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    Dumm gelaufen: Schmiere gestanden und geschnappt

    Mitten in der Nacht schreckte eine Hechtsheimerin aus ihrem Schlaf auf. "Es war zwei Uhr, da habe ich ein Geräusch gehört", berichtete die Hausfrau gestern in Saal 113 des Mainzer Amtsgerichts.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Von Heiko Beckert

    Aus dem Fenster schauend konnte die schlaftrunkene Frau beobachten, dass ein Mann in das Auto ihrer Schwägerin aus Hamburg eingebrochen war, während ein zweiter Mann in der Nähe eine Zigarette rauchte und offenbar Schmiere stand. Sie informierte sofort die Polizei und die konnte zumindest einen Täter, einen 22-jährigen Metallbauer aus Ginsheim, fassen.

    "Die wollten flüchten" berichtete ein 48 Jahre alter Polizist, der mit einem Kollegen vor einem guten halben Jahr einen der Diebe auf frischer Tat stellen konnte. Denn ganz in der Nähe des ersten Tatorts hatten die zwei Diebe ein anderes Auto geöffnet. Auf die helle Innenbeleuchtung dieses Autos war die alarmierte Streife aufmerksam geworden. Als sie das Fahrzeug überprüfen wollten, stürmten zwei Personen weg. Während einer der Täter über einen Gartenzaun sprang und auf einer Baustelle verschwand, konnten die Beamten dem einschlägig vorbestraften Metallbauer den Fluchtweg abschneiden. Jetzt muss er ich für diese Tat verantworten.

    Erschwerend für den Angeklagten kam hinzu, dass er unter Bewährung stand und in seiner Tasche griffbereit ein Taschenmesser stecken hatte. "Das ist, sagt der Gesetzgeber, nicht ganz ohne", betonte der zuständige Richter mit Blick auf das Messer. Wer eine Waffe bei sich trägt, kann sich schnell verleitet sehen, diese auch einzusetzen, befürchtet der Gesetzgeber. Daher drohen bei einem "Diebstahl mit Waffen" bis zu zehn Jahre Haft.

    Nachdem gestern die Hausfrau und der Polizist vernommen worden waren, besann sich der bis dahin nicht aussagebereite 22-Jährige und gab den Einbruch widerstrebend zu. "Die Dame hat recht", bekannte der Ginsheimer. Er habe an jenem Abend einen flüchtigen Bekannten getroffen und dann hätten sie "Scheiße" gebaut. Er sei aber nur Mitläufer gewesen, der andere Täter, dessen Namen er nicht kenne, sei die treibende Kraft gewesen.

    Letzteres deckte sich mit den Zeugenaussagen, denen zufolge der Unbekannte in die Wagen eingestiegen war, während der Angeklagte aufpasste. Und so gewährte das Gericht "trotz Bedenken" eine Bewährungsstrafe mit einer Geldbuße von 1000 Euro. Der Angeklagte müsse sich aber bewusst sein, dass beim geringsten Fehlverhalten die Bewährung widerrufen werde, betonte der Richter. Dann müsste der 22-Jährige für elf Monate ins Gefängnis, betonte der Amtsrichter.

    Die Beute der Diebe bestand übrigens aus einem Elektroschocker im Wert von 100 Euro. Dumm gelaufen: Die Geräusche, die entstanden, als der unbekannte Dieb das Gerät ausprobierte, hatten die Hausfrau, die die Polizei rief, aufgeweckt.

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