr vernachlässigt. Man ist weit ab vom Schuss, die Verkehrsanbindung lässt zu wünschen übrig, es gibt keinerlei Nahversorgung.

    "Wir wussten, worauf wir uns einlassen. Für die Kinder ist es ideal", erklärt dagegen Monika Plaas, seit 1995 hier Wohnbau-Mieterin. Als weiteres beliebtes Wohngebiet erweist sich das Martin-Luther-King-Village auf dem Hartenberg: Stadtnah, fünf Minuten Fußweg bis zum Hauptbahnhof. "Für mich gibt es keinen Wohnbereich in Mainz, der schöner ist. Da vergebe ich eine glatte Note eins", sagt Knut Hendrik Schaefer, der hier 1997 eine Wohnung kauft. Einziger saurer Apfel, in den die "Kingpark"-Bewohner kurz nach der Übernahme durch die Wohnbau beißen müssen: Eine aufwendige PAK-Sanierung der Parkettböden.

    Ein weiteres attraktives Quartier entsteht vor den Toren von Mainz: Noch Mitte der 1980er-Jahre werden als Uhlerborn Housing bei Heidesheim 186 Einfamilien-Reihenhäuser und Doppelhaushälften nach US-Standard gebaut. Nach dem Abzug renoviert und modernisiert die Wohnpark Heidesheim GmbH die Gebäude und vermarktet weitere Bauplätze sowie schlüsselfertige Häuser. Heute leben hier 1000 Menschen mit Einkaufsmärkten, Spiel- und Sportflächen. Jochen Dietz

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