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    Breite Front gegen die dicken Brummer am Himmel

    Die Neuregelungen für die Südumfliegung des Frankfurter Flughafens haben heftige Kritik ausgelöst. Einige Mainzer Stadtteile, Gemeinden in Rheinhessen und südlich des Flughafens gelegenen hessischen Gemeinden würden massiv neu belastet.

    Flugzeug über Frankfurt
    Die Südschleife empört einige Kommunen.
    Foto: Arne Dedert/Archiv - DPA

    Mainz - Die Neuregelungen für die Südumfliegung des Frankfurter Flughafens haben heftige Kritik ausgelöst.

    Die Südumfliegung.
    Die Südumfliegung.
    Foto: rz Grafik

    Einige Mainzer Stadtteile, Gemeinden in Rheinhessen und südlich des Flughafens gelegenen hessischen Gemeinden würden massiv neu belastet, sagte der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag in Mainz. Dagegen würden Gebiete nordwestlich des Flughafens fast vollständig von den Abflügen entlastet.

    Rheinland-Pfalz lehne die Südumfliegung grundsätzlich ab, bekräftigte Lewentz. Es sei nicht nachvollziehbar, wie man eine Routenplanung habe verfolgen können, mit der für einzelne Gemeinden eine Fluglärmbelastung an 365 Tagen im Jahr verursacht würde. Im Süden von Mainz und Rheinhessen seien Zehntausende Menschen betroffen, so Lewentz, denen aufgrund der Südumfliegung zukünftig am Tag keine Lärmpause mehr gegönnt werde. Das sei nicht akzeptabel. Der Minister erinnerte daran, dass Rheinland-Pfalz Alternativen zur Südumfliegung aufgezeigt habe. Er begrüßte, dass sich auf Betreiben des Landes die Fluglärmkommission nochmals mit den Folgen der Südumfliegung auseinandersetzen werde.

    Manche trifft's noch schlimmer

    Kritik an den neuen Regelungen kommt auch von der SPD-Fraktion im Mainzer Stadtrat. "Gerade die ohnehin schon stark belasteten Stadtteile Laubenheim und Weisenau werden durch die Südumfliegung noch stärker getroffen. Bereits heute schon stellt man fest, dass auf der ,Tabum neu'-Route die Flugzeuge von der Ideallinie über dem Rhein abweichen und tief hinein über dicht bewohntes Gebiet fliegen", beklagte Eckart Lensch, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Seine Partei erwarte, dass die Deutsche Flugsicherung für alle Menschen in der Region Verantwortung trage und dass dies auch in ihrem Handeln sichtbar sein müsse.

    "Bislang unbeachtet bleiben die Ergebnisse des Gutachtens der rheinland-pfälzischen Landesregierung, welches aufzeigt, dass sehr wohl alternatives Abflugverfahren möglich ist. Dies würde verhindern, dass neben dem Lärm des Landeanflugs nun auch ein erheblicher Anteil der startenden Maschinen Mainz und Rheinhessen verlärmen. Auf die Südumfliegung könnte damit ganz oder in Teilen verzichtet werden", so Lensch.

    Die CDU-Stadtratsfraktion appellierte an die Europa-Abgeordneten, dem Votum des EU-Transportausschusses im Plenum zu folgen und Eingriffe der EU in Nachtflugverbote zu verhindern. Nachtruhe sei für die Gesundheit und Erholung der Menschen von größter Wichtigkeit, erklärte Stadtrat Norbert Solbach.

    Eder: Flugroute bei Laubenheim ist ein Treppenwitz

    Die Südumfliegung avanciert mittlerweile zum „Dauerthema“ in der Fluglärmkommission. Die eher geringfügig ausgefallenen Nachbesserungsvorschläge der künftigen Routenführung seitens der Deutschen Flugsicherung (DFS) sorgen zugleich für massiven Unmut. So hatten sich nicht wenige Laubenheimer Bürger von der Inbetriebnahme der Navigationsanlage bei Nauheim („Funkfeuer“) deutliche Verbesserungen erhofft, da hiermit verbunden die Südumfliegungsroute anders gelagert sein sollte. Die so genannte „TOBAK 1K“-Route, die über den Rhein führt und das Laubenheimer Ortsgebiet streift, sollte demzufolge abgelöst werden von der Route „TOBAK 1M“, die spätestens über dem Rhein abdreht und Laubenheim „links liegen“ ließe.

    Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne): „So weit die Theorie, denn geändert hat sich danach für Laubenheim leider nichts.“ Die Flugzeuge überflögen weiterhin den Ortskern, so Eder: „Mit einem enormen Arbeitsaufwand wurden in der Fluglärmkommission diese Routen en detail beraten. Dabei wurde von der DFS der Eindruck vermittelt, dass die Routen in der Realität auch so geflogen werden könnten - verbunden mit der Hoffnung auf eine spürbare Lärmentlastung für Laubenheim“, kritisiert die Umweltdezernentin, die für die Belange der Stadt Mainz im Vorstandsgremium der Fluglärmkommission agiert.

    Da die angekündigte 1M-Route jedoch de facto nicht geflogen wurde und wird, fragte Eder gezielt nach. In einem Schreiben an den DFS-Chef Dieter Kaden thematisierte die Dezernentin, warum die Flugroute „TOBAK 1M“ nicht in der von der DFS beantragten Form geflogen werde, sondern einseitig nach Westen über Mainzer Stadtgebiet abweiche.

    Die Deutsche Flugsicherung stellte hierzu lapidar fest, dass es sich im Bereich der Route bei Laubenheim um einen Kurvenflug handele, in dem „mit einer Streuung in Richtung Westen grundsätzlich zu rechnen“ sei. Eder: „Das ist nach den unzähligen Verhandlungen in der Fluglärmkommission ein veritabler Treppenwitz, den wir nicht tatenlos hinnehmen werden.“ Die DFS, so ihre Ankündigung, werde sich in der nächsten Sitzung dazu äußern müssen, wieso der Kommission Flugrouten zur Beratung vorgelegt wurden, bei denen grundsätzlich eine Verschiebung in Richtung Westen absehbar war. „Wenn Flugrouten beraten und per Verordnung erlassen werden, dann muss davon auszugehen sein, dass diese im Alltag auch fliegbar sind und nicht grundsätzlichen Abweichungen in Richtung Westen unterliegen“, kritisiert Eder: „Die betroffenen Bürger verlassen sich darauf.“

    Daher beantragte Mainz, dass die Fluglärmkommission die Empfehlung ausspricht, eine weitere Navigationsanlage zur besseren Einhaltung der Südumfliegung im Bereich des Kurvenfluges einzurichten.  Helmut Oesterwinter

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