40.000
Aus unserem Archiv
Mainz

Mainzer Rathaus: Vergammelt Kunst für 500 Millionen?

Vielen Mainzern ist nach wie vor nicht klar, welchen Wert sie mit ihrem Rathaus zur Disposition stellen. Rupert Krömer vom Werkbund Rheinland-Pfalz setzt einen Kunstwert von 500 Millionen Euro an und bilanziert: "Die setzen wir gerade in den Sand."

Foto: Montage: Michael Schauer

Von Joachim Knapp

Der FH-Professor, Verleger und Publizist will das nicht hinnehmen – und ist sich darin mit den anderen Teilnehmern einer städtischen Hamburg-Exkursion von Mitte September einig. Die Gruppe unter Leitung von Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse hatte das in Sanierung befindliche Gymnasium "Christianeum" und das Vattenfall-Haus besichtigt.

Die "Hamburg-Gruppe" hat sich jetzt bei Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) getroffen, um über ihre künftige Lobbyarbeit für Erhalt und Sanierung des Mainzer Rathauses zu sprechen. Die soll vor allem darin bestehen, den Bürgern das Rathaus als Gesamtkunstwerk und seinen Schöpfer, den dänischen Stararchitekten Arne Jacobsen, näher zu bringen. Jacobsen und seine Werke sollen auch in Mainz wert geschätzt werden, wie dies in Hamburg bereits augenscheinlich der Fall ist.

Die Hamburg-Reise hat für Dezernentin Grosse vieles verändert, wie sie offen bekennt. Aber auch anderen Teilnehmern wie dem Kunsthistoriker Prof. Gregor Wedekind ist klar geworden, dass in Mainz nicht nur die Bauunterhaltung des demnächst 40 Jahre alten Rathauses sträflich vernachlässigt wurde: Das Rathaus als Kunstwerk ist nicht im öffentlichen Bewusstsein, auch die Mainzer Kunsthistoriker haben dazu bislang kaum ein Wort verloren.

Das soll sich ändern, Wedekind plant ein Publikation. Die wird nicht ausreichen, um dem Rathaus die nötige Öffentlichkeit und damit auch die nötige öffentliche Unterstützung zu beschaffen. Also denkt Krömer an einen Fotowettbewerb zum Jacobsen-Bau, der ebenfalls in eine Veröffentlichung münden soll.

Bei Grosse ist zudem ein Konzept für eine privat organisierte Ausstellung zum Rathaus eingegangen. Eine solche Ausstellung, gab Wedekind zu bedenken, müsse höchsten Ansprüchen genügen, sonst solle man das lieber lassen. Aus der Runde kam auch der Vorschlag, den Architekten und Designer Arne Jacobsen durch eine eigene Ausstellung in Mainz bekannter zu machen. Auch über Jacobsen ist in der Landeshauptstadt bislang noch wenig veröffentlicht worden.

Zunächst aber will die Stadt auf ihrer Webseite über die Reise nach Hamburg berichten, um die Eindrücke mit möglichst vielen Bürgern zu teilen. Auch die MRZ-Berichte über die Exkursion sollen sich darauf wiederfinden.

Mainz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Wetter in Mainz und Region
Samstag

-5°C - 5°C
Sonntag

-7°C - 2°C
Montag

-8°C - 0°C
Dienstag

-9°C - -1°C
Sporttabellen
Radball

Alle Sportarten, alle Ligen, alle Plätze im Überblick

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach