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    Montagsdemo: Prozession im Terminal

    Nach der großen Demonstration am Samstag - die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen 2800 (Polizei) und bis zu 10 000 (Veranstalter) - machten die Fluglärmgegner am Montag erneut Druck im Terminal 1 des Frankfurter Flughafen.

    Montagsdemo am Flughafen mit dem Mainzer Pfarrer Andreas Klodt.
    Montagsdemo am Flughafen mit dem Mainzer Pfarrer Andreas Klodt.
    Foto: Chris Hartung

    Frankfurt/Mainz - Nach der großen Demonstration am Samstag - die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen 2800 (Polizei) und bis zu 10 000 (Veranstalter) - machten die Fluglärmgegner am Montag erneut Druck im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens: Tröten, Pfeifen, Trommeln - die für Montagabende übliche Instrumentierung.

    Dabei sollte es heute fünf Minuten lang richtig leise werden: Die Mainzer Kirchen haben zu einem "Stille-Erlebnis" eingeladen. Eine Prozession soll sich durchs Terminal bewegen - mit dem evangelischen Dekan Andreas Klodt und dem katholischen Dekan Markus Kölzer an der Spitze.

    Doch zunächst kommentiert Jochen Kraus von der Niederräder Bürgerinitiative "In Eintracht gegen Fluglärm" den Wahlausgang in Frankfurt. Die "Nicht-Wahl" von Boris Rhein (CDU) sei "ein Signal für Herrn Bouffier". Der hessische Ministerpräsident könne schon mal "den Umzugswagen für seine Staatskanzlei bestellen".

    Bei der Landtagswahl 2013 werde die lärmgeplagte Rhein-Main-Region die Rolle übernehmen, die die südlichen Stadtteile für Frankfurt spielten: nämlich die Wahl entscheiden. Wenig später begrüßt Andreas Klodt den neuen Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) im Terminal. "Ich habe gestern eine kleine Tochter bekommen", erzählt Klodt vor etwa 1500 Teilnehmern. "Selbst im Kreißsaal waren noch im Sekundentakt die Flugzeuge zu hören." Diese ständige "Präsenz" selbst in so privaten Situationen stehe dem Flughafenbetreiber Fraport nicht zu.

    Die Kirchen hätten begonnen über den Artikel 4 des Grundgesetzes, der eine ungestörte Ausübung der Religion garantiere, neu nachzudenken. Es gebe auch "ein Grundrecht auf Ruhe", ergänzt Markus Kölzer. Er bittet darum, sich "heute ausnahmsweise in Stille auf den Weg zu machen."

    An jedem Montag marschieren die Demonstranten, die ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und die Stilllegung der neuen Nordwestbahn fordern, einmal durchs Terminal. Kölzers Aufforderung stößt nicht bei allen Teilnehmern auf Verständnis. Sie wollen Krach schlagen, weil sie unter dem Fluglärm leiden. Andere bewahren die Ruhe und so fällt der Rundgang durchs Terminal tatsächlich deutlich leiser aus. Friederike Tinnappel

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