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    Kameras und Grüner Tee aus Japan sind Mangelware

    Ausverkaufte Ware, sogar eine abgesagte Messe: Die von Tsunami und Atomkatastrophe zerstörte japanische Infrastruktur stellt Mainzer Fotogeschäfte vor große Probleme.

    Licht in Kamera-Dschungel
    Nikon-Kameras aus Japan sind gerade in Deutschland Mangelware.

    Mainz. Ausverkaufte Ware, sogar eine abgesagte Messe: Die von Tsunami und Atomkatastrophe zerstörte japanische Infrastruktur stellt Mainzer Fotogeschäfte vor große Probleme.

    "80 Prozent unserer Kameras und Objektive kommen aus Japan, und selbst in deutschen Geräten sind japanische Bauteile enthalten", berichtet Ralph Petri, Filialleiter des Fotofachgeschäfts Besier Oehling in der Ludwigstraße. "Hier wird es eng, und die Preise ziehen entsprechend an."

    Wohl in dieser Vorahnung kaufte eine Reihe von Kunden vergangene Woche Kameras oder Fotozubehör, erzählt Petri. Gerade noch rechtzeitig: Denn einige hochwertige digitale Nikon-Spiegelreflexkameras seien mittlerweile ausverkauft, und auch manches Canon-Objektiv gibt es nicht mehr. Nachschub ist bestellt – doch wann der kommt, in wie vielen Wochen, in wie vielen Monaten, ist ungewiss.

    So ungewiss, dass Besier Oehling seine für Mai geplante etablierte Hausmesse kurzerhand abgesagt hat. "Was bringt eine Messe, wenn wir die Verfügbarkeit der Produkte nicht garantieren können?", fragt Petri. "Es sieht nicht gut aus", sagt der Geschäftsführer, der in eine Zukunft mit garantierten Umsatzeinbußen blickt. Auch Julian Becker, Inhaber von Foto Kukuk am Philipp- von Zabern- Platz, sieht "große Probleme und drastische Preiserhöhungen auf die gesamte Branche" zukommen.

    Vor Probleme dürfte die Japan-Krise auch die Elektronik-Großmärkte stellen. Schließlich rangiert Japan auch bei Datenverarbeitungs- und und elektronischen Geräten in der deutschen Importstatistik auf Patz 3. Einige Industriepartner hätten angekündigt, dass es bei Produkten mit japanischen Komponenten zeitversetzt zu Lieferverzögerungen kommen könne, teilt auf MRZ-Anfrage eine Sprecherin von Saturn und Media Markt mit. "Sie bemühen sich nun aber um alternative Zulieferer."

    Schwierig zu bekommen könnte bald bald auch ein ganz anderes Produkt sein – und hier gab es bereits wahre Hamsterkäufe: "Einige Stammkunden investierten vergangene Woche 60 Euro in einen Vorrat an grünem japanischem Tee", erzählt Monika Colicelli von "Tee und Kräuter" in der Altstadt. Denn die Ware, der jetzt über die Ladentische geht, stammt noch von der Ernte aus dem vergangenen Jahr – und die ist garantiert nicht verstrahlt, sagen auch Elfi Schönberger von "Tee Gschwendner" in der Römerpassage und An Anjin von der Tee Quelle in der Klarastraße allen Kunden, die es wissen wollen. Und das sind die meisten.

    Die Händler japanischer Automarken indes spüren keine Auswirkungen der Krise – weder bei Neuwagen noch bei Ersatzteilen, berichten übereinstimmend Timo Decker vom Autohaus Gebr. Heinz (Mazda und Toyota), Franz-Josef Wiatr (Mazda) und Heinz Kräuter (Honda). Probleme hatte nur ein Kunde, der sich über seinen fabrikneuen Honda gar nicht richtig freuen konnte. "Doch die Angst, der Wagen könnte verstrahlt sein, konnte ich ihm nehmen", sagt Kräuter. Denn jetzt verkaufte Fahrzeuge aus Japan waren zum Zeitpunkt der Atomkatastrophe längst verschifft. Brigitte Specht

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