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Frankfurt

Gestrandete Fluggäste in Frankfurt: "Erledigt, erschöpft, müde"

Müde Reisende warten in langen Schlangen vor den Terminals. Auf den Anzeigetafeln im Frankfurter Flughafen lesen sie, dass noch immer ein großer Teil der Flüge für Donnerstag gestrichen ist. Der Flughafen musste wegen schneebedeckten Landebahnen in der Nacht zuvor vier Stunden lang schließen. Mehr als 2000 Passagiere verbrachten deshalb die Nacht in den Terminals.

Foto: DPA

Frankfurt – Müde Reisende warten in langen Schlangen vor den Terminals. Auf den Anzeigetafeln im Frankfurter Flughafen lesen sie, dass noch immer ein großer Teil der Flüge für Donnerstag gestrichen ist. Der Flughafen musste wegen schneebedeckten Landebahnen in der Nacht zuvor vier Stunden lang schließen. Mehr als 2000 Passagiere verbrachten deshalb die Nacht in den Terminals.

In den überfüllten Hallen laufen Flughafenmitarbeiter mit gelben Westen umher und sprechen die umherirrenden Fluggäste an. "Wir versuchen so viele Informationen wie möglich zu geben und den Fluggästen die richtige Warteschlange zu zeigen", sagt einer der Männer. Weiter will er sich zu den widrigen Bedingen nicht äußern.

Ein Geschäftsmann aus Mannheim berichtet, er habe fast eine Stunde am Infoschalter warten müssen. Nur um zu erfahren, dass der nächste Flug nach Berlin – wenn überhaupt – erst am Nachmittag abfliegen könnte. Er wartet nun an einer ebenfalls langen Schlange vor dem Reisezentrum der Deutschen Bahn. Aber auch die Züge von und nach Frankfurt haben 10 bis 60 Minuten Verspätung oder fallen ganz aus. Er findet es "verwunderlich, dass man in einem Land, wo hin und wieder Schnee fällt, so wenig vorbereitet ist".

"Wir sind bester Laune" sagt ein Urlauber in der S-Bahn, der aus Gran Canaria zurückgekommen ist. Dabei hätte er schon seit 12 Stunden Zuhause in Mainz sein sollen. Er erzählt, dass die Maschine der Fluggesellschaft Condor eigentlich um 0.15 Uhr in Frankfurt landen sollte. Nachdem sie eine Schleife geflogen wären, habe der Pilot erst in Köln, dann in Düsseldorf landen wollen. Da auf diesen Flughäfen auch nichts mehr gegangen wäre, sei die Maschine schließlich um zwei Uhr in Hannover gelandet.

Die Johanniter in Hannover hätten sich hervorragend um die gestrandeten Reisenden gekümmert, sie mit Essen, warmen Getränken versorgt und Feldbetten zum Ausruhen bereitgestellt. Ärgerlich findet er nur, dass das überlastete Flughafenpersonal die Passagiere zu wenig informiert hätte. Da er keine Auskunft erhielt, wie er zurück nach Mainz kommen könnte, hätten seine Frau und er die Bahn genommen.

Eine Frau aus Nürnberg hat mehr als sieben Stunden mit dem Auto gebraucht, um auf den völlig verschneiten Straßen zum Flughafen zu gelangen. Ihren Flieger habe sie verpasst und jetzt sei sie nur noch "erledigt, erschöpft, müde". Andere Passagiere haben da mehr Glück. Nachdem ihr Flug nach Singapur gestrichen wurde, sind sie von der Fluggesellschaft Singapur Airlines in einem Darmstädter Hotel untergebracht worden. Eine Frau aus Bottrop erzählt, sie wären dann um 10 Uhr morgens vom Hotel abgeholt worden und könnten endlich in den Urlaub fliegen.

Sebastian Tanke

Mainz
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