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Budenheim

GPS-Jagd auf illegale Hütten

Das unter Landschaftschutz stehende "Rheinhessische Rheingebiet" soll aufgeräumt werden. Kreis und Ortsgemeinde wollen gegen die illegale Bebauung mit Hütten und Schuppen vorgehen. Doch die wollen erst mal erfasst werden.

Seit der Gründung des Landkreises Mainz-Bingen gab es für die Budenheimer Rhein-Gemarkung zwischen Mombacher Unterfeld und Budenheim keine einzige Baugenehmigung. Dennoch sprossen Hütten, Schuppen und Verschläge im Lauf der Zeit wie Pilze aus dem Boden.
Seit der Gründung des Landkreises Mainz-Bingen gab es für die Budenheimer Rhein-Gemarkung zwischen Mombacher Unterfeld und Budenheim keine einzige Baugenehmigung. Dennoch sprossen Hütten, Schuppen und Verschläge im Lauf der Zeit wie Pilze aus dem Boden.
Foto: Gergor Starosczyk-Gerlach

Budenheim – Jetzt geht es den 590 illegal errichteten Hütten in Budenheim endgültig an den Kragen.

Nach Jahren der Untätigkeit will die Kreisverwaltung, unterstützt durch die Gemeinde Budenheim, Ordnung auf dem Landschaftsschutzgebiet "Rheinhessisches Rheingebiet" schaffen. Auf der ans Mombacher Unterfeld angrenzenden Budenheimer Gemarkung sind auf einem Areal von 46 Hektar 660 Parzellen, die Eigentümer oder Pächter im Lauf der Zeit immer mehr zu privaten Freizeitrefugien mit Häuschen, Hütten oder Schuppen bebaut haben. Alles ohne Genehmigung.

"Seit der Gründung des Landkreises 1969 liegt uns keine einzige Baugenehmigung vor", sagt Erster Kreisbeigeordneter Adam Schmitt. Seit etwa zwei Jahren bemühe sich der Kreis verstärkt um eine Lösung. Doch erst jetzt hat die Technik es ermöglicht das Areal ganz zu erfassen: Mit GPS, tragbaren Computern und Luftaufnahmen. Die Gesamterfassung sei wichtig wegen der Rechtssicherheit.

Zuerst will der Kreis Ordnung am Naturschutzgebiet "Mainzer Sand" schaffen, der östlich an den Freizeitpark angrenzt. Erst dann will man sich das Landschaftsschutzgebiet "Rheinhessisches Rheingebiet" vornehmen. So wird zunächst die Bestandsaufnahme zu Ende geführt.

Es sei nur schwierig, die Eigentümer zu ermitteln, sagt Peter Patschicke, beim Kreis für Bauen und Umwelt zuständig. "Viele von ihnen haben zudem das Grundstück vor Jahren verpachtet. Mit dem Recht der Weiterverpachtung. Die aktuellen Pächter sind oft nicht auffindbar." Die Zukunft für das Naturschutzgebiet ist klar umrissen. "Es hat höchsten Schutz. Es wird dort keine Hüttenbebauung mehr geben." Doch hofft der Kreis zunächst auf eine einvernehmliche Einigung mit Besitzern und Pächtern. Erst wenn sich diese nach einer persönlichen Anhörung als nicht möglich herausstellt, werde man eine Beseitigungsverfügung beantragen, so Patschicke. Im Klartext: Es wird abgerissen. Bei der Abwägung zwischen Freizeitbedürfnis und Naturschutz müsse der Kreis Anwalt der Natur sein, so Schmitt. Wann diese Anhörungen beginnen, konnte Schmitt noch nicht sagen. Man werde individuell mit den Betroffenen in Kontakt treten, die sich sich aber auch ihrerseits jederzeit melden können.

Anders sieht man die Zukunft im Landschaftsschutzgebiet nördlich der L 423. Hier wäre Landwirtschaft denkbar. Aber ohne illegale Hütten, in denen teils "gewohnt" wird. "Also können es nur Geräteschuppen sein. Wir wollen den Flair landwirtschaftlicher Flächen erhalten und fördern",so Bürgermeister Rainer Becker (CDU).

Entgegen kommen will man Hobbygärtnern auf dem etwa sieben Hektar großen Zipfel Budenheim, der sich in das Mainzer Stadtgebiet vorschiebt. Hier sollen Hütten möglich bleiben.

Gregor Starosczyk-Gerlach

Mainzer Rhein-Zeitung
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