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    Gau-Bickelheim

    Jeder vierte Unfall durch Brummis verursacht

    Jeder vierte Unfall auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mainz wird von Schwerlast- und Gefahrguttransportern verursacht. Und die Tendenz steigt.

    Unfall auf der A 61. Im Zuständigkeitsbereich der Inspektion Gau-Bickelheim gingen die Unfallzahlen 2011 um 4,5 Prozent auf 895 zurück. In Heidesheim stiegen sie indes um 3,55 Prozent auf 1049. Besonders betroffen: Der Mainzer Ring. Flächendeckend stieg die Brummibeteiligung bei schweren Unfällen.
    Unfall auf der A 61. Im Zuständigkeitsbereich der Inspektion Gau-Bickelheim gingen die Unfallzahlen 2011 um 4,5 Prozent auf 895 zurück. In Heidesheim stiegen sie indes um 3,55 Prozent auf 1049. Besonders betroffen: Der Mainzer Ring. Flächendeckend stieg die Brummibeteiligung bei schweren Unfällen.

    Gau-Bickelheim - Jeder vierte Unfall auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mainz wird von Schwerlast- und Gefahrguttransportern verursacht. Und die Tendenz steigt. Diese alarmierenden Zahlen nannte die Polizei bei einer Pressekonferenz gestern in Gau-Bickelheim. Erster Polizeihauptkommissar Rainer Hois: "Der Schwerverkehr ist bei einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtverkehr an rund der Hälfte der Unfälle beteiligt, davon bei über der Hälfte schuldhaft." Er nannte Konkurrenzdruck und Globalisierung als Gründe für permanente Geschindigkeits- und Abstandsverstöße. Aber auch der teils mangelhafte technische Zustand der Fahrzeuge verstärkten den Trend. Hois: "Weil kaum noch freie Bahn herrscht, steigt auch die Zahl der aggressiven Drängler unter den Pkw-Fahrern. Die Autobahnen sind für die 70er Jahre ausgelegt, können den wachsenden Verkehr kaum bewältigen." Die Polizei-Kontrolltrupps beanstandeten 2011 insgesamt 1791 Fahrzeuge (2010: 1703), erstatteten 58 Strafanzeigen (2010: 49), stellten bei 36 Gefahrguttransportern technische Mängel fest.

    Gau-Bickelheim: Weniger Unfälle

    Ein Schwerpunkt war auch die Ladungssicherung. Hois: "Sie ist oft mangelhaft und führt zu schweren Unfällen." Die Verkehrsdirektion erhöhte die Einsatzstunden der Messfahrzeuge deutlich von 3333 Stunden (2010) auf 5144 Stunden. Dabei wurden 45 382 Geschwindigkeitsverstöße (2010: 42 795) und 6514 Abstandsverstöße (2010: 6948) protokolliert. Die innerhalb der Verkehrsdirektion bearbeiteten Fälle von "Gewinnabschöpfung" durch Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten, mangelnde Ladungssicherung und unterlassene Reparaturen stiegen von 45 auf 66 Fälle.

    Auch die Kriminalstatistik und die Unfallbilanz der beiden Polizeiautobahnstationen Heidesheim (A 60, A 63 und A 643) und Gau-Bickelheim (A 61, A 63) wurden gestern vorgestellt. Während im Zuständigkeitsbereich von Gau-Bickelheim die Zahl der Unfälle um 42 auf 895 sank, nahmen diese im Heidesheimer Zuständigkeitsbereich um 36 auf 1049 zu.

    Die geschwindigkeitsbedingten Unfälle gingen in Gau-Bickelheim signifikant um 38,5 Prozent zurück, dafür stiegen die Unfälle durch unzureichenden Abstand. Die Zahl der Verletzten nahm um 4,6 Prozent auf 159 zu. Hauptunfallursachen blieben Geschwindigkeit (20,7 Prozent) und Abstand (17,7), informierte Erster Polizeikommissar Jörg Wegener. Es bleibe abzuwarten, ob der gestiegene Überwachungsdruck durch zivile Videostreifen den Rückgang der Unfälle begleitet habe, sagt Wegener. Die geschwindigkeitsbedingten Unfälle sanken jedenfalls auf das Niveau von 2007. Unfälle durch mangelnden Abstand nahmen um 38,2 Prozent zu. Terminstress und Vertrauen in Fahrerassistenzsysteme reduzierten das Risikobewusstsein.

    Junge Fahrer stark gefährdet

    Als Risikogruppen gelten die 18- bis 24-jährigen Fahrer, die für 16 Prozent des Verkehrsaufkommens stehen, aber an 22 Prozent der Unfälle mit Verletzten beteiligt waren. Schwerpunkt der Unfallverhinderung soll die mobile Tempoüberwachung sein, kündigte Wegener an. Gerade in Baustellen will man Videofahrzeuge einsetzen.

    Im 62 Kilometer langen Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizeistelle Heidesheim war der Mainzer Ring ein Unfallschwerpunkt. 50 Prozent der 1049 Unfälle ereigneten sich auf 17 Kilometern zwischen der Schiersteiner und der Weisenauer Brücke. Inspektionsleiter Erster Polizeikommissar Rolf Gäbler macht vor allem das hohe Verkehrsaufkommen dafür verantwortlich. In Teilabschnitten seien durchschnittlich fast 100 000 Autos täglich hier unterwegs. Unfallursache Nummer eins war fehlender Abstand (263 Unfälle) vor überhöhter Geschwindigkeit (208) und Vorfahrtsdelikten (88). Unfälle durch Alkohol (20) und Drogen (5) gingen leicht zurück. Die Lkw-Beteiligung stieg auch hier hingegen um 10,6 Prozent um 40 auf 416 Unfälle. Die Aufklärungsquote sank insgesamt von 54,78 auf 53,33 Prozent. Armin Seibert

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    Mainzer Rhein-Zeitung
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