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    Experten raten: Lasst euch Zeit!

    Mit Grundsatzentscheidungen zur Zukunft des Mainzer Rathauses sollte sich der Stadtrat mehr Zeit lassen. Dazu rät der Mainzer Architekten- und Ingenieurverein. Man müsse sich erst mal darüber im Klaren sein, was ein künftiges Rathaus leisten soll. Zudem lägen noch zu wenige belastbare Zahlen und Erkenntnisse vor.

    Der Sanierungsbedarf am Rathaus ist unbestritten. Die Mainzer Berufsvereinigung AIV fordert eine ergebnisoffene Planung. 
Foto: Bernd Eßling
    Der Sanierungsbedarf am Rathaus ist unbestritten. Die Mainzer Berufsvereinigung AIV fordert eine ergebnisoffene Planung.
    Foto: Bernd Eßling

    Mainz - Vor Grundsatzbeschlüssen über die Zukunft des maroden Mainzer Rathauses sollte sich die Stadt mehr Zeit nehmen: Dazu rät der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) Mainz in einem Brief an die Verwaltung. Für eine genaue Zieldefinition, was das Rathaus künftig leisten soll, könne das Jahr 2013 noch genutzt werden, sagt der stellvertretende AIV-Vorsitzende Stephan Rubel der MRZ. 2014 könnten die konkrete Planung und die Kalkulation des Finanzbedarfs folgen. Dagegen plädiert Oberbürgermeister Michael Ebling für eine Grundsatzentscheidung im Stadtrat noch vor der Sommerpause.

    Unter anderem regt die 100 Mitglieder zählende regionale Standesorganisation AIV an, den einst geplanten, aber nie realisierten öffentlichen Fußweg durch das Rathaus hindurch zum Rhein neu zu diskutieren. "Die Öffnung der Innenstadt zum Fluss hin muss nach 40 Jahren endlich gelingen", heißt es in dem zwölf Punkte umfassenden Papier. Die von der Mainzer Aufbaugesellschaft MAG Ende 2012 vorgelegte Machbarkeitsstudie sieht bisher zwischen Rathaus und Rheingoldhalle eine breite Freitreppe zum Rheinufer vor.

    Auch die mit rund 48 Millionen Euro veranschlagten Sanierungskosten würde der AIV hinterfragen. In der Machbarkeitsstudie seien die Kosten methodisch korrekt ermittelt worden, aber sie beruhten "auf nicht aktuellen und schon gar nicht zukunftssicheren Ansätzen". Kämen bei einer umfassenden Raumbedarfsprüfung weitere Anforderungen hinzu - etwa weil Arbeitsplätze aus Zitadelle und Stadthaus ins Rathaus verlagert würden - wäre der Ansatz zu niedrig. Gleichzeitig seien Sanierungskosten in der Größenordnung der ursprünglichen Investition (1972: 80 Millionen D-Mark) ungewöhnlich hoch. Dies sei nur zu erklären mit einer "Wertevernichtung" bei Bauteilen, die noch länger brauchbar wären. Überhaupt schlägt der AIV eine Sanierung in Abschnitten vor: Zuerst die unbestritten notwendigen und dringlichen Aufgaben, dann die weniger dringlichen. "In einem dritten Schritt könnten dann Maßnahmen durchgeführt werden, für deren Klärung noch Zeit benötigt wird", erklärt der Verein, zum Beispiel die Erneuerung der Steinfassade. Die Stadt bestätigt den Eingang des Papiers. Man werde es in Ruhe lesen, sich eine Meinung dazu bilden und sich gegebenenfalls mit den Absendern unterhalten, sagt Pressechef Markus Biagioni. Claudia Renner

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