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Wiesbaden

Die Badesaison war kurz und heiß – Wiesbadens Freibäder schließen

Als er endlich kam, war er zu heiß und verschwand viel zu schnell: Der Sommer 2012. In diesen Tagen streicheln seine letzten Sonnenstrahlen die Stadt. Morgens und abends sind bereits Kühle und Dunkelheit des nahenden Herbst zu spüren.

Trotz des kurzen Die Sommersaison war kurz, aber während der heißen Tage kamen viele Besucher, um ins Wasser zu springen.
Trotz des kurzen Die Sommersaison war kurz, aber während der heißen Tage kamen viele Besucher, um ins Wasser zu springen.
Foto: Michael Schick

Über Wiesbadens Dächern dem Neroberg im Opelbad entspannen jetzt nur noch wenigen Badegäste. "An den heißen Tagen im August war es richtig voll", sagt Badeleiter Wolfgang Pausch.

Trotz des kurzen Sommers verzeichnet das Luxus-Freibad mit der herrlichen Aussicht mehr Badegäste als vergangenes Jahr. Von Mai bis September kamen 46 600 Badegäste. 2011 waren es nur 38 000: "Die Hitze fördert das Geschäft", sagt Pausch. Auch die Aqua-Jogging-Kurse und das Meisterschwimmen wurden in diesem Jahr gut besucht.

"Zum Glück ging die Saison ohne Unfälle vorüber", so Pausch. Außer mit ein bisschen Eis und Salbe gegen Wespenstiche oder Pflaster auf kleinere Wunden mussten die Bademeister des Opelbads nicht eingreifen.

Voll wie eine Sardinenbüchse

In den Freibädern Kleinfeldchen und Kallebad sah das etwas anders aus: An den Tagen der großen Hitze war das Attraktionsbecken "so voll wie eine Sardinenbüchse", erinnert sich Badleiter Kurt Mannhart. Da steigt natürlich auch das Unfallrisiko. Doch außer kleinen Verletzungen oder Stichen seien verunfallte Schwimmer mit dem Schrecken davon gekommen.

Mannhart erzählt von einem besonders mutigen Jungen: "Der Neunjährige ist vom Dreimeterbrett ins tiefe Wasser gesprungen und konnte gar nicht schwimmen", sagt er. Doch besonders das Sprungbecken sei gut bewacht. Ein Bademeister sei ins Wasser gesprungen und habe den Übermütigen gerettet: "Nichts passiert", sagt Mannhart. Er verzeichnete in beiden Bädern unter seiner Leitung von Main bis September insgesamt 206 000 Badegäste.

Diese Zahlen bestätigt auch der Bäderbetrieb der Stadt Wiesbaden Mattiaqua. Insgesamt wurden zwischen Mai und Anfang September in den städtischen Freibädern 368 000 Gäste gezählt. "Bis Ende September werden wir bei 400 000 Besuchern sein", sagt Betriebsleiter Thomas Friedrich. Das sei zwar unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre aber deutlich über den Zahlen von 2011. Nach einem extrem schlechten Juni sorgten Juli und August dieses Jahr für einen "fulminanten" Endspurt" der Badesaison, so Friedrich.

Mehr Personal an heißen Tagen

Für die heißen Tage musste Mannhart im Kallebad und Kleinfeldchen sogar mehr Personal beschäftigen: "Wir haben auch zwei Kassen aufgemacht", sagt er. Lange Schlangen bildeten sich trotzdem: "Wir waren bemüht und haben auf Hochtouren gearbeitet, dass die Leute nicht lange in der Hitze stehen mussten", so Mannhart. Während der Spieltage konnten die Kinder mit aufgeblasenen Gummitieren, Matten und Boards im Wasser planschen und beim Wettrutschen wurde die Zeit gestoppt: "Wer die steile Kamikaze-Rutsche nimmt, kann es in neun Sekunden schaffen", sagt Mannhart.

Eine weitere Attraktion sei der Zehn-Meter-Turm im Freibad Kleinfeldchen. Jeden Tag ab 15 Uhr ist er geöffnet und kühne Badegäste springen von ganz oben: "Das gibt es ganz Verrückte die machen Arschbomben; das spritzt sieben, acht Meter hoch", sagt Mannhart.

Alles in allem hätte aber der Sommer auch für die Wiesbadener Freibäder besser und länger sein können, da sind sich die Badleiter einig. Jetzt sei es zwar noch besonders schön draußen und auch warm, aber die Leute müssten wieder arbeiten und abends sei es schon zu frisch, sagt Pausch: "Die Saison ist einfach zu Ende."

Am kommenden Sonntag, 9. September, schließen Opelbad, Kleinfeldchen und Kallebad ihre Tore.

Von Christina Franzisket

Mainzer Rhein-Zeitung
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