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    Mainz/Rhein-Main

    Fluglärm: Britische Studie bestärkt die Gegner

    Fluglärm sorgt für schwerwiegende Erkrankungen, vor allem im Herz-Kreislaufbereich: In dieser Überzeugung sieht sich der Mainzer Herzspezialist Prof. Thomas Münzel durch jüngste Zahlen aus Großbritannien bestätigt.

    Wer schon krank ist, dem setzt der Lärm besonders zu.
    Wer schon krank ist, dem setzt der Lärm besonders zu.
    Foto: dpa/Archiv

    In der Studie wurden mehr als sechs Millionen Anwohner von Flughäfen untersucht, die älter als 65 Jahre sind. Mit ihrer im British Medical Journal veröffentlichten Analyse konnten die Autoren laut Münzel zeigen, dass Fluglärm zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen mit schwerwiegenden Diagnosen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörung, Schlaganfall, koronare Herzerkrankung und periphere arterielle Verschlusserkrankung führt.

    "Diese Ergebnisse sind ein weiterer Beweis: Fluglärm macht krank - und zwar lebensbedrohlich krank", kommentiert der Kardiologe, Vorsitzender der Gesundheitsregion Rheinhessen und gleichzeitig auch Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz. Diese neuen Daten zeigten, "dass ein Ausbau des Flughafens, der zu deutlich mehr Fluglärm aufgrund der Zunahme der Flugbewegungen führen wird, nicht zugelassen werden darf".

    Münzel: Unvorstellbare Dimension

    Ein Bau des Terminals 3 bedeute, dass die Kapazitäten des Münchner Flughafens am Frankfurter Flughafen noch hinzugefügt werden. "Das sind wirklich unvorstellbare Dimensionen," erklärt Münzel. "Auch unsere Studie mit simuliertem Nachtfluglärm-Ereignissen zeigt ja schon bei Gesunden innerhalb von kürzester Zeit Gefäßschäden."

    Münzel will sein Engagement zur Untersuchung der Gesundheitsfolgen von Fluglärm weiter ausbauen und greift dabei das Vorgehen der britischen Forscher auf. "Spannend an der neuen Studie ist der Ansatz der Geokodierung, das heißt die Auswahl von Studienteilnehmern aufgrund der Postleitzahl. Wir haben in unserer Gutenberg Gesundheitsstudie 15 000 Probanden aus der Region Mainz eingeschlossen, bevor die neue Landebahn eröffnet worden ist und können nun die Chance nutzen, zu schauen, ob Menschen, die in den Anflugsrouten leben, in den nächsten fünf Jahren häufiger und schwerer erkranken," so Münzel.

    Die Deutsche Flugsicherung testet aktuell steilere Anflüge und möchte die Ergebnisse in einem Kongress zum aktiven Schallschutz vorstellen. "Das hätten sie vor drei bis vier Jahren machen sollen, bevor die neue Landebahn fertig gestellt worden war", so Münzel.

    Jaensch: Kapazität nicht steigern

    "Die lange geforderte Lärmreduktion durch steilere Abflugverfahren ist sehr zu begrüßen," sagt auch der Marienborner Pfarrer Harald Jaensch. "Doch die Lärmreduktion kann die gleichzeitig eingeplante enorme Belastungssteigerung durch Kapazitätszuwachs in keiner Weise kompensieren. Eine "partielle Reduzierung von Lärm in der breitflächig angelegten Lärmhölle des Tiefflugsystems" mache nur Sinn, wenn gleichzeitig auf die enormen Kapazitätssteigerungen verzichtet werde. "18 Stunden Fluglärm - auch der etwas leiseren Art - schreien zur Entlastung zusätzlich nach dem Grundrecht auf Ruhe und Stille, das jedem Menschen auch am Tage zusteht."

    Um die Menschen vor den Gesundheitsgefahren durch Fluglärm umgehend zu schützen, fordern die Stiftung Mainzer Herz und die Gesundheitsregion Rheinhessen eine sofortige Anhebung der Flugrouten zum Schutz von Anwohnern und Kliniken, ein Einfrieren der Zahl der Flugbewegungen und die umgehende Einführung von aktiven Schallschutzmaßnahmen wie den kontinuierlichen Sinkflug.

    Mainzer Rhein-Zeitung
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