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Mainz

Mainzer ärgern sich über dreiste Wildpinkler

Dreck und Müll vom Rosenmontagszug sind mittlerweile beseitigt, doch etwas bleib den Mainzern an manechen Ecken noch von der Fastnacht: Der stechende Geruch von Urin.

50 solcher Toilettenhäuschen standen an Rosenmontag in der Mainzer Innenstadt, außerdem 37 Toilettenwagen sowie zehn Urinale à fünf Meter hinter Bauzaun-Elementen. Der Weg dorthin war manchen allerdings zu weit. 
50 solcher Toilettenhäuschen standen an Rosenmontag in der Mainzer Innenstadt, außerdem 37 Toilettenwagen sowie zehn Urinale à fünf Meter hinter Bauzaun-Elementen. Der Weg dorthin war manchen allerdings zu weit.
Foto: Harry Braun

Mainz – Dreck und Müll vom Rosenmontagszug sind mittlerweile beseitigt, doch etwas bleibt den Mainzern an manchen Ecken noch von der Fastnacht: Der stechende Geruch von Urin.

Das ungehemmte Wildpinkeln der Narren ärgert die Anwohner mehr als die Berge von Müll, die relativ schnell weggeräumt werden. In der MRZ-Redaktion gingen am Donnerstag zu diesem Thema zahlreiche Leserzuschriften ein, sogar zwei Videofilme als "Beweismittel" wurden uns zugesandt.

Doch was wird hier in Mainz dagegen unternommen?

Die Stadt Mainz konzentriert sich vor allem auf die Müllentsorgung. "Dieses Jahr waren 110 Leute im Einsatz, um nach dem Rosenmontagszug aufzuräumen", sagte Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz. Die Verschmutzung von Hauswänden, Straßen und Grünanlagen durch dreiste Wildpinkler fällt dagegen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich.

"Irgendwo ist das Ende der Fahnenstange erreicht, schließlich sind wir nicht Veranstalter des Rosenmontagsumzuges", so Peterhanwahr. Private Gebäude und Hauseingänge dürfe die Stadt aus rechtlichen Gründen nicht reinigen.

MCV: Urinale hinterm Bauzaun besser kennzeichnen

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV), der den Rosenmontagsumzug veranstaltet, führt das Problem der Wildpinkelei auf zu wenige Toiletten und eine unzureichende Kennzeichnung von Toiletten zurück. Die von der Stadt aufgestellten Urinale seien nicht deutlich genug hervorgehoben worden, kritisiert Kay-Uwe Schreiber vom MCV. Schreiber könnte sich zum Beispiel einen großen, die Beine zusammenpetzenden Clown an den Urinalen vorstellen, sodass die Narren die "stillen Örtchen" einfacher und schneller erkennen. Die bloße Erhöhung der Toilettenanzahl bringt allerdings ein weiteres Problem mit sich. Denn das Aufstellen von mehr Toiletten bedeute einen höheren Kostenaufwand, so Schreiber. Die Benutzungsgebühr von 50 Cent decke die Kosten für Transport, Auf- und Abbau bei Weitem nicht.

Köln spült die Straßen mit Geruchshemmer nach

Die guten Vorsätze für das nächste Jahr helfen den Anwohnern der betroffenen Straßen aber nur wenig, wenn gegen den Gestank nichts unternommen wird.

Dabei gibt es durchaus preiswerte Möglichkeiten, wie eine andere Karnevalshochburg zeigt – zumindest für die Straßen. In Köln setzen die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) schon seit Jahren auf neutralisierende Duftstoffe. Wie Wilfried Berf von der AWB mitteilte, wird bei der Nassreinigung der Straßen dem Schwemmwasser ein Geruchsüberdecker beigemischt. Davon reicht ein Liter für 8000 Liter Schwemmwasser. Die Kosten für dieses Verfahren seien vergleichsweise gering, sagte Berf. Die AWB Köln setzt das mit Duftstoffen versetzte Schwemmwasser nicht nur über Karneval ein. "Bestimmte Ecken, die für Wildpinkeln bekannt sind, können damit ganz gezielt gereinigt und der Uringestank neutralisiert werden", so Berf.

Von unserer Mitarbeiterin Sarah Zubrod

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