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    Bei Jupiter Jones bleibt's nicht "Still"

    In der Phönixhalle drängen sich die Fans, und Nicholas Müller genießt es sichtlich, vor so viel Publikum zu spielen. „Oh Alter, fett eh, nach Mainz kannste fahren.“ Das alles ist noch recht neu für den Sänger von Jupiter Jones.

    Sänger und Frontman der Eifler Band Jupiter Jones.
    Sänger und Frontman der Eifler Band Jupiter Jones.
    Foto: Michael Bellaire

    Mainz - In der Phönixhalle drängen sich die Fans, und Nicholas Müller genießt es sichtlich, vor so viel Publikum zu spielen. „Oh Alter, fett eh, nach Mainz kannste fahren.“ Das alles ist noch recht neu für den Sänger von Jupiter Jones. "Im letzten Jahr sind unglaubliche Dinge passiert, die wir uns in zehn Jahren Bandgeschichte nicht erträumt haben. Wir sind jetzt Berufsmusiker. Das ist das, was wir immer wollten. Danke dafür. Das nächste Lied geht raus an meine Mutter." Dann folgt der Hit, der alles möglich machte: "So still, / dass jeder von uns wusste, / das hier ist für immer, / für immer und ein Leben, / und es war so still, / dass jeder von uns ahnte, / hierfür gibt's kein Wort, / das jemals das Gefühl beschreiben kann."

    Im April war "Still" das meistgespielte deutschsprachige Lied im Land. Das Mainzer Konzert wurde wegen der großen Nachfrage flugs vom KUZ in die Phönixhalle verlegt. Und still bleibt es beileibe nicht. Die Gruppe, die im Hitvideo eher schmusig rüberkommt, kann auch anders.

    Müller und Bandkollege Sascha Eigner arbeiten kräftig an ihren Gitarren, dazu kommen treibende Rhythmen von Bassist Andreas Becker und Schlagzeuger Marco Hontheim. Das ist Punkrock, schnell und zumindest im Ansatz rotzig. Müllers warme Stimme wird laut und klingt rau bei Nummern wie "Das Jahr, in dem ich schlief" und vor allem bei dem Song, den Jupiter Jones 2002 als allerersten einspielte: "Auf das Leben." Dann wird es Stück um Stück stiller - bis zu "Still".

    Schade nur, dass es danach zu bröckeln beginnt - nicht bei der Band, sondern in der Halle. Der Hit ist gespielt, die ersten gehen. Dabei können sich die melancholischen Texte aller Jupiter-JonesLieder mit "Still" messen. Selbst das Strickmuster wiederholt sich hier und da. So erinnert "Berlin" in Müllers Stimmführung und der Refrainstruktur durchaus an den Hit. Die Zeilen ließen sich sogar auf dieselbe Melodie singen: "Und wo sind all die Mädchen? / Wo sind all die Freunde hin? / Die das eingegrabene Städtchen, / bepinselt haben mit Sinn. / Sie suchen nach dem Glück, / in Berlin."

    Schlimmer noch wird es bei den Zugaben. Jetzt strömen ganze Besuchergruppen nach draußen, während sich die Band den Wolf spielt. Allzu viele waren wohl auf "Still" fixiert.

    Das ist schade, denn Jupiter Jones hat mehr zu bieten. Diese Band definiert sich nicht über das eine Stück. Gerade deswegen könnten die sympathischen Jungs, die sich noch ganz unverstellt über ihren Erfolg freuen, oben bleiben im Musikgeschäft. Jupiter Jones ist für Überraschungen gut, auch wenn ein paar Leute in der Phönixhalle die nicht mehr hören wollten. Gerd Blase

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