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    Die soziale Kluft in Mainz wird breiter

    Der Graben zwischen Arm und Reich in Mainz wird immer größer. Das zeigt die Sozialraumanalyse, die Sozialdezernent Kurt Merkator jetzt vorstellte.

    Foto: picture alliance / dpa

     Mainz - In Mainz verschärfen sich die sozialen Gegensätze. Wohnbezirke, die schon vor fünf Jahren hinsichtlich Einkommen, Bildung und Wohnqualität benachteiligt waren, sind zum Teil weiter abgerutscht. Und wo die Lebenslage schon gut war, hat sie sich häufig noch verbessert: Das geht aus der neuen Sozialraumanalyse für Mainz, dem sogenannten "Lebenslagenindex", hervor.

    Der dritte "Lebenslagenindex" nach 1996 und 2005 wurde gestern in den städtischen Ausschüssen präsentiert. Die vom Empirica-Institut erstellte Analyse ist " das Navi der Mainzer Sozialpolitik", wie es Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD) formulierte.

    Die mit Abstand am meisten benachteiligten Bezirke sind die nördliche Neustadt und Lerchenberg-Mitte mit Gustav-Mahler-Siedlung und den "Scheibenhäusern". Ebenfalls auffällig: Alt-Mombach, Finthen-Nord mit der Katzenberg-Siedlung, die Hochhaussiedlung Elsa-Brändström-Straße in Gonsenheim und der Kronberger Hof in der Innenstadt. Von guter Ausgangslage noch verbessert haben sich zum Beispiel der historische Ortskern von Gonsenheim, Volkspark, das Klinikviertel in der Oberstadt oder der Stefansberg in der Altstadt.

    "Mainz bleibt von der zunehmenden sozialen Polarisierung nicht verschont", resümierte Merkator. Der Index zeige aber auch: Dort, wo das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" als basisdemokratisches Instrument zur Aufwertung von Wohnquartieren seit 2001 zum Tragen kam, "wurde die Verschlechterung gestoppt oder wenigstens vermindert". Das gilt für die Neustadt, das Berliner Viertel und das Wohngebiet Finthen-Römerquelle, später Alt-Mombach und Lerchenberg.

    Eine Verbesserung trat jedoch nicht ein, obwohl die Arbeitslosenquote für ganz Mainz in fünf Jahren deutlich sank. Merkator erklärt dies damit, dass viele neue Stellen nur Weiterbildungsmaßnahmen, Minijobs oder befristet seien - und dass, wer es sich leisten kann, aus den belasteten Quartieren wegzieht.

    Die rund 300 Seiten starke Studie empfiehlt, die "Soziale Stadt" in der Neustadt und in Lerchenberg fortzusetzen und in Mombach die Westring-Siedlung und Am Hemel einzubeziehen. Allerdings hat der Bund vor zwei Jahren seine Beteiligung massiv zurückgefahren, das Land sprang nur teilweise ein. Claudia Renner

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