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Mainz steigt aus Kulturregion Frankfurt Rhein-Main aus

Mainz will aus dem Netzwerk Kulturregion Frankfurt Rhein-Main aussteigen – vorausgesetzt der Stadtrat stimmt kommende Woche zu. Zunächst wurde von dem Vorhaben am Dienstagabend der Finanzausschuss informiert, am Donnerstag ist es Thema im Kulturausschuss.

Foto: Florentine / pixelio.de

Man habe von diesem Zusammenschluss kaum mehr profitiert, erklärt Kulturdezernentin Marianne Grosse. "Das Projekt ist eindeutig auf Hessen und die Stadt Frankfurt konzentriert." Mainz bleibe da auf der Strecke, denn aus Frankfurter Sicht liege Mainz eben nur am Rand der Region, und das würde sich in der Arbeit widerspiegeln. "Derzeit wird etwa ein Büchner-Jahr vorbereitet. Büchner lebte aber nur in Hessen. Da steht Mainz komplett außen vor", sagt Grosse.

Für die Mitgliedschaft in der Kulturregion zahlt die Stadt jährlich einen Beitrag von 20 000 Euro. Ob das eingesparte Geld anderen Kulturprojekten in Mainz zugute kommt, ist noch unklar. Möglicherweise werden die eingesparten Beiträge auch für den Entschuldungsfonds genutzt, insgesamt käme dabei dann eine Summe von 280 000 Euro zusammen.

In der Kulturregion Frankfurt Rhein-Main sind 32 Städte und Kreise aus Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen, um kulturelle Projekte und Ausstellungen gemeinsam zu vermarkten und Aktivitäten zu bündeln. Zu den Projekten gehören etwa die "Route der Industriekultur Rhein-Main" und das Kinder- und Jugendtheaterfestival "Starke Stücke". Historisch ist die Kulturregion aus der gescheiterten Bewerbung des Rhein-Main-Gebietes als europäische Kulturhauptstadt 2010 hervorgegangen. Die damals entstandenen Netzwerke habe man zunächst nicht aufgeben wollen, so Grosse. Mainz war sogar Mitgründerin der Kulturregion. Wiesbaden und der Kreis Mainz-Bingen waren nie Vollmitglieder.

Der Ausstieg aus der Kulturregion ist bei der CDU-Stadtratsfraktion auf Unverständnis gestoßen. "Für Mainz ist die kulturelle Zusammenarbeit in der Region absolut notwendig. Schließlich hat Mainz in den letzten Jahren hiervon profitiert", meint der kulturpolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion Dr. Walter Konrad und verweist etwa auf die "Route der Industriekultur" und die Veranstaltungsreihe "Garten Rhein-Main". Konrad bezeichnet das Verhalten der Stadtspitze als "provinziell". Die kulturellen und touristischen Interessen der Stadt würden damit geschädigt.

Grosse will alternativ künftig die kulturelle Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Wiesbaden und den Kreisen Mainz-Bingen und Groß-Gerau ausbauen. "Wir wollen die Kooperationen nicht aufgeben, wir wollen nur aus dem festgezurrten Korsett raus", erklärt sie. Andrea Wagenknecht

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